„Zukunftstag“ mit praktischen Wirtschaftsfragen für Jugendliche

  • 19. Juli 2021
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Lorenzo Wienecke und Juri Galkin sahen sich von der Schule nur unzureichend auf die reale Welt vorbereitet. Wie mietet man eine Wohnung, wie läuft das mit Versicherungen und Finanzen, wann muss ich Steuern zahlen?

Die beiden Ex-Schüler aus Kassel, jetzt in Studium und Ausbildung, wurden selbst aktiv und haben 2019 eine Initiative ins Leben gerufen, um den nächsten Schülergenerationen mehr Infos mitzugeben. Mit der „Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung“ bieten sie nun für Schülerinnen und Schüler einen „Zukunftstag“ als „Crashkurs fürs Leben“, in dem eben diese praktischen Wirtschaftsfragen in Experten-Workshops mit den Jugendlichen geklärt werden. Schulen können einen solchen Zukunftstag buchen und ihren Schülerinnen und Schülern anbieten. Zielgruppe sind primär Schülerinnen und Schüler der Oberstufe.

Hinzu kommt als zweites Standbein die Reihe „Young Economist“. Erfolgreiche Vorstände aus Wirtschaft und Politik stellen sich dem Gespräch mit Jugendlichen. Sie schildern ihren eigenen Lebensweg und berichten aus dem Alltag eines Vorstands. Zuletzt waren der bekannte schwäbische Unternehmer Reinhold Würth und zuvor Birgit Bohle, Personalvorständin der Deutschen Telekom, zu Gast, zurzeit coronabedingt im digitalen Format. Die Bundesschülerkonferenz unterstützt die Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung.

Mehr unter www.iwjb.de

Berufsorientierung über social media immer wichtiger – neue Studie erschienen

  • 5. Juli 2021

Wie haben sich Jugendliche in der Corona-Pandemie über Berufe und Chancen informiert? Nicht erstaunlich hat vor allem die digitale Berufsorientierung stark zugelegt. Aber: Schülerinnen und Schüler finden es am allerbesten, wenn Unternehmen persönlich zu Besuch in die Schule kommen. Also ist ein Mix aus klassischen und digitalen Angeboten der Berufsorientierung wohl richtig als das „new normal“ nach Corona. Die KOFA-Studie 2/2021 hat die verschiedenen Wege der Berufsorientierung analysiert.

Digitale Berufsorientierung nutzt ein Viertel
Gerade zurzeit der Schulschließung waren zum einen die Eltern  die ersten Ansprechpartner für die Schülerinnen und Schüler bei der Berufsorientierung – man saß mit Homeschooling und Homeoffice gemeinsam daheim. Klassische Angebote mit außerschulischen Kontakten wie Berufsmessen, Betriebsbesichtigungen und vor allem Praktika konnten nicht stattfinden. Viele Unternehmen und andere Akteure hatten digitale Angebote aufgesetzt: digitale Unternehmenstalks, Online-Berufsberatungen, virtuelle Ausbildungsmessen und ähnliches. 28 % der befragten Jugendlichen haben denn auch eines oder mehrere digitale Angebote der Berufsorientierung genutzt. Am häufigsten waren dabei digitale Berufsberatungen, während nur 10 % eine digitale Berufsmesse erleben konnten; noch weniger verbreitet waren digitale Unternehmenstalks.

YouTube als Orientierungsplattform
Über ein Viertel der Jugendlichen nutzte Social-Media-Kanäle zur Berufsorientierung, allen voran die Plattformen Instagram und YouTube. Für die Schülerinnen und Schüler sind sie für viele Fragen, so nun auch für die Berufsorientierung, wichtige Informationsquellen. 83 % der jungen Leute, die auf YouTube nachschauten, fanden die Videoplattform besonders hilfreich; Instagram wurde von 60 Prozent als hilfreich bei der Berufsorientierung eingeschätzt.

Schülerinnen und Schüler wünschen sich Unternehmen in der Schule
Über 80 Prozent der jungen Leute hätten am liebsten die Berufsorientierung von Unternehmen – sicherlich, weil sie sich davon „echte“ Informationen aus erster Hand erhoffen, das direkte Feedback. Am häufigsten wünschen sich die Schülerinnen und Schüler Unterrichtsbesuche, bei denen Unternehmensvertreter zu ihnen  in die Schule kommen. Vier von zehn der befragten Jugendlichen hoffen auf Betriebspraktika, ein Drittel der Befragten fände Betriebsbesuche vor Ort interessant.

Was die Schülerinnen und Schüler nicht wirklich hilfreich finden, ist es, wenn Unternehmen die Informationen für Lehrkräfte und Eltern bereitstellen – sie wollen die Berufsinformationen direkt bekommen und nicht über „Umwege“!

Kaufmännische und MINT-Berufe sind beliebt
Laut der Studie sehen sich zurzeit nur 13 % vor einer beruflichen Ausbildung. Über 30 % orientieren sich eher Richtung Studium, ein Drittel machte keine Angabe, 10 % sind sich unsicher, ob eher Ausbildung oder Studium. Besonders offen für eine berufliche Ausbildung waren Jugendliche, die sich für kaufmännische Berufe interessierten. Häufig genannt waren eben die kaufmännischen Berufe wie Bürokaufleute oder ein BWL-Studium, aber auch MINT-Berufe wie Laborantin/ Laborant oder Ingenieursstudiengänge. Unverändert „typisch“ sehen sich junge Männer eher in den MINT-Berufen, junge Frauen eher in Gesundheits- und sozialen Berufen.

