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Was sind eigentlich Future Skills? Austausch in der Digital Insights Lounge

Future Skills – alle reden davon, aber was ist genau gemeint? Geht es um digitales Know-how oder steckt mehr dahinter? Um diese Fragen drehte sich die Digital Insights Lounge am 5. Juni. Denn Schule und Berufsberatung wollen wissen, wie sie die jungen Menschen auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereiten.

Welche Skills brauchen wir morgen?

Charlotte Weimar aus dem Recruiting von SAP stellte die grundsätzlichen Trends dar. Über alle Branchen hinweg werden auf jeden Fall digitale Skills immer wichtiger („skills shift“), aber auch klassische Schlüsselkompetenzen Kreativität und Problemlösefähigkeit sind absolut gefragt – gerade diese spielen im dualen Studium bei SAP eine große Rolle. Wichtig sind insbesondere die Fähigkeiten, die keine künstliche Intelligenz leisten kann, sprich soziale und emotionale Kompetenzen. Im Blick auf KI könnten sich neue Berufe ergeben wie KI-Pädagoge, Data Waste Recycler oder Ethical Hacker.

Kommunikations- und Methodenkompetenzen sind gefragt

Für Siemens erklärte Elena Benner, gibt es zwei Prioritäten in der Ausbildung: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Zur Nachhaltigkeit trage ein „green mindset“ bei und Themen wie Kreislaufwirtschaft, Recycling usw. Beim Thema Digitalisierung fange man am besten mit geringem Aufwand an, und zwar mit Low Coding, das geht auch an Schulen und mit schlichter Technik. Lena Lewandowski, die bei Siemens ihr duales Studium absolviert hat, ließ alle Teilnehmenden einen virtuellen Blick in die Werkstatt werfen, in der als Projektarbeit Handyhüllen mit digitalem Zwilling konstruiert werden.

KI wurde einfach mal ausprobiert

Ganz konkret wurde das Thema mit Jutta Schneider, Helliwood für Microsoft. Als Lehrkraft oder als Berufsberaterin „haben Sie bereits jede Menge Zukunftskompetenzen“, unterstrich sie. Zentral sei jetzt und in Zukunft die Kommunikationsfähigkeit, nun auch im Blick auf die Maschine und KI. Und Methodenkompetenz sei gefragt, um damit umgehen und unterscheiden zu können. An beispielhaften Seiten konnten die Teilnehmenden direkt KI ausprobieren:

In den Breakout-Rooms tauschte man sich über die eigenen Erfahrungen aus – und stellte fest, dass bei der Kommunikationsfähigkeit junger Menschen und anderer Skills noch viel zu tun ist.

Alle Infos zu Digital Insights. Lounge  gibt’s hier:

Neue Website für Unternehmen zu Praktika

Praktika sind nachweislich eines der wirksamsten Instrumente zur Beruflichen Orientierung.

Für Jugend­liche sind sie die Gelegen­heit, Berufe und Unternehmen live zu erkunden, sich auszu­testen und erste Kontakte in die Arbeits­welt zu knüpfen.

Für Unter­nehmen bieten sie die Chance, potenzielle Nachwuchs­kräfte an sich zu binden und sich als attraktiver Arbeitgeber zu zeigen.

Betriebe sehen, dass sie Nachwuchs brauchen und dafür aktiv werden müssen – sogar aktiver als bisher, denn es gehen weit weniger junge Menschen von der Schule ab und stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Betriebe wissen aber nicht immer, was es für Praktikumsformate gibt, was sie beachten müssen und wie die rechtlichen Rahmenbedingungen sind. Welche Praktikumsformate für Unternehmen in Frage kommen, zeigt nun die neue Übersicht von SCHULEWIRTSCHAFT, Bundesagentur für Arbeit (BA) und Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA):

Alle Infos zu den Praktikumsformaten

Neben dem Schülerbetriebspraktikum gibt es frei­willige oder geförderte Praktika nach Verlassen der Schule, Einstiegs­qualifi­zierungen, digitale Praktika oder auch Unter­nehmens­praktika für Lehrkräfte. Je nach Art des Praktikums sind unter­schiedliche Aspekte zu beachten und gelten unterschied­liche Regelungen. Betriebe haben mit der neuen Website erste Infos zu den unterschiedlichen Praktikumsformaten auf einen Blick und können sich orientieren. Sie sollten die Möglich­keit nutzen, jungen Menschen Einblicke in die Berufs­bilder und Strukturen in ihrem Unter­nehmen zu geben und so über Ausbildungs­möglich­keiten und Entwick­lungs­perspek­tiven zu infor­mieren – und schließlich auch Nachwuchs fürs eigene Unternehmen zu gewinnen.

