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Brücken bauen: Wie eine Förderschule in Düsseldorf Chancen schafft

Wie gelingt Berufliche Orientierung an einer Schule, deren Schülerinnen und Schüler mit besonders schwierigen Startbedingungen ins Leben gehen? Und was braucht es, damit aus ersten Einblicken echte Perspektiven für Ausbildung und Beruf werden? Antworten auf diese Fragen gab ein Besuch an der Martin-Luther-King-Schule in Düsseldorf – einer Schule, die eindrucksvoll zeigt: Talente gibt es überall. Entscheidend ist, wie wir sie unterstützen.

Christina Ramb, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), und Susann Dengler, Geschäftsführerin in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit (BA), nutzten gemeinsam den Tag, um sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Im Mittelpunkt stand dabei die Berufliche Orientierung und die Frage, wie eine gelingende Zusammenarbeit zwischen Schule, Bundesagentur für Arbeit und Wirtschaft echte Zukunftschancen eröffnet.

Einblicke, die bleiben: Berufliche Orientierung zum Anfassen

Der Besuch fand in entspannter Atmosphäre statt. Im Lehrerzimmer entwickelte sich schnell ein offener Austausch mit der Schulleitung, Lehrkräften und der Berufsberatung. Es ging um ehrliche Einblicke in den Schulalltag: Was funktioniert gut? Wo liegen die Herausforderungen?

Die Martin-Luther-King-Schule begleitet rund 150 Schülerinnen und Schüler, die aufgrund ihres sozialen und emotionalen Förderbedarfs besondere Unterstützung benötigen. Viele bringen belastende Lebenserfahrungen mit. Umso wichtiger ist die enge Beziehungsarbeit, die hier tagtäglich geleistet wird.

In der Beruflichen Orientierung setzt die Schule auf vielfältige Formate: von Schülerfirmen über digitale Tools wie die TaskCard[1] bis hin zu engen Kooperationen mit externen Partnern. Besonders sichtbar wurde dies im informellen Gespräch mit drei Schülern und einer Schülerin. Ihre unverstellten Perspektiven machten deutlich: Praktische Erfahrungen sind oft der Schlüssel, um Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Und eine TaskCard, die sich auch über das Ende der Schulzeit hinaus nutzen lässt, gibt Struktur und Sicherheit auf dem Weg in die eigene berufliche Zukunft.

Übrigens: Für das leibliche Wohl sorgte eine Schülerfirma. Das kleine Catering war nicht nur lecker, sondern auch ein sichtbares Beispiel dafür, wie praxisnah Lernen organisiert werden kann.

Das kleine Catering wurde von einer Schülerfirma hergerichtet.

Ein zentrales Fazit des Vormittags: Wenn Schule, Bundesagentur für Arbeit und Wirtschaft an einem Strang ziehen, entstehen echte Perspektiven. Die Martin-Luther-King-Schule lebt diesen Ansatz seit Jahren. Als Berufswahl-SIEGEL-Schule und ausgezeichnete Botschafterschule engagiert sie sich intensiv dafür, Jugendlichen den Übergang in Ausbildung und Arbeit zu erleichtern.

Dabei wird auch offen über Herausforderungen gesprochen: Es braucht mehr Betriebe, die bereit sind, junge Menschen mit schwierigen Biografien aufzunehmen. Denn nicht selten sind mehrere Anläufe notwendig, bis ein Praktikum gelingt oder der Einstieg in die Ausbildung dauerhaft stabil ist. Dafür sind gelebte Netzwerke und starke Partnerschaften vor Ort entscheidend. Das Ziel ist klar: Niemand darf beim Übergang von der Schule in den Beruf verloren gehen.

[1] Die Nutzung der TaskCard als Portfolioinstrument entstand aus dem Projekt „Entwicklungswerkstatt Digitale BO im Netzwerk Berufswahl-SIEGEL“ mit J.P. Morgan.

Perspektiven im Betrieb: Inklusion, die wirkt

Der zweite Teil des Tages führte direkt in die Praxis: in das Düsseldorfer Hotel Amano, einen langjährigen Kooperationspartner der Schule.

Anlässlich der „Woche des Praktikums“ absolvierten Tina Ramb und Susann Dengler ein Kurzpraktikum im Hotel. Unter Anleitung zweier Auszubildender bereiteten sie ein Hotelzimmer auf und setzten damit ein Zeichen für die Wichtigkeit praktischer Erfahrungen. Diese sind oft der entscheidende Türöffner in ein selbstbestimmtes Berufsleben. Berufliche Orientierung gelingt am besten dort, wo Schule und Arbeitswelt eng verzahnt sind, wo Jugendliche erleben können, was sie können und wo sie gebraucht werden.

Beeindruckend war die Atmosphäre im Hotel: pragmatisch, herzlich und offen. Direktorin Ulrike Sassin führt den Betrieb spürbar mit einer Haltung, die auf Vertrauen und Chancen setzt. Seit Jahren bietet das Hotel Schülerinnen und Schülern Praktika an und hat bereits mehrfach junge Menschen in Ausbildung übernommen. Betriebe, die wie das Hotel Amano jungen Menschen mit schwierigen Startbedingungen eine Chance geben, handeln nicht nur sozial, sondern sichern sich auch motivierten Nachwuchs.

Ein Besuch mit Signalwirkung

Der Besuch in Düsseldorf hat deutlich gemacht: Es braucht Engagement, Kreativität und vor allem Zusammenarbeit, um Jugendlichen mit schwierigen Startbedingungen echte Perspektiven zu eröffnen. Die Martin-Luther-King-Schule und das Hotel Amano zeigen, wie das gelingen kann: mit viel Herzblut, klaren Strukturen und starken Partnern. Oder anders gesagt: Talente gibt es überall. Unsere Aufgabe ist es, Brücken zu bauen. Genau diese Brücken wurden an diesem Tag sichtbar.

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