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29. Juli 2010

Kriterienkatalog

Was soll das Siegel bewirken?
Das Siegel ist ein sichtbarer Ausweis für Qualität im Feld der Berufsorientierung. Schulen, denen es zuerkannt wurde, dürfen es drei Jahre lang führen. Das kann auf den offiziellen Briefbögen der Schule, auf der schuleigenen Homepage und als Plakette an einem geeigneten schulöffentlichen Ort sein. Die Qualitätskriterien definieren Standards, die über das durch Rahmenpläne der Behörde für Bildung und Sport geforderte Niveau hinausreichen. Mit dem Siegel ausgezeichnete Schulen wirken als gutes Beispiel. Für andere Schulen können sie Anregung und Aufforderung zur Nachahmung sein. Für die Schulgemeinde beweist das Siegel die gute Arbeit des Lehrerkollegiums. Damit wirkt das Siegel imagefördernd nach außen und motivierend nach innen.  

Was wird gefordert?
Die schulischen Angebote in ökonomischer Bildung und Berufsorientierung und der Aspekt der Nachhaltigkeit sollen dargestellt werden. Die Form der Darstellung ist strukturell vorgegeben und nimmt Bezug auf Qualitätskriterien, die von der Gemeinschaftsinitiative entwickelt wurden. Die Schulen bearbeiten einen Fragebogen, der sich in sechs Themenbereiche gliedert:  

  1. Ökonomische Bildung
    Schulen beschreiben, welche ökonomischen Themen sie anbieten, ob es ein Schülerunternehmen gibt und ob eine Gruppe an einem ökonomisch orientierten Schülerwettbewerb teilnimmt. Wie in anderen Bereichen stellt sowohl die Einbeziehung außerschulischer Partner als auch die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte eine besondere Qualität dar.
  2. Kompetenzprofile
    Damit Jugendliche gegen Ende ihrer Schullaufbahn eine begründete Entscheidung für einen Startberuf fällen können und damit Lehrkräfte sie in dem Prozess bis zu der Entscheidung unterstützen können, müssen Fähigkeiten und Interessen der Jugendlichen möglichst kontinuierlich, zumindest aber wiederholt beobachtet bzw. festgestellt werden. Dabei ist das jeweils festgestellte Kompetenzprofil lediglich eine Momentaufnahme und birgt in sich die Chance der Weiterentwicklung. Was die Schule hierfür unternimmt, soll beschrieben werden.
  3. Praktika
    Betriebspraktika sind „Standard“ an Hamburger Schulen. Entsprechend geht es hier vor allem um die Vielfalt des Angebots an einer Schule, um besondere Formen und Inhalte von Praktika im Sinne von Lernen an außerschulischen Lernorten und um bestimmte Aspekte der Vorbereitung, der Durchführung und der Nachbereitung.
  4. Erkundungen
    Erkundungen sind eine Methode, um in persönlichen Gesprächen und Beobachtungen Informationen über Berufsbilder, benötigte Qualifikationen und die Arbeitswelt zu gewinnen. Welche Orte aufgesucht werden, wie die Erkundungen an Unterricht angebunden sind und wie die Qualität von Erkundungen als relevanter Baustein im Berufsorientierungsprozess gesichert wird, ist hier darzustellen.
  5. Berufswahlprozess und Übergangsplanung
    Die einzelnen Angebote mit ökonomischen oder berufsorientierenden Inhalten und Methoden wirken umso nachhaltiger, je klarer sie Bestandteile eines schulischen Gesamtkonzepts „Ökonomische Bildung und Berufsorientierung“ sind. Nur dann erleben die Jugendlichen die Angebote und die Erkenntnisse daraus als Stufen eines strukturierten und begleiteten Prozesses, an dessen Ende sie selbstverantwortlich eine begründete Entscheidung über ihren weiteren Weg treffen können. Entsprechend sind Angaben zum Konzept, zur Kommunikation über den individuellen Stand im Berufswahlprozess und zu den Akteuren zu machen.
  6. Nachhaltigkeit
    In diesem Abschnitt soll erkennbar werden, wie verbindlich Ökonomische Bildung und berufsorientierende Inhalte in der Schule verankert sind, ob das Erreichen angestrebter Ziele schulischen Handelns überprüft wird und ob aus dieser Überprüfung gegebenenfalls Konsequenzen gezogen werden.