Berufswahl-SIEGEL in der Pandemie

  • 2. Juni 2020

Die Schulschließungen betreffen auch das Berufswahl-SIEGEL, denn im Rahmen der Zertifizierung sind Audits in den Schulen vor Ort konstitutiver Bestandteil des Verfahrens, aber zurzeit nicht wirklich durchführbar. Dazu haben wir eine kleine Umfrage unter den Trägerregionen gemacht.

So gehen Träger im Netzwerk mit den Schulschließungen um: Einige haben „Glück im Unglück“ und die Zertifizierungsrunde stand nicht an oder war gerade abgeschlossen. Die Regionen, die es mittendrin erwischt hat, verschieben die Audits in den Schulen in die nächste Runde 2021, auch die Verleihungsfeier, versteht sich. Einzelne überlegen zurzeit, ob und wie sie einen Schulbesuch virtuell durchführen können. Ein kleiner Teil will Schulbesuche in abgespeckter Form durchführen, eine Region hat aufgrund der schriftlichen Bewerbung entschieden. Parallel bietet man den Schulen online Informations- und Beratungsangebote.

In der Städteregion Aachen waren die Rezertifizierungen vor der Schulschließung gerade abgeschlossen. Die für Mai geplante Verleihung soll nach den Sommerferien stattfinden; die Überlegung ist, jede Schule einzeln zu besuchen und im kleinem Kreis die Plakette zu überreichen. Über ein mögliches Rahmenprogramm wird noch nachgedacht. Die Neu-Zertifizierung einer Schule musste aufgrund der Schließung unterbrochen werden.

Auch in Baden-Württemberg musste der laufende Zertifizierungsdurchgang ausgesetzt werden. Die vereinbarten 108 Audits werden auf den nächsten Durchgang 2020/2021 verschoben, finden also 2021 statt. Bis dahin wird den Schulen angeboten, sich informieren und individuell beraten zu lassen.

Im Bergischen Land wird das SIEGEL alle zwei Jahre ausgeschrieben. Die nächste Runde wird im September 2020 starten.

Auch in Berlin musste die Zertifizierungsrunde mittendrin unterbrochen bzw. ausgesetzt werden. Schulen, die schon das Audit durchlaufen haben, bekommen das SIEGEL, die anderen Schulen werden in der nächsten Runde mit auditiert werden.

In Brandenburg wird das Verfahren zum Berufswahl-SIEGEL im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführt, und zum „Glück“ fällt die Corona-Krise in das fast „siegelfreie“ Jahr. Mit den Herbstferien 2020 soll die neue Runde ausgeschrieben werden.

Bis auf zwei Schulen konnte der Auditprozess in Bremen zum Glück rechtzeitig abgeschlossen werden. In einer (langjährig SIEGEL-erfahrenen) Schule wurde für die Rezertifizierung anstelle des Audits „nur“ ein längeres Gespräch mit der Schulleitung und einigen Kolleg/innen durchgeführt. In einer zweiten Schule fand das Audit noch statt, nur das Abschluss- und Feedbackgespräch steht noch aus. Die Jury-Sitzung zu den (Re)Zertifizierungen fand letzte Woche in Hybrid-Form statt mit teilweiser Präsenz und Zuschaltungen. Anstelle einer Feierstunde wird die Senatorin pro Schule eine Videobotschaft einsprechen und den Schulen zusenden. Plakette und Urkunde werden den Schulen gebracht.

Der Donnersbergkreis, Rheinland-Pfalz hatte Glück im Unglück: Der letzte Schulbesuch der Zertifizierungsrunde fand am 10. März statt, also kurz vor Schulschließung. Nur die Verleihungsfeier steht noch aus.

In Düsseldorf bekamen die zertifizierten Schulen mangels Feier ein Überraschungspaket. Die nächsten Audits vor Ort sind für den Herbst geplant.

Hamburg überlegt, wie das Zertifizierungsverfahren mit einem veränderten Konzept umgesetzt werden kann – mit einem angepassten Audit vor Ort oder einer Videokonferenz. Die Verleihungsfeier wird noch nachgeholt.

Im Hochsauerlandkreis wurde die laufende SIEGEL-Runde ausgesetzt und auf Frühjahr 2021 verschoben. Schulen in der Rezertifizierung behalten das SIEGEL vorläufig.

In Köln stand die Re-Zertifizierung einer Förderschule an, die noch nicht durchgeführt werden konnte – man steht aber mit der Schule im regelmäßigen Austausch.

