Unser SIEGEL-Blog

SIEGELmobil: Erstes SIEGEL-Auto Deutschlands auf der Straße

  • 23. Januar 2019

Seit kurzem ist auf den Straßen in Ostwestfalen-Lippe ein SIEGEL-Auto unterwegs. Im flotten Flitzer der Peter Gläsel Stiftung macht sich Projektkoordinatorin Stefanie Özmen auf den Weg zu Schulen und Kooperationspartnern – neugierige und interessierte Blicke sind dabei garantiert!

„Mit unserem SIEGELmobil möchten wir auf witzige und ansprechende Art das Berufswahl-SIEGEL bekannter machen. Und zwar ohne viele Worte, denn unser Maskottchen Siegmund sorgt hier für Aufmerksamkeit.“ beschreibt Stefanie Özmen ihre Idee. Wie das SIEGELmobil bei Schülern, Lehrern, Jurymitgliedern und Firmen ankommt, wird bei Schulbesuchen, Jurysitzungen und Berufemessen erfragt – bislang ist das Feedback sehr positiv. Möglich gemacht hat es der Sponsor Weidmüller Interface.

Übrigens: Kein Wunder, dass die SIEGEL-Region Ostwestfalen-Lippe hier im wörtlichen Sinne voranfährt, denn hier ist auch die erste Initiative für das Berufswahl-SIEGEL überhaupt entstanden. Rahmen war seinerzeit die ostwestfälische Initiative für Beschäftigung. Nach Art einer Graswurzel-Bewegung ist dann das Berufswahl-SIEGEL in den verschiedensten Regionen erst Nordrhein-Westfalens, dann von immer mehr Bundesländern umgesetzt worden. Für Ostwestfalen-Lippe ist seit 2005 die Peter Gläsel Stiftung Trägerinstitution. Unterstützung für das bundesweite Netzwerk kam lange von der Bertelsmann-Stiftung (ja genau, sitzt auch in Ostwestfalen), seit 2010 wird es auf Bundesebene von SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland getragen.

netzwerk-berufswahlsiegel-SIEGEL-Auto-1840x1230-Foto-Birgit-Sanders

Foto (©Birgit Sanders): Yvonne Kohlmann vom SIEGEL-Team in Berlin und Dr. Eberhard Niggemann, Leiter der Weidmüller Akademie des Auto-Sponsors Weidmüller Interface.

100 Jahre Frauenwahlrecht – und es gibt immer noch zu tun

  • 18. Januar 2019

Am 19. Februar 1919 feiern wir 100 Jahre Frauenwahlrecht. Zum ersten Mal konnten Frauen an diesem Tag an den Wahlen zur deutschen Nationalversammlung teilnehmen.

Heute leben wir in Deutschland in einer völlig anderen Welt, in der Frauen und Mädchen alle Chancen haben. Theoretisch und rechtlich gesehen, stehen ihnen jedenfalls alle Türen offen. Faktisch allerdings hat die Gleichberechtigung in den letzten Jahren an Fahrt verloren.

Das gilt vor allem für die Berufswahl. Themen wie „Gender Pay Gap“ oder „Frauen in Führungspositionen“ hängen ganz maßgeblich an der Berufswahl von Frauen. Nach wie vor suchen sich junge Frauen eher weniger gut bezahlte soziale, pflegerische und dienstleistende Tätigkeiten. Trotz aller Bemühungen wächst die Zahl der weiblichen MINT-Fachkräfte und Führungskräfte dagegen nur langsam an. Frauen sind beispielsweise Schauspielerinnen und Musikerinnen, aber Männer leiten die Theater und Orchester.

Ursache ist keineswegs die Biologie. Mit „natürlichen“ Unterschieden hat man über Jahrhunderte erklären wollen, dass Frauen nicht zum Denken, zum selbstständigen Handeln, ja zum Lesen und Rechnen geeignet seien. Man muss schon schmunzeln: Noch vor 100 Jahren galt der Beruf des Sekretärs als für Frauen ungeeignet. Von Natur aus seien sie geschwätzig und könnten daher einfach nicht die notwendige Diskretion aufbringen. Frauen galten ungeeignet für die Medizin, weil sie als empfindsame Seelen kein Blut sehen könnten, sie könnten zudem nicht lange genug stehen, um eine Operation durchzuführen  – für die Krankenschwester reichte es aber allemal. Der Anblick schwangerer Frauen galt als unzumutbar … Sehr vieles, ja mehr als man denkt, ist von überkommenen Vorstellungen und Rollenbildern abhängig!

