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Herbsttagung SCHULEWIRTSCHAFT – Praktika im Fokus

Am 9. /10. November 2023 trafen sich die Bundes- und Landesvertreter des SCHULEWIRTSCHAFT-Netzwerks im Tagungshaus Schloss Hasenwinkel. Dorthin hatte SCHULEWIRTSCHAFT Mecklenburg-Vorpommern freundlicherweise eingeladen.

Netzwerk-Berufswahlsiegel Herbsttagung 2023 SCHULEWIRTSCHAFT: Arbeiten an Pinnwaenden
Arbeiten an Pinnwänden
Netzwerk-Berufswahlsiegel Herbsttagung 2023 SCHULEWIRTSCHAFT: Arbeiten an Pinnwaenden
Netzwerk-Berufswahlsiegel Herbsttagung 2023 SCHULEWIRTSCHAFT: Arbeiten an Pinnwaenden
Netzwerk-Berufswahlsiegel Herbsttagung 2023 SCHULEWIRTSCHAFT: Diskussion im Plenum
Diskussion im Plenum
Netzwerk-Berufswahlsiegel Herbsttagung 2023 SCHULEWIRTSCHAFT: Bärbel Zender (IW Köln) und Beate Gathen (NRW) werden nach langer Tätigkeit von den Vorsitzenden Angela Papenburg und Thomas Schenk verabschiedet.
Bärbel Zender (IW Köln) und Beate Gathen (NRW) werden nach langer Tätigkeit von den Vorsitzenden Angela Papenburg und Thomas Schenk verabschiedet.

Gäste aus Armenien und Ukraine
Mecklenburg-Vorpommern hat seit der „Wende“ Kontakte nach Osteuropa, angesichts vergleichbarer Transformationserfahrungen: diese wurden weiter ausgebaut und reichen inzwischen bis nach Armenien. Es war spannend, von Oksana Buturlina aus der Ukraine und Marine Jamkochian aus Armenien zu erfahren, wie ähnlich viele Herausforderungen sind. Berufsorientierung ist auch in diesen Ländern angesagt, Unternehmen sehen, dass sie mit Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten sollten, um Nachwuchs zu sichern.

Update Schülerpraktika
Schülerpraktika sind Herzstück der SW-Arbeit. Sie gewinnen zurzeit weiter an Bedeutung, wird doch der Nachwuchsmangel immer drängender und kommen über 60% der Jugendlichen über Praktika in Ausbildung. Es muss SCHULEWIRTSCHAFT um Qualität gehen – sowohl bei Schulen als auch bei Unternehmen. Wichtig ist gutes Betreuen und Mitnehmen der Jugendlichen, die sonst abgeschreckt werden.

Lehrkräfte können in eigenen Praktika Erfahrungen im Betrieb machen und werben dann anders für die berufliche Bildung als vorher. Praktika sollten niedrigschwellig zugänglich sein. Schablonen kann es nicht geben, weil Praktika nach Bedarf angegangen und in Kooperation entwickelt werden. Hilfreich ist die Anerkennung als Fortbildung durch das Land.

Mädchen für MINT-Berufe begeistern
Edith Wolf, Nationales MINT-Forum, führte den weiblichen Anteil am MINT-Bereich vor Augen: In der MINT-Ausbildung beträgt dieser 11%, bei MINT-Absolventinnen 33%, MINT-Studienanfänger/innen 34% und MINT-Berufen 17%. Die Leistungen der Geschlechter sind zunächst ähnlich, aber Motivation und Selbstvertrauen unterschiedlich; negative Fremdeinschätzung kommt hinzu. Gefragt sind daher eine gendersensible Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte, klischeefreie Materialien, weibliche Vorbilder, spezifische Angebote und Wettbewerbe, die eher kooperativ als kompetitiv sind. Die neue Initiative #empowergirl MINTvernetzt will 1.000 MINT-Praktika für Mädchen mobilisieren. Die Betriebe bieten dazu nachweislich hochwertige Praktika auf einer Plattform ab Januar 2024 an.

Brauchen Mädchen andere Praktika als Jungen?
Die Frage, ob es eigener MINT-Praktika für Mädchen bedarf, wurde kontrovers diskutiert:
Frauen gelte es durch Ziele zu begeistern – für Klimaschutz, Gesundheit oder Soziales – statt auf Freude an Technik als solcher zu setzen. Wettbewerb schrecke Mädchen aber nicht unbedingt ab z.B. im Sportbereich. Berufsorientierung brauchten vor allem benachteiligte Jugendliche – also ist MINT eher für Mädchen mit sozial ungünstigen Startbedingungen gefragt. Zum Teil müssen auch Jungen erst mühsam für eine MINT-Ausbildung gewonnen werden – es sei ein generelles Thema. Für Mädchen stehen bereits MINT-Praktika offen, es mangele nicht an Plätzen; nur in ganz bestimmten Bereichen sind Praktika limitiert. Auch die Verbindung von MINT mit Kunst, Sport u.a. oder das Aufzeigen der Relevanz z.B. für den Klimawandel könne „ziehen“ – zumal das richtige „Label“ Mädchen gewinnen kann (Life Sciences, Bezug auf Umwelt).

Fazit:
Förderung nur für Mädchen? Auch für Mädchen!

Eine breite Förderung ist nötig, die in jedem Fall aber klischeefreie und gendersensible Angebote einschließt.

Darüber hinaus wäre eine langfristige MINT-Strategie der Politik in Bund und Ländern mit kontinuierlichem Arbeiten an diesem zentralen Thema wünschenswert.

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