Im mittleren Ruhrgebiet mussten die Audits von Neubewerbungen auf den Herbst verschoben werden. Audits zur Rezertifizierung wurden per Videokonferenz durchgeführt, bezogen auf die Lehrkräfte und außerschulischen Partner; Lehrkräfte stellen eine Dokumentation zusammen, nur das Gespräch mit den Schüler/innen musste leider entfallen. „So hat es bislang sehr gut geklappt, wenn gleich die Schülerinnen und Schüler fehlen. Die Verleihungsfeier am 18. Juni entfällt, die SIEGEL-Schulen erhalten ihr Schild per Post. Auch der Jury-Workshop wurde verschoben auf Ende August, die SIEGEL-Akademie auf Anfang November.

In Mönchengladbach sprach sich die Jury schriftlich und telefonisch ab. Die Erst-Zertifizierungen sollen demnächst mit einem „abgespeckten“ Audit besucht werden, in Abstimmung mit den Schulen.

In Niedersachsen wurden im Landkreis Hildesheim die ausstehenden Audits bis nach den Sommerferien verschoben. Im Landkreis Diepholz plant man, das Siegelverfahren um ein Jahr zu verschieben. Stadt und Region Hannover überlegen, wie im Herbst mit Informationsveranstaltungen für Jurys und Schulen mit großer Teilnehmerzahl umgegangen wird. In Lüneburg wird für die restlichen Zertifizierungen bis zu den Sommerferien überlegt, diese als Video-Konferenzen durchzuführen oder zu verschieben. Verleihungsfeiern waren überwiegend erst für 2021 vorgesehen.

Im Oberbergischen Kreis, NRW, nimmt man die drei anstehenden Zertifizierungen komplett mit in den nächsten Durchgang 2021.

Ostwestfalen-Lippe, Ursprungsregion des Berufswahl-SIEGELs in NRW, wurde mittendrin „kalt erwischt“, als 4 von 8 Schulen gerade auditiert waren. Die restlichen Schulen wurden nur anhand der schriftlichen Bewerbung beurteilt. Die offizielle Verleihung wird 2021, gemeinsam mit den Schulen der nächsten Runde stattfinden, die SIEGEL-Plakette haben sie bereits erhalten.

Der Rhein-Erft-Kreis stellt den Bewerberschulen frei, ob sie noch die Runde zu Ende führen und sich besuchen lassen; die Preisverleihung ist für Herbst angedacht.

In der Region Rheinland konnte der Durchgang 2019/2020 nicht abgeschlossen werden, weil die Audits nicht stattfinden konnten. Verschiedene Modelle wurden stattdessen in den Regionen gefahren:

  • Verschiebung des Audits auf nach den Sommerferien
  • Verlängerung des SIEGELs bei Rezertifizierung um ein Jahr als Aufschub
  • Verschiebung des Audits in den nächsten SIEGEL-Prozess (sprich: Anfang 2021)
  • Sofern der nächste Durchgang ebenfalls nicht regulär möglich sein sollte: Audit als „Light-Version“ mit Videokonferenz mit Schulleitung und Koordinator/in ür die Studien- und Berufsorientierung

Über den Durchgang 2020/2021 wird Mitte September 2020 noch entschieden, auch um jetzt Ideen zu sammeln. In jedem Fall wird sich der Prozess aber nach hinten verschieben. Die Schulen werden in einem Schreiben informiert, dass es in jedem Fall einen irgendwie gestalteten SIEGEL-Prozess geben wird. Infoveranstaltungen für die Schulen werden ggf. in eine zentrale Videokonferenz umgewandelt.

Sachsen-Anhalt wurde mitten in der Auditphase erwischt: Von 12 geplanten konnten nur 3 Audits durchgeführt werden, Jurysitzung und Feier sind abgesagt. Die restlichen Audits sollen zwischen Juni und Oktober angeboten werden, allerdings startet im September 2020 schon die neue Ausschreibung.

Ebensowenig konnten im Saarland die für März bis Mai geplanten Audits stattfinden. Die eingereichten Bewerbungen behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Jurysitzung und SIEGEL-Feier wurden abgesagt – über das weitere Vorgehen wird nach den Sommerferien entschieden.

In Siegen sollten zwei Audits im Mai stattfinden. Den Schulen wurde angeboten, das Audit in das neue Schuljahr zu verschieben, was sie dankend angenommen haben.

In Thüringen steht seit 2017 das Online-Tool „Gute Berufsorientierung“ zur Verfügung – darüber ist man jetzt doppelt froh. Die Situation wird genutzt, um Angebote für Schulen zum SIEGEL weiter digital aufzustellen z. B. mit Webinaren für Schulen wie für die SIEGEL-Experten. Für die Audits an den Schulen prüft man die Möglichkeit von Video-Konferenzen, auch eine Verlängerung der Ausschreibungsphase ist denkbar.

