Zentralabitur – Sommerloch oder Dauerbrenner?

  • 22. Juli 2019
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Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann forderte kürzlich ein „Zentralabitur“ – und seither melden sich täglich neue Stimmen zu diesem Thema zu Wort. Eisenmann, bekannt als leidenschaftliche Verfechterin des Föderalismus, fordert genau genommen ein bundesweites Abitur mit gemeinsamen Prüfungsaufgaben, auf das sich alle Länder in der Kultusministerkonferenz einigen (sollen). Dazu passt es, dass die Länder in der KMK zurzeit dabei sind, einen Staatsvertrag untereinander auszuhandeln, in dem es eben auch um die weitere Handhabung des Abiturs geht. Eisenmann will offenbar Druck erzeugen, dass es vorangeht …

Ein solches bundesweites Abitur mit einheitlichen Prüfungsaufgaben ist aber nicht ein Zentralabitur aus „Berlin“ oder vom „Bund“, wie es die CSU strikt zurückweist. Das ist nicht gemeint. Die zentralen Aufgaben und Vorgaben kämen aus der Kultusministerkonferenz, sprich aus dem Zusammenschluss der Länder. Der Bund, Bundesregierung, Bundesbildungsministerium haben gar keine Expertise in diesem Thema, es gibt keine Stabsstelle, Einrichtung, Behörde mit dem notwendigen Know-how. Auch der geplante „Nationale Bildungsrat“ wäre weder in der Lage noch gedacht. Befürchtungen aus Bayern schießen daher ebenso am Ziel von Ministerin Eisenmann vorbei wie Forderungen von Bundespolitikern nach einer Grundgesetzänderung.

Richtig ist allerdings, dass das Abitur vergleichbarer werden muss. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, wenn eine 1 in Baden-Württemberg wesentlich schwieriger zu erreichen als in Bremen, aber zulassungsbeschränkte Studiengänge auf Basis der Abiturnote – bis aufs Komma – über die Aufnahme entscheiden. Es ist auch eine Frage der Qualität – das Abitur beinhaltet in leistungsschwächeren Ländern einen geringeren Leistungsstand als in den stärkeren Ländern.

Andererseits hat die KMK die jetzt geforderten Bildungsstandards für das Abiturbereits 2012 beschlossen. Sie werden seit 2017 mit einem Aufgabenpool unterlegt. Die Länder können für ihre Abiturprüfungen aus dem Pool Prüfungsaufgaben nehmen, müssen es aber nicht – daher wird der Pool als unverbindlich kritisiert. Immerhin haben am 3. Mai 2019 alle Länder – außer Rheinland-Pfalz – die Abiturprüfung in Mathematik geschrieben. Ziel der KMK ist es, dass ab 2020 die Hälfte der Aufgaben aus dem gemeinsamen Pool genommen werden MUSS.

In der Debatte werden leider einige Dinge vergessen: Die Abiturprüfung macht nur ein Drittel der Abiturnote aus (1 Drittel Grundkurse – 1 Drittel Leistungskurse aus der gymnasialen Oberstufe). Je nach Land sind 4 oder 5 Fächer vorgesehen. Auch die Rahmenbedingungen sind unterschiedlich (Taschenrechner, Wörterbücher). Außerdem muss man sich auch einmal auf die Maßstäbe für die Benotung einigen. Liegen überall dieselben Kriterien zugrunde, dieselben Anteile an der Gesamtnote? Leistungsschwache Länder müssen die Unterrichtsqualität von Anfang an angehen und verbessern – nicht erst bei der Abschlussprüfung.

Für den Übergang von der Schule in den Beruf – sei es über Ausbildung oder Studium – sind aussagekräftige Abschlusszeugnisse auf hohem Niveau notwendig. Das muss auch für das Abitur gelten, und zwar bundesweit. In Deutschland braucht es eine bessere Sicherung von Qualität, Vergleichbarkeit und Mobilität. Im Interesse der Kinder, Eltern und Lehrkräfte – und auch der Betriebe.

Schon angemeldet? Am 24. September ist Netzwerktag Berufswahl-SIEGEL in Berlin.

  • 16. Juli 2019
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Partner, Träger, Jurymitglieder und natürlich Schulen können am 5. bundesweiten Netzwerktag Berufswahl-SIEGEL teilnehmen, der am Dienstag, 24. September 2019 von 11.00 bis 16.15 Uhr im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin stattfinden wird. Das Thema ist hoch aktuell mit „SIEGEL-Schulen im digitalen Zeitalter“.

Nach einem einführenden Vortrag von Professorin Julia Knopf, Universität Saarbrücken, zur „Schule im digitalen Zeitalter“, erörtert eine Diskussionsrunde die Frage nach den digitalen Kompetenzen der Wirtschaft 4.0 und der Schule 4.0. Mit von der Partie sind Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, Staatssekretär Dr. Manuel Lösel für die Kultusministerkonferenz, Johannes Pfeiffer für den SIEGEL-Förderer Bundesagentur für Arbeit und Micha Pallesche, Leiter einer bereits erfolgreich digital arbeitenden SIEGEL-Schule in Karlsruhe.

