„Go Textile!“ – Berufe in der Textilbranche

  • 8. August 2022

Textil – da assoziieren die meisten Mode und Bekleidung, vielleicht auch noch Haushaltswäsche. Das ist auch richtig, aber zu wenig: Tatsächlich spielen Textilien in unglaublich vielen anderen Bereichen eine ebenso große Rolle. Die Kampagne Go Textile! zeigt, wie vielfältig Textil ist.

Textilien und textile Verbundmaterialien begegnen überall im täglichen Leben – gerade dort, wo man sie nicht sofort vermutet. Sie werden in der Medizin für die Abwehr von Viren und Keimen verwendet, sie filtern Industrieabwässer oder machen aus Abgasen wieder saubere Luft. Vom Wohnen über das Bauen bis hin zum Fliegen sind textile Verbundstoffe der Werkstoff der Zukunft.

Und bei der Mode? Bei Bekleidung geht es inzwischen um nachhaltige Lösungen und eine durchdachte Kreislaufwirtschaft. Entsprechend vielseitig sind auch die beruflichen Perspektiven! Auf der Website der Kampagne Go Textile! stellt sich die breit aufgestellte Textilbranche vor und zeigt, welche Chancen sie für eine ebenso interessante wie zukunftssichere Ausbildung bietet. Übrigens: Auf dem Gebiet der technischen Textilien ist Deutschland in der Forschung und Entwicklung marktführend.

Wer Fragen hat, kann diese auch beim Netzwerktag Berufswahl-SIEGEL stellen: Am 27. September, ab 14 Uhr stellt sich Go textile! mit Azubis und Ausbildern vor.

Nationaler Bildungsbericht: Übergang Schule – Beruf instabil

  • 4. August 2022

Wohin gehen die Schulabgängerinnen und -abgänger nach dem Abschluss? Der nationale Bildungsbericht 2022 hat die Zahlen und Erhebungen zusammengestellt und leitet daraus Trends und Perspektiven ab. Rund ein Drittel beginnt unmittelbar nach dem Schulbesuch eine – duale oder schulische – Ausbildung oder ein Studium; etwa die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler geht diesen Schritt allerdings erst später.

Mit der NEPS-Studie („National Educational Panel Study“ – „Bildungsverläufe in Deutschland“), die seit 2010 durchgeführt wird, liegt inzwischen eine Längsschnittuntersuchung vor, die Auskunft über Bildungsverläufe bei jungen Menschen gibt. Begleitet wurden seit 2010 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe, die nicht auf ein Gymnasium und nicht auf eine Förderschule gingen. Sie wollten zu 67 % weiter die Schule besuchen, knapp 21 % hatten Interesse an einer betrieblichen Ausbildung, vor allem die Hauptschülerinnen und -schüler mit 27 % gegenüber Realschülerinnen und -schülern mit 22 %.

Der Blick auf die bisherigen Bildungsverläufe zeigt für die Neuntklässler/innen von 2010, dass sich insgesamt 8 Typen mit spezifischen Verlaufsmustern zwischen Schule, Ausbildung und Beruf zeigen:

  1. Instabiler Verlauf mit unterschiedlichen kurzen Phasen nach Verlassen der Schule mit sehr unterschiedlichen Zuständen (z. B. abgebrochene Ausbildungen, Erwerbslosigkeit, Berufsvorbereitungsmaßnahmen)
  2. Aufstieg im schulischen Bildungsverlauf (Schulabschluss wird nach Unterbrechung nachgeholt)
  3. Ausbildungsverlauf mit Zwischenepisoden zwischen Schule und Ausbildung (z. B. wegen FSJ, freiwilligem Wehrdienst)
  4. Ausbildungsverlauf ohne Zwischenepisoden mit einem direkten Übergang von der Schule in duale oder schulische Ausbildung
  5. Akademischer Verlauf mit Zwischenepisoden zwischen Schule und Studium (z. B. kurze Erwerbsphase, FSJ)
  6. Akademischer Verlauf ohne Zwischenepisoden
  7. (Fach-)Hochschulreife mit Ausbildungsverlauf (nach Hochschulreife erfolgt z. B. duale Ausbildung)
  8. (Fach-)Hochschulreife mit heterogenen weiteren Verläufen, bei denen die Hochschulreife erworben wird, sich zunächst aber keine weitere Bildungs- oder längere Erwerbsepisode anschließt.

Der Bildungsbericht spricht bewusst von „Episoden“, denn jenseits des akademischen oder Ausbildungsverlaufs ohne Zwischenetappen besteht inzwischen „ein nennenswerter Anteil nicht geradliniger Übergangsverläufe nach der Schulzeit“. Die Einmündung in den Beruf ist nicht vorhersehbar oder erwartbar, sondern instabil und zeitlich verschoben. Der Ausbildungsverlauf wie der akademische Verlauf mit Zwischenepisoden sind am häufigsten mit 50 %. Bei 3,6 % folgten auf die Hochschulreife heterogene weitere Verläufe, bei 16% eine Ausbildung, bei 26 % ein Studium „mit Zwischenepisoden“ – ein indirekter Übergang ins Studium ist somit fast zum Regelfall geworden.

Der Übergang von der Schule in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zieht sich hin – „Übergang“ scheint inzwischen eine längere Phase zu sein, in der noch viele Optionen offen sind. Der Trend zum längeren Schulverbleib hat sich durch Corona eindeutig verstärkt – ein Problem allerdings für die Betriebe, die zu wenig junge Menschen als Auszubildende für sich finden können.