Die letzte PISA-Studie 2018 zeigte, dass selbst Schülerinnen, die in Mathematik und Naturwissenschaften gute Leistungen bringen, nicht auf die Idee kommen, hieraus auch einen Beruf zu machen. In Sachen Berufliche Orientierung für junge Frauen gibt es also noch erstaunlich viel zu tun! Der jährliche Girls‘ Day und sein Pendant Boys‘ Day sind sinnvoll, aber reichen bei weitem nicht aus.

Die erste deutsche Astronautin im Weltall?
Hier mehr erfahren über die Astrophysikerin Suzanna Randall, der Finalistin beim Wettbewerb „Die Astronautin“.

Dem Thema verschrieben hat sich die Initiative Klischee-frei unter Schirmherrschaft von Elke Büdenbender, der Ehefrau des Bundespräsidenten. Anregungen und Beispiele werden zurzeit auf der Homepage gesammelt. Vielleicht hat auch Ihre Schule oder Initiative in gutes Beispiel, wie Klischees aufgebrochen werden können?
www.klischee-frei.de

Klaus Hurrelmann: Unfaire Schelte – in der Berufswahl ist viel mehr los!

  • 15. Januar 2019
netzwerk-berufswahlsiegel-blog-berufswahl-orientierung-1
netzwerk-berufswahlsiegel-blog-berufswahl-orientierung-2

Klaus Hurrelmann, renommierter Sozialforscher, hält die Angebote für Jugendliche zur Berufswahl an der Schule für unzureichend. Der Wissenschaftler sieht deshalb sogar eine politische Radikalisierung der Jugendlichen drohen und fordert als Gegenmittel bessere Angebote zur Berufswahl.

Richtig ist, dass die Integration in den Beruf auch die Integration in die Gesellschaft fördert. Auch so gesehen ist die Berufliche Orientierung wichtig – es geht um einen Platz im Leben, nicht alleine im Arbeitsleben. Und sicherlich kann man alles immer noch besser machen. Aber Jugendexperte Hurrelmann ist offensichtlich nicht auf dem Stand der Dinge. Denn es klingt bei ihm so, als fände kaum etwas an Berufswahl in der Schule statt. Stattdessen plädiert er für alle Schulabgänger für „ein verbindliches Jahr oder Halbjahr zur Berufsorientierung“ nach dem Vorbild des Freiwilligen Sozialen Jahrs. Das verkennt völlig, wie intensiv die Berufliche Orientierung in den Schulen bereits ist. In Sachen Berufliche Orientierung ist heute sogar mehr los denn je!

Zudem bemühen sich die Schulen und die Berufsberatung im Gegenteil viel früher anzusetzen als erst nach dem Schulabschluss. Der Fokus liegt auf einem frühen Start der Beruflichen Orientierung und auf einem gelingenden Übergang von der Schule in die Berufswelt. Haben die Schülerinnen und Schüler erst einmal die Schule verlassen, sind sie nur noch schwierig zu erreichen.

Dass Lesen und Schreiben auch in der digitalen Welt die Basis bleiben – damit liegt Hurrelmann wieder richtig.

Hier gehts zum Artikel in der Frankfurter Allgemeinen.

Digitale Schule läuft – zum Beispiel in Karlsruhe

  • 10. Januar 2019

Nützen digitale Medien wirklich beim Lernen oder ist es mehr Schein als Sein? Eine Schule hat es ausprobiert und macht damit so gute Erfahrungen, dass sie inzwischen Medienschule geworden ist!

Die Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe hat sich das Thema vorgenommen und ist inzwischen so weit, dass sie ihr erfolgreiches Konzept bundesweit vorstellt. So auch beim Forum Bildung Digitalisierung. Und – beim Netzwerktag Berufswahl-SIEGEL am 24. September 2019 in Berlin ist Schulleiter Micha Pallesche dabei und stellt die Konzeption der Ernst-Reuter-Schule und den Weg dahin dem SIEGEL-Netzwerk vor. Zuletzt gab es im Dezember einen Tag mit der „HackerSchool“ für die Schülerinnen und Schüler. Wir sind schon gespannt!

Schulleiter Pallesche kann man auch auf Twitter folgen unter @MichaPallesche