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Diskussionsrunde zur Berufsorientierung auf der Didacta 2024

Auf der Didacta-Bildungsmesse 2024 in Köln war wieder genauso viel los wie vor Corona – erfreulich, denn die Didacta ist ein wichtiger Treffpunkt für Schulen wie für Anbieter! Der Übergang Schule – Beruf spielte nicht nur an Infoständen eine Rolle, sondern ausdrücklich auch in einer Diskussionsrunde, zu der SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland erstmalig eingeladen hatte.

„Wie geht’s nach der Schule weiter?“ fragen sich Jugendliche. „Wie gelingt unsere Nachwuchssicherung?“ fragen sich Arbeitgeber. SCHULEWIRTSCHAFT ist für den Übergang Schule-Beruf das passende Netzwerk, denn hier arbeiten Schulen und Betriebe partnerschaftlich in der Berufsorientierung zusammen. Dazu zählen Betriebserkundungen und Praktika, Kooperationen und Fortbildungen, Materialien und Wettbewerbe. „Gute Berufsorientierung – SCHULEWIRTSCHAFT als Problemlöser“ lautete denn auch der – mit guten Grund selbstbewusste – Titel des Panels.

Ein erfolgreiches Beispiel guter Kooperation ist die Häcker Automation GmbH im Wartburgkreis. Chef Gerrit Häcker persönlich steht für dieses Engagement seines Betriebs und wurde 2023 mit dem SCHULEWIRTSCHAFT-Preis ausgezeichnet. Zum einen werden Schulen unterstützt, Lehrplaninhalte der MINT-Fächer mit Experimenten und praktischen Anwendungen anschaulich und erlebbar zu machen. „Physik zum Anfassen“ schlägt aber auch die Brücke zu möglichen Berufsbildern, nicht nur im Betrieb selbst, auch darüber hinaus. Zum anderen ist das „Traumjobpraktikum“ besonders beliebt. Nach einem Rundgang am ersten Tag und einem Blick in die Entstehung eines Produkts am zweiten Tag können die junge Leute selbst entscheiden, in welchen Bereiche sie sich an den weiteren drei Tagen der Praktikumswoche praktisch erproben wollen. Junge Menschen wollen sich mit Unternehmern identifizieren können und abwechslungsreiche Tätigkeiten mit Perspektive haben, betonte Häcker: Zu welchem Berufsbild passe ich, was gibt Sinn? Im Praktikum sei deshalb ausdrücklich vorgesehen, dass Jugendliche die Mitarbeiter fragen: Warum machen Sie Ihren Job gerne?

Der Vorsitzende Schule des SW-Netzwerks Thomas Schenk unterstrich, dass Unternehmen, die nachhaltig und vertrauensvoll mit Schulen zusammenarbeiten, in der Regel denn auch keine Probleme mit der Nachwuchsgewinnung haben. So sei es bei sämtlichen Preisträgern des SW-Preises der Fall. Entscheidend für junge Menschen sei die Praxiserfahrung – am besten sollten sie viele verschiedene Bereiche hineinschnuppern.

Das bestätigten gerne Rosemarie Winklmann und Florian Spieß vom Beruflichen Schulzentrum Weiden in der Oberpfalz, Bayern. Als Europa-Berufsschule haben sie viele Jugendliche, die erst einmal deutsch lernen müssen, an der Schule. Die frühe Praxis in Unternehmen der Region motiviert die jungen Menschen extrem – und sie lernen vielleicht schon ihren zukünftigen Chef beim Praktikum kennen.

Ralf Neugschwender, neuer Vorsitzender des Verbands der Realschullehrkräfte (VDR), stellte die aktive Rolle der Realschulen heraus. Gerade sie seien wichtig für die duale Ausbildung, aber oft wenig sichtbar oder im öffentlichen Blick. Dabei bewürben sich Schülerinnen und -schüler von Realschulen oft fokussierter als vom Gymnasium – starke Realschule für starke Wirtschaft sei das Motto. Neugschwender hob insbesondere das Berufswahl-SIEGEL hervor – der Kriterienkatalog biete einen sehr guten Leitfaden, um die schulische Berufsorientierung systematisch aufzustellen.

didacta 2024
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