> www.bildungsbericht.de/de/startseite

Persönliche Begegnungen sind unersetzbar bei der Berufswahl!

  • 14. Juli 2022

Informationen zur Berufswahl gibt es reichlich, sollte man meinen, aber Infos alleine machen es nicht – die Hälfte der Jugendlichen sieht sich mit dem Informationsangebot überfordert, sie finden sich in der Vielfalt der Informationen nicht wirklich zurecht, nur ein Viertel kommt seiner Meinung nach gut klar. Lediglich 37 Prozent fühlen sich ausreichend bei der Beruflichen Orientierung unterstützt. Dabei meinen 56 Prozent durchaus, dass sie über den angepeilten Beruf “sehr gut” oder zumindest “eher gut” Bescheid wissen. Dies sind die Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung bei bundesweit 1.666 Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren.

Grafik: Bertelsmann Stiftung

Die digitalen Angebote spielen eine geringere Rolle, als man bei den „digital natives“ meinen sollte – statt im Internet zu „googlen“ fragen fast 75 Prozent lieber ihre Eltern. Sie sind insgesamt die wichtigsten Unterstützer ihrer Kinder auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Für knapp die Hälfte der Jugendlichen sind aber natürlich auch die Gespräche mit Lehrkräften, Ausbildern und Berufsberaterinnen die zentralen Informationsquellen. Die Angebote der Bundesagentur für Arbeit – vor allem das Berufsinformationszentrum BIZ – kennen 65 Prozent der befragten jungen Leute, auch «planet-beruf.de» und andere Online-Portale sind ihnen ein Begriff.

Persönliche Begegnungen und Erlebnisse – das bieten allen voran Schülerbetriebspraktika. Die Ferien sollten deshalb von Schülerinnen und Schülern auch genutzt werden, um Praxiserfahrungen im Betrieb zu sammeln und mit Auszubildenden und Fach- und Führungskräften ins Gespräch zu kommen.

Die Studie bestätigt ebenso, wie wichtig Schulen mit Berufswahl-SIEGEL sind – denn sie leisten genau die Orientierungsarbeit, die offenbar oft noch fehlt. Berufliche Orientierung bietet einen roten Faden durch die Fülle an Angeboten und stärkt die Urteilskraft der Jugendlichen. Letztlich muss Berufliche Orientierung als Kompetenz verstanden werden, die es zu vermitteln gilt.

Berufswahl-SIEGEL in Thüringen feierlich verliehen – herzlichen Glückwunsch an 20 Schulen!

  • 4. Juli 2022

Zum 15. Mal wurde am 20 Juni 2022 in Erfurt die vorbildliche Berufliche Orientierung an Thüringer Schulen mit dem Berufswahl-SIEGEL ausgezeichnet.

Vielfältige praxisorientierte Angebote zur Beruflichen Orientierung zeichnen die SIEGEL- Schulen aus. Neben regelmäßigen Praxistagen bereichern u.a. Mitarbeitende aus Unternehmen die Unterrichtsinhalte. Auf diese Weise gelingt eine alltagsnahe Verknüpfung von Schule und Wirtschaft.

Basis für die Bewerbung ist zunächst das Online-Tool „Gute Berufsorientierung“, danach kommen Expertenteams vor Ort in die Schule und bewerten die Qualität der Beruflichen Orientierung. Die Jurymitglieder stammen aus Unternehmen, Kammern und Verbänden, den Agenturen für Arbeit, dem Thüringer Bildungsministerium, aus SCHULEWIRTSCHAFT und der Landeselternvertretung.

Deutlich wurde dabei, dass in den ausgezeichneten Schulen mit klaren Konzepten, nachhaltigen Aktivitäten und festen regionalen Partnern daran gearbeitet wird, dass die jungen Menschen

  • verschiedene Bildungswege kennen,
  • wissen, welche persönlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Neigungen sie besitzen,
  • ihre Berufs- und Studienwahl begründen können und
  • aktiv ihren individuellen Bewerbungsprozess gestalten sowie
  • eine Bewerbungsstrategie entwickeln und umsetzen können.

Ausgezeichnete Schulen:

Rezertifizierung:

  1. Staatliche Regelschule Berga
  2. Staatliche Regelschule Oppurg
  3. Gemeinschaftsschule Montessorischule, Jena
  4. Gemeinschaftsschule Herbsleben
  5. Staatliche Regelschule „Am Lindenberg“, Berlingerode
  6. Staatliche Regelschule Uder
  7. Staatliche Regelschule “Otto Ludwig“ Eisfeld
  8. Staatliches Förderzentrum Rothenbachschule Sömmerda
  9. Staatliches Gymnasium „Prof. Fritz Hofmann“ Kölleda
  10. Staatliche Regelschule “Johann Wolfgang Goethe“ Eisenach
  11. Staatliches Gymnasium „Philipp Melanchthon“ Gerstungen
  12. Staatliches Förderzentrum „Regenbogenschule“ Gotha
  13. Staatliches Förderzentrum „Paul Geheeb“ Bad Salzungen
  14. Staatliche Regelschule Waltershausen
  15. Evangelische Regelschule Gotha
  16. Staatliches Gymnasium „von Bülow“ Neudietendorf
  17. Staatliche Regelschule Neudietendorf
  18. Gemeinschaftsschule Gotha
  19. Staatliche Regelschule „Am Schloss Neideck“ Arnstadt

Erstzertifizierung:

  1. Staatliche Gemeinschaftsschule Gotha
  2. Staatliche Regelschule „G. E. Lessing“, Nordhausen