Die teilnehmenden Schulen, die von den Ländern nach Berlin entsandt werden und mit dem Thema Digitale Bildung und Berufliche Orientierung zu tun haben, werden anschließend als SIEGEL-Botschafterschulen ausgezeichnet.

Weil sich viele Schulen erst auf den Weg gemacht haben – und die wenigsten überhaupt schon angemessen ausgestattet sind – , gibt es diesmal keine Präsentationen fertiger und bewährter Konzepte, sondern Workshops. Am Nachmittag zeigen die Ernst-Reuter-Schule aus Karlsruhe und der Leonardo da Vinci Campus aus dem brandenburgischen Nauen, wie sie mit der Nutzung digitaler Medien gestartet sind. Aus Bayern präsentiert sich die StartApp. Außerdem werden die HPI-Schul-Cloud und Serious Games vorgestellt. Welche Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt gefragt sind, führt SIEMENS vor Augen, ebenfalls ein Förderer des Berufswahl-SIEGELs. Parallel finden Workshops „Code Your Life“ für die mitgekommenen Schülerinnen und Schüler statt.

Melden Sie sich gerne online an bis 13. September unter
www.netzwerk-berufswahlsiegel.de/netzwerktag/.

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Berufswahl-SIEGEL-News-4.Netzwerktag-Stand
Berufswahl-SIEGEL-News-4.Netzwerktag-Urkunde-Ausschnitt

Berufswahl-SIEGEL geht an 24 Schulen in der Region Stuttgart

  • 12. Juli 2019
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Für ihr besonderes Engagement bei der Berufs- und Studienorientierung erhalten 24 Schulen aus der Region Stuttgart das Berufswahl-SIEGEL BoriS.

Bei einer Feierstunde am 9. Juli 2019 im Stuttgarter IHK-Haus bekamen sie die begehrte Plakette nach erfolgreicher Erst- oder Rezertifizierung. Eine unabhängige Jury aus Unternehmen, Schulen und Wirtschaftsorganisationen hatte die Konzepte der Schulen und deren Umsetzung anhand eines einheitlichen Kriterienkatalogs bewertet.

In der Region Stuttgart wird das Berufswahl-SIEGEL in diesem Jahr an 13 Schulen erstmalig verliehen, elf Schulen haben die Rezertifizierung bestanden. Dabei reicht das Spektrum von Schülerfirmen über schulisch organisierte Berufs-Infotage bis hin zu intensiven Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Betrieben vor Ort.

Das Berufswahl-SIEGEL ist drei Jahre gültig. Danach kann sich die jeweilige Schule rezertifizieren lassen. Träger des SIEGELs, das mit dem Namen BoriS abgekürzt wird, sind der Baden-Württembergische Handwerkstag, der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag und die Arbeitgeber Baden-Württemberg (Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände).

www.boris-bw.de

Erstzertifizierungen:

  • Friedrich-Schiller-Gymnasium, Ludwigsburg
  • Gemeinschaftsschule Sulzbach an der Murr, Sulzbach
  • Gymnasium Neckartenzlingen, Neckartenzlingen
  • Hegel-Gymmnasium Stuttgart-Vaihingen, Stuttgart-Vaihingen
  • Kastell-Realschule, Welzheim
  • Körschtal Gemeinschaftsschule, Stuttgart-Plieningen
  • Limes-Gymnasium Welzheim, Welzheim
  • Pestalozzischule Göppingen, Göppingen
  • Salier-Realschule Waiblingen, Waiblingen
  • Schickhardt-Gymnasium Stuttgart, Stuttgart
  • Silcherschule Grund- und Werkrealschule, Eislingen
  • Staufer-Gemeinschaftsschule Waiblingen, Waiblingen
  • Waldschule Gemeinschaftsschule Bissingen, Bietigheim-Bissingen

Rezertifizierungen:

  • Albert-Schweitzer-Schule Denkendorf, Denkendorf
  • Eduard-Spranger-Gymnasium Filderstadt, Filderstadt (2. Rezertifizierung)
  • Evang. Lichtenstern-Gymnasium Sachsenheim, Sachsenheim (2. Rezertifizierung)
  • Ferdinand-Steinbeis-Realschule, Vaihingen/Enz
  • Friedrich-Schelling-Schule Besigheim Gemeinschaftsschule, Besigheim
  • Glemstalschule Gemeinschaftsschule Schwieberdingen-Hemmingen, Schwieberdingen
  • Gymnasium in der Taus, Backnang
  • Ottmar-Mergenthaler-Realschule, Vaihingen a. d. Enz-Kleinglattbach
  • Realschule Neckartenzlingen, Neckartenzlingen
  • Walterichschule Murrhardt Gemeinschaftsschule, Murrhardt
  • Wilhelm-Keil-Schule, Remseck