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Bewerbung – die Motivation ist entscheidend

Wenn Schülerinnen und Schüler sich für einen Ausbildungsplatz oder ein duales Studium bewerben – was ist dabei wirklich wichtig? Soll das klassische Anschreiben noch sein, läuft alles online, sind die Noten entscheidend, sollen Hobbies genannt werden? Und wie können ihre Lehrkräfte die jungen Menschen darauf gut vorbereiten? Das war Thema der Lehrkräfte-Lounge III im Programm Digital Insights der Schulnetzwerke Berufswahl-SIEGEL, MINT-EC und SCHULEWIRTSCHAFT gemeinsam mit Microsoft Deutschland, SAP und Siemens.

Bei allen Unterschieden waren sich die drei Recruiting-Verantwortlichen völlig einig: Die Motivation ist entscheidend! Die Warum-Frage ist die wichtigste: Warum will der junge Mensch zu diesem Unternehmen und in diese Ausbildung, dieses Studium? Kenny Smiles Lartey von Microsoft Deutschland schaut für diese Frage vor allem auf den Lebenslauf (CV), während das Schreiben nachrangig ist. Am überzeugendsten sei eine persönliche Geschichte, eine wie auch immer geartete Beziehung zum Unternehmen. Gefragt sind zudem future skills. Werdegang, Engagements, Aktivitäten sollen gerne aufgeführt werden, auch als Gesprächsanlass, auch Kurse, Wettbewerbe, Hackathons, möglichst mit Zertifikaten. Das Gesamtbild sei wichtiger als einzelne Noten, es zähle Authentizität.

Monika Steinke ist bei SAP zuständig für 3.000 Bewerbungen auf Ausbildungs- und duale Studienplätze pro Jahr. Bei SAP ist im ersten Schritt der Online-Bewerbung gerade das Anschreiben maßgeblich, in dem die Motivation deutlich werden soll (warum bewerbe ich mich hier, wie komme ich darauf, wer bin ich usw.). Der CV weist ergänzend auf besondere Kompetenzen, Aktivitäten und Hobbys hin. Dabei sollen die jungen Leute gerne alles aufschreiben, was sie so machen – vom Jugendtrainer im Fußballverein bis zum Babysitting, selbst das Hobby „Lesen“ ist interessant. Im zweiten Schritt gibt es ein Telefoninterview, bei dem der Ausbildungswunsch abgeklärt wird. Dritter Schritt ist das einstündige Bewerbungsgespräch, bei dem die Fachabteilung dabei ist. Gefragt sind IT-Kenntnisse, Mathematik und Englisch, aber auch soft skills wie Kooperationsfähigkeit, Problemlösen, Neugier u.a., entsprechend den Unternehmens-Werten.

Auch bei SIEMENS ist die Warum-Frage entscheidend, wie Corinna Bosse herausstellte. „Ich fand gut, als …  Ich hatte das Erlebnis, dass …“, sind besonders überzeugend. Schüler:innen sollten informiert sein, was SIEMENS macht, z.B. durch Blick auf die Homepage. Mathematik und Physik sollten beherrscht werden, zumal um in der Berufsschule oder beim dualen Studium in der Hochschule zu bestehen. Im ersten Schritt online sind nur Zeugnisse gefordert, Anschreiben und CV können ergänzt werden – bitte fehlerfrei. Im zweiten Schritt findet ein spielebasiertes Online-Assessment statt. Im dritten Schritt fällt die Entscheidung am Auswahltag mit einer Selbstpräsentation, einer Gruppenaufgabe und dem Einzelgespräch.

Die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer fragten sehr interessiert nach und nahmen viel Neues mit, um ihre Schülerinnen und Schüler zum Bewerbungsprozess hinzuführen – wie wichtig die Motivation ist, dass jedwede Kompetenz zählt und (schulische) Aktivitäten am besten mit einem Zertifikat sichtbar gemacht werden, bis hin dass Basiskompetenzen wie Rechtschreibung und Mathematik gefragt bleiben, aber auch Werte aktueller sind denn je.

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