Tipps und Tricks zur Durch­führung von Schüler­betriebs­praktika gibt es auch in den Checklisten Schülerbetriebspraktikum von SCHULEWIRTSCHAFT.

KI – von der großen Unbekannten zum Sparringspartner

Die erste Digital Insights Lounge 2024 fand großes Interesse mit rund 180 Lehrkräften und Berufsberaterinnen. Mit „Künstliche Intelligenz in der Berufsorientierung“ war ein Nerv getroffen, das bestätigten die Teilnehmenden in den Gesprächsrunden. KI ist noch die große Unbekannte – aber ist es nur ein vorübergehender Hype oder ein Strukturwandel, ist es die nächste Hürde oder eine neue gute Option?

Berufsbilder im Wandel

Elena Benner zeigte für SIEMENS, dass berufliche Kompetenzen durch KI nicht ersetzt, aber ergänzt werden. Gesucht sind jetzt keineswegs etwa nur noch Informatiker, sondern z.B. Elektro-Ingenieure mit KI-Kompetenzen. KI bedeute vor allem eine Arbeitsverbesserung: Angefangen bei Mails und Texten über Recherchen und Programmiersprachen zeige sich KI als Sparringspartner. Für die Fortbildung der Beschäftigten gibt es die SiTecSkills Academy, und SiTecSkills@schools macht KI für die Berufsorientierung erlebbar.

Bewerbung simulieren

Für Microsoft stellte Jutta Schneider, Helliwood media & education, den Innovationsschub für die Berufsorientierung durch die KI vor. So kann ein Jugendlicher mit der KI z.B. ein Bewerbungsgespräch simulieren. Prompten werde bald so selbstverständlich sein wie Googeln und Mailen. Wichtig: Die KI braucht so viel Kontext wie möglich, Fragen müssen präzise sein. Vorteil: Der künstliche Gesprächspartner ist nie müde, sondern stets wertschätzend. KI bietet zudem alle Sprachen, auch einfache Sprache ist möglich. Sensible Daten sollten ebenso wenig in die KI gegeben wie alle Antworten für wahr gehalten werden.

Märchen neu erzählen

Für SAP stellte Research Expert Jens Mönig dar, wie KI „unter dem Deckel“ funktioniert – ein bisschen wie bei der „Sendung mit der Maus“. Um die Technik nachvollziehen zu können, bildeten Märchen der Brüder Grimm den sprachlichen Bausatz, der mit Hilfe der Programmiersprache SNAP strukturiert und neu zusammen gesetzt wurde. Die generative KI erzählt wie eine Person, dabei sind auch dies wieder – Märchen. Alle solchen Modelle arbeiten letztlich mit Reihenfolgen und sind daher auch auf alles anwendbar, was Reihenfolgen entspricht.

In den Breakout-Rooms wurden Fragen aus dem Praxisalltag diskutiert – vom Datenschutz über Tools bis zu KI-Klischees. Jugendliche nutzen die KI zu oft als fertiges Produkt statt als Hilfestellung, die das eigene Arbeiten nur unterstützt. Gerade deshalb gilt es das Thema KI offensiv in die Berufsorientierung einzubauen. Alle waren sich einig: Veranstaltungen wie diese werden dringend gebraucht!

Für Schulen ist die Future Skills Box mit SCHULEWIRTSCHAFT und Berufswahl-SIEGEL eine Unterstützung.

Die nächste Digital Insights Lounge ist am 5. Juni, 16.30–18.00 Uhr!

