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Nachhaltigkeit in der Berufsorientierung

www.gruene-arbeitswelt.de

Nachhaltigkeit ist angesichts des Klimawandels von wachsender Bedeutung – was sich in der Wirtschaft und der Arbeitswelt niederschlägt, wird sich auch in der Berufsorientierung niederschlagen müssen. Damit setzte sich die Fachtagung „Berufsorientierung im Wandel – Bildung für nachhaltige Entwicklung im Berufswahlprozess verankern“ des Netzwerk Grüne Arbeitswelt am 30.11. in Frankfurt auseinander.

Um das Thema Nachhaltigkeit in die Berufsorientierung einzubringen, stellte Prof. Dr. Werner Kuhlmeier, Universität Hamburg, 10 „Goldene Regeln“ auf:

  1. Schülerinnen & Schüler nicht mit Megaproblemen und Krisenszenarien überfordern, sondern Verantwortung im eigenen Wirkungskreis zeigen (Selbstwirksamkeit motiviert)
  2. Spielräume der Curricula nutzen und im Sinne der Nachhaltigkeit füllen
  3. Stets mitlaufen lassen statt als Thema „on top“
  4. Berufliches Handeln hat Wirkung – alle Berufe haben Potenzial zu grünen Berufen
  5. Schülerinnen & Schüler unterstützen, Alternativen & Innovationen zu entdecken – z.B. die nachhaltigen Spitzenreiter einer Branche
  6. Widersprüche und Dilemmata nutzen als Entwicklungschance
  7. Wahrnehmen und Wissen verbinden mit Werten und Wirken
  8. Lebendiges Lernen mit kreativen und erfahrungsbasierten Methoden
  9. Motivierende Beispiele, Erfolgsgeschichten, positive Visionen
  10. Eigene Institution / Schule weiterentwickeln zu nachhaltigem Lernort (Vorbild!)

Die jungen Menschen auf der Tagung sahen eine Vielfalt von beruflichen Möglichkeiten vor sich, deren Nachhaltigkeit sie nicht klar erkennen können, und fragten nach systematischeren, auch neutralen, Informationsangeboten, nach mehr und längeren Praktika. Ihnen ist auch wichtig mitgestalten zu können. Es kam aber auch die Frage auf, ob Nachhaltigkeit nicht nur einen kleinen Teil der Jugend wirklich bewegt – so beklagt das Handwerk, dass seine Berufe zum Klimaschutz unabdingbar sind, aber zu wenig nachgefragt werden.

Krischan Ostenrath vom Netzwerk Grüne Arbeitswelt stellte in seinem Input heraus, dass Nachhaltigkeit in jedem Beruf gefragt sei und Nachhaltigkeit daher ein Querschnittsthema in der Berufsorientierung werden müsse. Für die Umsetzung der Klimaziele bis 2035 werden rd. 770.00 Fachkräfte gebraucht. Junge Menschen sehen allerdings keinen direkten Bezug des Themas Klimaschutz auf ihre Berufs- und Studienwahl – es fehlt die Übersetzung in ihre Lebenswelt. „Green Branding“ sehen sie kritisch, fragen nach neutralen Informationen jenseits der direkten „Rekrutierung“ und möchten auch über Zielkonflikte sprechen. Unternehmen müssen zeigen, wie junge Menschen bei ihnen etwas für Nachhaltigkeit bewirken können – aktivierende und partizipative Berufsorientierungsangebote seien gefragt.

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