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29. Juli 2010

für Regionen

Sie sind als Lehrer, als Vertreter einer Region, eines Kreises, eines Arbeitsamtsbezirks oder sogar eines Landes an der Übernahme des Siegelprojektes in Ihrer Region interessiert. In einem ersten Schritt müssen Sie an folgendes denken:

 

1. Wer kommt als potentieller Träger in Frage?
Wen könnte das Siegelprojekt so interessieren, dass er bereit wäre, als Träger Verantwortung zu übernehmen?

  • Die Agentur für Arbeit
  • Eine regionale Stiftung mit passendem Schwerpunkt und Satzungszweck
  • Ein regional verantwortliches Unternehmen
  • Ein Schulamt oder eine andere Schulaufsichtsbehörde
  • Beirat Schule Wirtschaft (Arbeitsamt und Schulaufsicht)
  • Ein universitäres Institut, z. B. für Didaktik der Wirtschaftswissenschaften
  • Ein Landesinstitut für Schule
  • Ein Bürgermeister oder Landrat
  • Eine IHK oder Handwerkskammer
  • Ein Kultus- oder Wirtschaftsministerium
  • Eine Zeitung oder Zeitschrift
  • Die Arbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft vor Ort
  • Eine andere Arbeitgeberorganisation vor Ort wie die Wirtschaftsjunioren
  • Rotary oder Lions
  • Eine vorhandene Initiative, z. B. zur Verhinderung von Jugendarbeitslosigkeit
  • Eine andere Institution, zu der Sie besondere Beziehungen unterhalten, und die Sie von dem Sinn des Engagements überzeugen können.  

Welche institutionelle Form kann das Projekt haben?

  • Es kann ein formloser Zusammenschluss interessierter Partner sein, von denen ein Partner Arbeitszeit seiner Mitarbeiter zur Verfügung steht.
  • Die anfallende Arbeit kann in einer regionalen Stiftung erledigt oder an einem wissenschaftlichen Institut aufgehängt werden. In Frage kommt natürlich auch eine kommunale oder Landesbehörde. Auch Arbeitskreise kommen in Frage (Arbeitskreis Schule-Wirtschaft von BDA und Lehrervertretern).
  • Es kann auch ein Projektvertrag geschlossen werden.
  • Von Anfang an sollte eine Projekt- oder Geschäftsstelle vorgesehen werden, die nah an der Jury bzw. dem Juryvorsitzenden aufgehängt sein sollte.

 

2. Wie viele Mitspieler benötigen Sie?
Sie sollten die wichtigen Interessen Ihrer Region einbinden – das muss nicht unbedingt über die Trägerschaft erfolgen. Allerdings erfahren Sie bei der Frage nach der Bereitschaft, als Träger zu agieren einiges über den Grad des Interesses Ihres Gesprächspartners. Außerdem brauchen Sie zunächst eine Gruppe, die die Zustimmung und Unterstützung der wesentlichen „Player“ organisiert.

  • 4 – 5 Träger sind die maximale, arbeitsfähige Größe, darüber werden Abstimmungen z. B. über Kosten schwierig.
  • Dabei sein sollte eine Schulbehörde und eine Unternehmensinstitution.

 

3. Wie kann man die Region sinnvoll abgrenzen?  
Sinnvoll ist, eine bestehende Abgrenzung zu übernehmen, da es so möglich wird, auf vorhandenen Strukturen, Netzwerken und Beziehungen aufzubauen.

  • Ein Arbeitsamtsbezirk hat sich als gute Größenordnung erwiesen, denn die geographische Abgrenzung sollte nicht zu klein werden, weil dann der Eingang von Bewerbungen möglicherweise vernachlässigbar ist und die Schwelle für öffentliche Aufmerksamkeit dadurch nicht erreicht wird. Ohne öffentliche Aufmerksamkeit ist aber auch die Wirkung des Siegels nicht mehr voll gegeben.
  • Eine Regionenabgrenzung aus anderen Programmen oder Projekten wie die „Lernende Region“ aus dem BMBF Programm oder auch eine Bildungsregion oder sogar die Regionenabgrenzung aus EU-Programmen wie INTERREG, wobei letztere sich schnell als zu groß erweisen können.
  • Ein IHK Bezirk.
  • Der Verwaltungsbezirk einer Bezirksregierung.

