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Jugendliche reden mit bei der Berufsorientierung: Fachtagung „Jugendliche ins Boot holen“

Die Auszubildenden Emelie und Katharina führen das Interview
Diskussionsrunde mit Jugendlichen

Wahnsinn – über 1.000 Teilnehmende gab es bei der gemeinsamen Online-Fachtagung von Bundesagentur für Arbeit (BA) und SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland am 10. April 2024. Das Interesse galt offenbar dem Thema „Jugendliche ins Boot holen“ – wie lassen sich junge Menschen für ihre Berufliche Orientierung begeistern, wenn doch für viele das Ende der Schulzeit und der Übergang in die Berufswelt noch ganz weit weg zu sein scheinen?

Dabei wurde nicht nur über, sondern mit den jungen Menschen geredet. Die Auszubildenden Emelie und Katharina führten gleich zu Beginn das Interview mit Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der BA und Schirmherr des Netzwerks Berufswahl-SIEGEL, und Christina Ramb, Mitglied der BDA-Hauptgeschäftsführung, für die Arbeitgeberseite – absolut souverän. Auch bei den Praxisbeispielen aus Schulen, Betrieben und Initiativen waren junge Leute mit dabei, zudem gab es eine eigene Diskussionsrunde nur mit Jugendlichen.

Christina Ramb und Daniel Terzenbach betonten, dass es für die Berufsorientierung das gemeinsame Engagement alle Akteure brauche, vor allem die verlässliche Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen. Der Praxisbezug ist wichtig und kann noch durchweg verbessert werden. Berufsorientierung sollte früh einsetzen und sich weiter aufbauen, die Berufsberatung sich zunehmend als Coach verstehen. 60% der Unternehmen habe ihre Azubis über Praktika gewonnen. Gerade heute sind Betriebe daher gefragt, sich mit einem hochwertigen Praktikum als attraktiver Arbeitgeber zu zeigen.

Auch wenn dies für kleinere Betriebe nicht einfach sein mag – das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT unterstützt dabei gerne.

SINUS-Studie: Was ist Jugendlichen wichtig?

Marc Calmbach ordnete das Thema in die Befunde der SINUS-Studie ein: Jugendliche blicken vorsichtig (zweck-)optimistisch in die Zukunft. Angesichts der Vielfalt an Optionen fragen sie sich vor allem, ob und wie ihre persönlichen Stärken zu den beruflich geforderten Skills passen und umgekehrt. Sicherheit, Betriebsklima und Perspektiven sind wichtig, weniger Fragen wie Home Office, Internationalität, Betriebsgröße. Jugendliche mit höherem Abschluss sind unsicher, was ihre Stärken und das Fitting angeht, Jugendliche in prekären Lagen wünschen vor allem materielle Sicherheit und Aufstiegschancen. Calmbach riet zu schauen, wo und wie sich Jugendliche treffen, was sie gerne gemeinsam machen, und sich davon für die Berufsorientierung inspirieren zu lassen. Wichtiger als alle Tools sei immer das persönliche Gespräch, am besten mit Peers und mit Praktikern.

Was erwarten Jugendliche selbst von Berufsorientierung und Praktika?

Bei Inputs und in den Diskussionen zeigten sich diese Punkte als entscheidend:

  • Jugendliche möchten im Praktikum individuell abgeholt werden. Eine verlässliche Ansprechperson ist wichtig, auch ein Gespräch im Vorfeld.
  • Vor allem der direkte Austausch mit Peers, also Azubis oder jungen Berufstätigen, ist absolut hilfreich.
  • Im Praktikum möchten sie sich auch wirklich praktisch erproben – lieber weniger Programm und hands-on als viele, aber abstrakte Infos.

Praxisbeispiele:

  • Schüler-Azubi-Projekt – Salier-Realschule Waiblingen  Schule mit Berufswahl-SIEGEL
  • Einbinden von Ehemaligen in die Berufsorientierung – Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß – Schule mit Berufswahl-SIEGEL
  • Mission Possible – Jugendberufsagentur und Joblinge Hannover
  • Mathe-Unterricht in Kooperation – STILL GmbH und Helmut-Schmidt-Gymnasium Hamburg
  • Jobs der Zukunft – Jugendliche im Dialog mit K – Helliwood media & education
  • Digitale Berufsorientierung – Entwicklungswerkstatt des Berufswahl-SIEGEL
  • Weiterentwicklung mit der Zielgruppe: Jugendliche begleiten Check-U –  Bundesagentur für Arbeit
    SIEGEL-Akademie
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