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Gedämpf­ter Opti­mis­mus der Jugend­lichen in Corona-Zeiten

Wie blicken junge Menschen in Corona-Zeiten in ihre Zukunft, und was heißt das für die Berufs- und Studienorientierung? Jugendliche zeigen sich heute gedämpft-optimistisch, sie sind ernster und besorgter geworden. Das zeigt die aktuelle SINUS-Studie  „Wie ticken Jugendliche?“ im Juli 2020. Hedonismus mit „fun and action“ nimmt ab, Jugendliche brauchen viel Zeit für sich selbst und zum „Chillen“. Die Meisten wünschen sich eine „bürgerliche Normalbiografie“, wollen in der Mitte der Gesellschaft ankommen, sie sehen Halt, Orientierung, Zugehörigkeit positiv.

Im Blick auf die Berufswahl haben für die Mehrzahl von ihnen Freude an der Arbeit, Selbstverwirklichung, ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag sowie ein positives Arbeitsumfeld hohe Priorität. Der spätere Beruf soll Spaß machen, aber auch gutes und sichere Lebensverhältnisse ermöglichen – das ist wichtiger als Status und Karriere. Nicht nur Weiterentwicklung und Sinnstiftung sind gefragt, sondern auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben mit Familie und Freundeskreis sehr wichtig.

Bildungsferne junge Leute haben durchaus existentielle Sorgen, für sie ist der Übergang ins Arbeitsleben auch angstbesetzt. Teilweise sorgen sich auch bildungsnahe Jugendliche, weil sie hohen Leistungsdruck erwarten und Misserfolge fürchten. Leistungs- und Konkurrenzängste sind unter Jugendlichen weit verbreitet.

In der Schule ist die Berufsorientierung für viele junge Menschen – noch – kein Thema ernsthafter Beschäftigung, zumal wenn der Abschluss noch weit weg ist. Viele sind aber auch unsicher, was ihre Stärken und Interessen angeht, und wissen nicht, was zu ihnen passt. Zudem macht es die Vielfalt an beruflichen Möglichkeiten nicht immer einfach. Junge Menschen, die traditionell-bürgerlich orientiert sind, machen sich am frühesten Gedanken über ihre Zukunft. Sie schauen eher nach etablierten Berufen und lassen sich beraten. Jugendliche aus prekären Lebenswelten machen sich dagegen wenig Gedanken, haben keine Lust dazu und auch keine Vorstellung. Die kleine postmateriell eingestellte Gruppe hat zwar konkrete Vorstellungen einer sinnstiftenden Tätigkeit, mit der sie sich und die Gesellschaft weiter entwickeln wollen – gerade deshalb wird die Berufswahl aber als schwierig gesehen.

Wie sehen die Jugendliche die Schule? Sie fühlen sich im Allgemeinen dann wohl, wenn sie gut eingebunden sind, gute Beziehungen zu den Lehrkräften haben und sich aktiv beteiligen können. Sie vermissen Möglichkeiten der Mitbestimmung – Schule wird als eine statische, nicht gestaltbare Eirichtung wahrgenommen.

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