Bei guter Öffentlichkeitsarbeit und möglicherweise schon projekterprobten Schulen und Behörden ist eine Beteiligungsquote von 25 – 30 Prozent der Schulen zu schaffen. Aus diesem Wert kann man ausrechnen, wie viele Schulen die Region maximal haben sollte (ohne Grund- und berufliche Schulen), um die Arbeitsbelastung der Jury nicht zu groß werden zu lassen. Eine zu große Region kann sich natürlich dennoch am Siegel beteiligen, sollte sich dann nur in der Binnenorganisation arbeitsfähige „Portionen“ schneidern.  

Beispiel: Die Jury hält bis zu 30 Bewerbungen pro Jahr für machbar, Gültigkeit des Siegels 3 Jahre:

Bei einer Bewerbungsquote von um 30 Prozent (über drei Jahre gerechnet) bewerben sich also ungefähr 90. Wenn dieser Wert 30 Prozent aller Schulen beschreibt, darf die Region ca. 300 Schulen zählen.  

Bewerben sich nur 25 Prozent der Schulen, dürfte die Region mehr als 350 Schulen umfassen und wenn sich nur 10 Prozent der Schulen um ein Siegel bemühen, sogar 900.  

Eine Stadt mit 100.000 Einwohnern (wie der Geburtsort des Projektes, Gütersloh) hat etwa 12 weiterführende Schulen. Der Bezirk Ostwestfalenlippe, der auch eine „Bildungsregion“ ist, hat bei ca. 2 Mio. Einwohnern 364 weiterführende Schulen.   Für das Beispiel heißt das: bei einer angenommenen Quote von 30 Prozent pro Jahr und nicht mehr als 30 erwünschten Bewerbungen sollte die Region maximal 2 Mio. Einwohner umfassen.

 

4. Was sind Ihre Hauptargumente, um Mitspieler zu gewinnen?

  1. Gegenüber der Wirtschaft: Reduktion der Abbrecherquoten
  2. Gegenüber Universitäten: Reduktion der Suchkosten und Abbrecherquoten
  3. Gegenüber Schulen und Lehrern: Qualitätsverbesserung, Informationsaustausch, Lernen von anderen, Überblick über Portfolio anderer Schulen
  4. Gegenüber Verbänden: erprobtes Projekt verbessert Zusammenspiel der Akteure in der Region

 

5. Wen benötigen Sie noch?

  • Eine Jury von zwischen 12 und 15 Personen und einen Juryvorsitzenden – die Personen müssen wissen, dass die Arbeit ein wenig Zeit kostet. Pro Durchgang (alle zwei Jahre) sollten sie mit 3 – 5 Terminen und dem Sichten und Bewerten von je nach Größe der Region und Intensität der werblichen Anstrengungen mit 20 – 100 Bewerbungen.
  • Ideal ist eine Projektleitungsstelle zu finanzieren oder bereitstellen zu können, die mit etwa 20 Stunden die Woche in der aktiven Phase (etwa 6 – 8 Monate) und etwa 10 Stunden für den Rest des Jahres arbeitet.
  • Wenn Sie mithilfe von Preisen motivieren möchten, brauchen Sie auf jeden Fall Sponsoren – für die Preise (mehrere Dutzend für das „Feld“ sowie einen ersten, zweiten und dritten Preis), ggf. auch Sonderpreise. Es gibt allerdings auch negative Erfahrungen mit „unpassenden“ Preisen oder Ärger über die Entscheidung – dies sollten Sie offen diskutieren. Sie benötigen ggf. auch einen oder mehrere Sponsoren für die Abschlussveranstaltung!
  • Vielleicht erhöht ein potenter Schirmherr die Wirkung des Projektes in Ihrer Region – Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt (wichtige Politiker, Kirchenleute, Unternehmer, ein ehemaliger jetzt berühmter Schüler der Region...)
  • Eine Auftakt- (Einladung zur Bewerbung) und eine Abschlussveranstaltung (Verleihung der Siegel).
  • Siegel – die metallenen Siegel können Sie bei der Bertelsmann Stiftung bestellen oder von regionalen Arbeitsloseninitiativen oder an Schulen beziehen.
  • Presse – auf Einladung kommt die Presse sicher von selbst, Sie sollten aber von Anfang an daran denken.