Fazit: Der Mix macht’s. Digitale Ausbildungsmessen, virtuelles Azubi-Speed-Dating, Online-Praktika oder Social Media sind wichtige digitale Wege, damit sich Jugendliche über Berufe informieren können. Dennoch bleiben echte und direkte Begegnungen für die ganz große Mehrheit der jungen Menschen besonders wichtig. Es ist sehr zu hoffen, dass die weitere Entwicklung dies wieder ermöglicht!

Mehr Informationen unter: www.kofa.de/service/news/detailseite/news/neue-digitale-wege-der-berufsorientierung.

Zahl der SIEGEL-Schulen weiter gestiegen auf 1646!

  • 28. Juni 2021

Mit Spannung wird jedes Jahr im Juni die Statistik erwartet – ist die Zahl der Schulen mit Berufswahl-SIEGEL gestiegen oder sind es weniger geworden?

Angesichts des „Corona-Jahrgangs“ war eigentlich zu befürchten, das Interesse der Schulen an einer Zertifizierung sei geringer, aber so war es offensichtlich nicht. Im Gegenteil sind es 2020 mehr Schulen als 2019, die das Berufswahl-SIEGEL an der Eingangstür hängen haben!

Bundesweit sind inzwischen also 1.646 weiterführende Schulen mit einem gültigen Berufswahl-SIEGEL ausgezeichnet. Blickt man auf die Schularten, so tragen es:

0
allgemeinbildende Schulen der Sekundarstufe I
0
allgemeinbildende Schulen mit Sekundarstufe II
0
Förderschulen
0
Berufsbildende Schulen mit Vollzeitbildungsgängen

Auch die bundesweite Zahl der SIEGEL-Freunde, sprich der meist ehrenamtlichen Jury-Mitglieder stieg an auf 1.593 Personen. Sie begleiten den SIEGEL-Qualitätsmanagementprozess. In unseren regionalen SIEGEL-Jurys engagieren sich allen voran Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen mit 25%, aus Kammern und Verbänden mit 18%, und rund 13% aus den Arbeitsagenturen; auch Lehrkräfte sind engagiert und bilden 16% der Juryteams, die Schulverwaltung stellt knapp 10%. Immerhin sind fast 8% der Jurymitglieder Eltern, selbst Schülerinnen und Schüler oder auch Auszubildende wirken mit.

Das Berufswahl-SIEGEL wird von 55 Trägerinstitutionen vor Ort koordiniert und kommt auf insgesamt 73 Förderer und Kooperationspartner. Dazu zählen Verbände, Kammern, Schulbehörden, Lehrerfortbildungsinstitute, Ministerien, kommunale Einrichtungen, Stiftungen und Forschungsinstitute, Gewerkschaften sowie Agenturen für Arbeit. Die verantwortlichen Ansprechpersonen stehen im regelmäßigen Austausch miteinander – so zuletzt bei der Bundestagung im Juni 2021, wo die Statistik mit Freude zur Kenntnis genommen wurde!

Was hat gemeinnütziges Engagement mit Berufsorientierung zu tun?

  • 21. Juni 2021

Das zeigt das bundesweite Programm „Berufene Helden“ der Stiftung Lernen durch Engagement in Kooperation mit der Deutsche Bahn Stiftung, bei dem Berufsorientierung nach Art des Lernens durch Engagement (LdE) gestaltet wird.

An Lehrpläne angebunden, planen und realisieren Schülerinnen und Schüler gemeinnützige Projekte mit vielfältigen Partnern vor Ort und verinnerlichen im Unterricht die Erlebnisse ihres Engagements. Dadurch erleben sie nicht nur, dass Schule, Arbeit und Gesellschaft zusammenhängen, sondern entdecken auch eigene Interessen, Stärken und die Potenziale ihrer Stadt oder Region.

Damit eignet sich „Berufene Helden“, um handlungsbasierte Berufsorientierung zum Teil des Unterrichts zu machen – und dabei zugleich eine partizipative Lernkultur zu schaffen, in der junge Menschen in realen Lernsituationen ihr Selbstbewusstsein stärken, Verantwortung übernehmen und konkrete Kompetenzen für ihre berufliche Zukunft ausbauen.

Bundesweit verbreitet wird LdE durch die Stiftung Lernen durch Engagement. Lokale Unterstützung finden interessierte Schulen bei LdE-Kompetenzzentren, die in ganz Deutschland individuelle fachliche Beratung, pädagogische Materialien sowie Austausch und Vernetzung anbieten.

„Wir sehen förmlich, wie die Jugendlichen ihre Kompetenzen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft nachhaltig mit Lernen durch Engagement festigen.“

(Lehrer, Albert-Schweitzer-Schule III, Schule mit Berufswahl-SIEGEL, Freiburg i.Br.).

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