Jugendliche reden mit bei der Berufsorientierung: Fachtagung „Jugendliche ins Boot holen“

Die Auszubildenden Emelie und Katharina führen das Interview
Diskussionsrunde mit Jugendlichen

Wahnsinn – über 1.000 Teilnehmende gab es bei der gemeinsamen Online-Fachtagung von Bundesagentur für Arbeit (BA) und SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland am 10. April 2024. Das Interesse galt offenbar dem Thema „Jugendliche ins Boot holen“ – wie lassen sich junge Menschen für ihre Berufliche Orientierung begeistern, wenn doch für viele das Ende der Schulzeit und der Übergang in die Berufswelt noch ganz weit weg zu sein scheinen?

Dabei wurde nicht nur über, sondern mit den jungen Menschen geredet. Die Auszubildenden Emelie und Katharina führten gleich zu Beginn das Interview mit Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der BA und Schirmherr des Netzwerks Berufswahl-SIEGEL, und Christina Ramb, Mitglied der BDA-Hauptgeschäftsführung, für die Arbeitgeberseite – absolut souverän. Auch bei den Praxisbeispielen aus Schulen, Betrieben und Initiativen waren junge Leute mit dabei, zudem gab es eine eigene Diskussionsrunde nur mit Jugendlichen.

Christina Ramb und Daniel Terzenbach betonten, dass es für die Berufsorientierung das gemeinsame Engagement alle Akteure brauche, vor allem die verlässliche Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen. Der Praxisbezug ist wichtig und kann noch durchweg verbessert werden. Berufsorientierung sollte früh einsetzen und sich weiter aufbauen, die Berufsberatung sich zunehmend als Coach verstehen. 60% der Unternehmen habe ihre Azubis über Praktika gewonnen. Gerade heute sind Betriebe daher gefragt, sich mit einem hochwertigen Praktikum als attraktiver Arbeitgeber zu zeigen.

Auch wenn dies für kleinere Betriebe nicht einfach sein mag – das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT unterstützt dabei gerne.

SINUS-Studie: Was ist Jugendlichen wichtig?

Marc Calmbach ordnete das Thema in die Befunde der SINUS-Studie ein: Jugendliche blicken vorsichtig (zweck-)optimistisch in die Zukunft. Angesichts der Vielfalt an Optionen fragen sie sich vor allem, ob und wie ihre persönlichen Stärken zu den beruflich geforderten Skills passen und umgekehrt. Sicherheit, Betriebsklima und Perspektiven sind wichtig, weniger Fragen wie Home Office, Internationalität, Betriebsgröße. Jugendliche mit höherem Abschluss sind unsicher, was ihre Stärken und das Fitting angeht, Jugendliche in prekären Lagen wünschen vor allem materielle Sicherheit und Aufstiegschancen. Calmbach riet zu schauen, wo und wie sich Jugendliche treffen, was sie gerne gemeinsam machen, und sich davon für die Berufsorientierung inspirieren zu lassen. Wichtiger als alle Tools sei immer das persönliche Gespräch, am besten mit Peers und mit Praktikern.

Was erwarten Jugendliche selbst von Berufsorientierung und Praktika?

Bei Inputs und in den Diskussionen zeigten sich diese Punkte als entscheidend:

  • Jugendliche möchten im Praktikum individuell abgeholt werden. Eine verlässliche Ansprechperson ist wichtig, auch ein Gespräch im Vorfeld.
  • Vor allem der direkte Austausch mit Peers, also Azubis oder jungen Berufstätigen, ist absolut hilfreich.
  • Im Praktikum möchten sie sich auch wirklich praktisch erproben – lieber weniger Programm und hands-on als viele, aber abstrakte Infos.

Praxisbeispiele:

  • Schüler-Azubi-Projekt – Salier-Realschule Waiblingen  Schule mit Berufswahl-SIEGEL
  • Einbinden von Ehemaligen in die Berufsorientierung – Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß – Schule mit Berufswahl-SIEGEL
  • Mission Possible – Jugendberufsagentur und Joblinge Hannover
  • Mathe-Unterricht in Kooperation – STILL GmbH und Helmut-Schmidt-Gymnasium Hamburg
  • Jobs der Zukunft – Jugendliche im Dialog mit K – Helliwood media & education
  • Digitale Berufsorientierung – Entwicklungswerkstatt des Berufswahl-SIEGEL
  • Weiterentwicklung mit der Zielgruppe: Jugendliche begleiten Check-U –  Bundesagentur für Arbeit
    SIEGEL-Akademie
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