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Duale Ausbildungsberufe – je MINT, desto mehr Ansehen

Gelten die Ausbildungsberufe nichts mehr, zählt nur noch ein absolviertes Studium? Unter dem Stichwort „Akademisierung“ wird oft so argumentiert. Das trifft es allerdings gar nicht, wie erste Ergebnisse einer laufenden Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) mit der TU Braunschweig zeigen. Denn das Ansehen der dualen Ausbildungsberufe ist in Deutschland sehr ausdifferenziert!

Einige duale Ausbildungsberufe stehen im Ansehen ähnlich hoch wie Berufe, für die in der Regel ein Hochschulstudium erforderlich ist. Sie haben fast alle mit dem MINT-Bereich zu tun – mit Technik, Informatik, Elektronik, Mechatronik. Ein geringeres Ansehen haben dagegen genau solche Ausbildungsberufe, die zu hohen Anteile unbesetzt bleiben – es gibt also Zusammenhänge: Das Image von Berufen spielt offensichtlich eine einflussreiche Rolle bei der Berufsorientierung und Berufswahl junger Menschen.

Besonders renommiert sind – den Studienergebnissen zufolge – die Ausbildungsberufe Fachinformatiker/-in und Mechatroniker/-in, gefolgt von Industriekaufleuten, Kfz-Mechatroniker/-innen, Elektroniker/-innen, Maler/-innen und Lackierer/-innen sowie Kaufleuten im Groß- und Außenhandel. Weniger angesehen sind Ausbildungsberufe wie Fachkraft für Lagerlogistik, Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk oder Koch/Köchin, ganz am Schluss rangieren die Verkäufer/innen. Nur un- und angelernte Jobs haben noch weniger Ansehen. Für die Studie wurden 2018 rd. 9.000 in Deutschland lebende Personen ab 15 Jahre befragt.

Das BIBB wird in diesem Projekt weiter verfolgen, welche Faktoren überhaupt dazu führen, dass Berufe von der Gesellschaft höher oder weniger hoch angesehen werden – denn das Renommee eines Berufs darf bei der Berufswahl nicht unterschätzt werden. Dabei sind es nicht die Ausbildungsberufe an sich, die wenig gelten würden, sondern bestimmte Berufe, eben die mit Besetzungsproblemen, wie die Studie zeigt. Ob und wie zu diesem Image Einkommen, Arbeitsplatzbelastung und Arbeitsplatzsicherheit, Aufstiegschancen oder auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben beitragen, wäre in der Tat wichtig zu klären.

> Hier gehts zur Pressemitteilung des BIBB.

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