Maskottchen Siegmund als Blickfang

  • 28. Mai 2020

Wenn Stefanie Özmen sich in Ostwestfalen-Lippe auf den Weg macht, um Schulen zu beraten, sich mit Jurymitgliedern zu besprechen oder Kooperationspartner zu gewinnen, dann ist das SIEGEL-Maskottchen immer dabei. Denn die Projektkoordinatorin ist seit November 2018 mit dem SIEGEL-Auto der Peter Gläsel Stiftung unterwegs, auf dessen Türen SIEGEL-Maskottchen Siegmund verschmitzt lächelnd für viel Aufmerksamkeit sorgt. Bisher hat Stefanie Özmen 12.064 Kilometer auf den Straßen ihrer Region zurückgelegt und dabei festgestellt, dass ihr SIEGEL-Mobil ein echter Hingucker ist: „Unser Maskottchen fällt auf! Siegmund macht neugierig und weckt das Interesse am Berufswahl-SIEGEL. Und er signalisiert: Hier kommt das SIEGEL!“ Häufig wird sie deshalb von Schülern und Schülerinnen wie von Lehrkräften auf das SIEGEL-Mobil angesprochen, das sie gerne in Sichtweite von Schulen parkt: “Das ist für mich die Chance, das SIEGEL-Konzept zu erläutern und die Bedeutung der Zertifizierung herauszustellen.“

Das SIEGEL-Mobil als Anlass für SIEGEL-Informationsgespräche – Siegmund machts möglich!

Handlungs­empfehlung zur Kooperation von Schule und Betrieb

  • 19. Mai 2020
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Wie können Schulen und Unternehmen gut  zusammenarbeiten? Das zeigt die neue Handlungsempfehlung zu „Schulkooperationen“ von SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland und KOFA!

Korrekter Titel: „Wirtschaft und Schule – Schulkooperationen gestalten“.
Auch wenn Adressat in erster Linie die Unternehmen sind, und hier vor allem kleine und mittlere Betriebe, ist die Publikation auch für Schulen extrem hilfreich. Checklisten und Praxisbeispiele unterstützen Unternehmens- und Schulverantwortliche, eine Kooperation auf- und auszubauen. Für die Zertifizierung mit dem Berufswahl-SIEGEL ist eine nachhaltige Kooperation der Schule mit Betrieben das A und O!

> mehr Infos auf KOFA.de

SCHULE­WIRTSCHAFT-Preis 2020 ausgeschrie­ben!

  • 5. Mai 2020

Unternehmen sind für Schülerinnen und Schüler wichtige Partner für ihre berufliche Zukunft. Schulen ermöglichen Jugendlichen Hand in Hand mit Unternehmen Einblicke in die Arbeitswelt und unterstützen sie bei ihrer Berufswahl. Gute Lehr- und Lernmedien, die wirtschaftliche Zusammenhänge sachkundig und interessant vermitteln, unterstützen die Jugendlichen und Lehrkräfte zusätzlich. Ab sofort können sich Unternehmen, Schulen und Verlage für den SCHULEWIRTSCHAFT-Preis 2020 „Das hat Potenzial!“ bewerben.

Eine Bewerbung ist in folgenden Kategorien möglich:

Kategorie:
„SCHULEWIRTSCHAFT-Digitale Bildung“
Ausgezeichnet werden Schulen und Unternehmen, die durch ihre Zusammenarbeit die digitale Bildung von Jugendlichen fördern.

Kategorien:
„SCHULEWIRTSCHAFT-Unternehmen“
&
„SCHULEWIRTSCHAFT-Starter“

Unternehmen, die sich in vorbildlicher Weise für die beruflichen Perspektiven junger Menschen einsetzen, können sich in diesen Kategorien bewerben – unabhängig davon, ob sie schon im SCHULEWIRTSCHAFT-Netzwerk aktiv sind oder nicht.

Kategorie:
„Lehr- und Lernmedien zur ökonomischen Bildung“
Vorbildliche Lehr- und Lernmedien werden ausgezeichnet, die das Interesse Jugendlicher für ökonomische Zusammenhänge wecken. Die eingereichten Produkte können klassische Schulbücher, aber auch digitale Lernformate sein.

Die Bewerbung erfolgt über die neue Website >www.schulewirtschaft-preis.de.

Schluss ist am 31. August 2020. Die feierliche Preisverleihung findet Anfang Dezember 2020 statt.

Foto: Der Parlamentarische Staatssekretär Christian Hirte (1. Reihe, 4.v.l.) und die SCHULEWIRTSCHAFT-Preisträger 2019