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Deutsches Schulbarometer: Lehrkräfte auf Online-Unterricht gut eingestellt

Der erste Lockdown ab März 2020 traf die Schulen weitgehend unvorbereitet, der Start in den Fernunterricht konnte gar nicht anders als holprig sein. Im zweiten Lockdown ab Mitte Dezember 2020 sah die Lage schon besser aus – wenn auch noch nicht wirklich gut.

Das Deutsche Schulbarometer hat Lehrkräfte im April und im Dezember befragt: Die Befragung zeigt, wie engagiert sich Schulen auf den Weg gemacht haben, aber auch was ihnen das Arbeiten nach wie vor schwer macht. Eine der größten Hürden ist weiterhin die digitale Ausstattung: 61 Prozent der befragten Lehrkräfte geben an, dass ihre Schule nicht gut oder sogar schlecht auf den Fernunterricht vorbereitet sei, dies waren im April mit 66 Prozent nicht viel mehr – die Ausstattung hat sich also nur geringfügig verbessert. 58 Prozent der Befragten vermissen zudem eine Versorgung der Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten, ähnlich viele fühlen sich nicht ausreichend über den Datenschutz informiert.

Die gute Nachricht: 78 Prozent der Schulen nutzen heute eine Lernplattform und kommunizieren darüber im Fernunterricht. Dabei gibt es allerdings zwischen den Schularten Unterschiede, wenn es für 98 Prozent der Gymnasien eine Lernplattform gibt, aber nur für 60 Prozent der Grund- und Förderschulen. Drei Viertel der Lehrkräfte haben sich gut auf das „distance learning“ eingestellt und sich in digitale Tools eingearbeitet. 62 Prozent der Befragten nutzen heute digitale Möglichkeiten zur Vermittlung und Aneignung neuer Lerninhalte, so auch zum Beispiel für eigene Erklärvideos. Vor Beginn der Pandemie im Frühjahr machten dies nur 36 Prozent. Gab es vor dem Lockdown so gut wie keinen Unterricht per Stream oder als Videokonferenz, ist es im Dezember 2020 ein Viertel. An gutem Willen und Einsatzbereitschaft liegt es also nicht! Die ganz schlechte Nachricht ist denn das Thema Internet, W-Lan, Breitband: Man kann sogar sagen, dass Hauptproblem beim Unterricht-Streaming inzwischen die Internetverbindung im Schulgebäude ist: Nur bei jeder dritten Schule (36 Prozent) ist sie ausreichend stark und stabil.

Auf der anderen Seite wurden an den meisten Schulen bislang nur wenige verbindliche Konzepte zu Vorgehensweisen im Fernunterricht erarbeitet. 40 Prozent von ihnen haben jedenfalls noch keine verbindliche Strategie, wie sie z. B. während des Fernunterrichts den Kontakt zu Schülerinnen und Schülern aufrechterhalten, 23 Prozent wissen nicht so recht, wie sie Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten unterstützen können. Vielleicht fehlt es ihnen aber auch schlicht an Zeit und Muße, ein Konzept auszuformulieren…

In der Presse wird oft geklagt, die Digitalisierung gehe so langsam – im Corona-Jahr ging es dann aber schnell: Fast 80 Prozent der Lehrkräfte – gegenüber 60 Prozent im April – sind jetzt der Meinung, dass an ihrer Schule seit März 2020 allerhand im Hinblick auf digitale Lernformate oder die digitale Kommunikation umgesetzt wurde, was ohne Schulschließungen vermutlich erst später oder gar nicht umgesetzt worden wäre. Knapp 70 Prozent der befragten Lehrkräfte haben selbst neue Methoden oder Ansätze im Unterricht erprobt und wollen diese auch in Zukunft weiter anwenden. Der Digitalisierungsschub sollte schließlich keine Eintagsfliege bleiben.

https://deutsches-schulportal.de/unterricht/lehrer-umfrage-deutsches-schulbarometer-spezial-corona-krise-folgebefragung/

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