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Gemeinsame Veranstaltung mit dem Philologenverband zur Berufsorientierung

Das erste Webinar von SCHULEWIRTSCHAFT und Berufswahl-SIEGEL mit dem Deutschen Philologenverband (DPhV) im September 2023 hatte so viel Interesse gefunden, dass nun im Februar eine Neuauflage folgte – die ebenfalls sehr viel Nachfrage fand. Schon von den Anmeldezahlen her ist die Aktualität des Themas Berufliche Orientierung am Gymnasium damit mehr als deutlich.

Das Webinar verstand sich als Service-Leistung für Gymnasien, zu deren Aufgaben die Berufliche Orientierung zählt, wie die DPhV-Vorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing unterstrich. Stefan Düll, Leiter des Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß bei Augsburg – und außerdem Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes – stellte den systematischen Aufbau der Berufsorientierung heraus. Entlang der Stufen Selbstfindung – Informationsbeschaffung – Entscheidung – Realisierung wird die Berufliche Orientierung curricular entwickelt.

Konzept am Justus-von-Liebig-Gymnasium

Michael Weh als Koordinator machte das Konzept des „Justus“ konkret. Er empfahl, das Konzept am Leitbild der Schule auszurichten – bei ihm das MINT-Profil –, um vorhandene Kooperationen nutzen und ausbauen zu können. Wichtig sei ebenso, ein Team zu etablieren, das die Berufliche Orientierung gemeinsam verantwortet. Neu ist an seiner Schule ein digitales Portfolio, das den klassischen Ordner abgelöst hat – nicht zuletzt, weil dieser von den Schülerinnen und Schülern nicht wirklich genutzt wurde. Wie bisherige Elemente der BO weiterentwickelt werden, ist zudem Dauerthema im Austausch mit den Kollegen.

Junge Menschen heute litten an „FOBO – Fear of better Options“, also der Angst mit der Entscheidung für einen Weg zugleich andere Optionen zu verlieren, die vielleicht doch noch besser seien… In der 9. Klasse sei die Frage „Wer bin ich“ leitend, dann folge die aktive Suche nach Praktika, die anschließend systematisch ausgewertet werden. Bislang habe noch niemals ein Schüler ein Praktikum bereut oder als Fail betrachtet. Ein „Tag des Handwerks“ ist in Bayern vorgeschrieben. Anstelle des Wandertags macht Jg. 11 einen Tag „Wege nach dem Abitur“ mit der Arbeitsagentur. Über ein Schuljahr besteht zudem eine Schülerfirma. Im 12.Jg. finden 5 Projekttage mit intensiver Vor- und Nachbereitung statt. Neu ist der BO-Tag mit Alumni der Schule, die den Abiturienten „live“ von ihren Erfahrungen berichten. Vorteil: In Bayern ist die Studien- und Berufsorientierung ein Schulfach.

Optionen mit dualem Charakter: Duales Studium oder 3 Abschlüsse in 3 Jahren

Prof. Dr. Arens-Fischer stellte die Charakteristik des dualen Studiums heraus: „Dual“ bezieht sich nicht auf die duale Ausbildung, sondern auf die zwei Lernorte Betrieb und Hochschule. Dabei gehe es nicht um eine Addition, sondern um eine Verzahnung von Theorie und Praxis. Die knappe Hälfte der dualen Studiengänge bezieht sich auf Ingenieurwissenschaften, fast ebenso viele auf die Bereiche Recht/Wirtschaft/Soziales.

Katharina Weinert zeigte die Chancen auf, die gezielte Programme des Einzelhandels für Abiturienten bieten: In 3 Jahren lassen sich in schneller Folge bis zu 3 Abschlüsse machen. Die Ausbildung ist verkürzt, Weiterbildung bereits enthalten. Für die Berufsberatung gibt es einen anschaulichen Erklärfilm und inzwischen auch Videos von TikTok-Influencern. Der Handel zeigt sich immer wieder als krisenfeste Branche mit 13% aller Ausbildungsstellen.

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