Unser SIEGEL-Blog

Ganztag bitte auch für Berufliche Orientierung nutzen

  • 27. März 2019
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Immer mehr Schulen machen Ganztagsangebote für ihre Schülerinnen und Schüler. Was bedeutet das für die Berufliche Orientierung?
Ganztag bedeutet zunächst einmal mehr Lernzeit in der Schule. Und die gewonnene Zeit bietet auch mehr Raum für die Berufliche Orientierung und Übergangsbegleitung. Ganztagsschulen im weiterführenden Bereich haben deshalb die Chance, die Berufsorientierung neu im Tagesablauf zu verankern und die zusätzliche Zeit gezielt für eine intensivere Berufsorientierung mit hohem Praxisanteil einzusetzen.

Kooperationen zwischen Schule und Betrieb können erweitert werden und bieten Perspektiven für praxisnahe Aktivitäten im Berufswahlprozess. Das gilt sowohl für die gebundene als auch für die offene Form. Betriebe können Schulen anbieten, den Ganztag mit ihren Angeboten zur Beruflichen Orientierung gemeinsam zu gestalten.

So gelingt Berufsorientierung im Ganztag
Kreativnachmittage, Projektwerkstatt, Berufscoaching oder ein Langzeitpraktikum sind Möglichkeiten, die Berufsorientierung im Schulalltag zu verankern. Die Handreichung von SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland „GANZTAG AN SCHULEN ZUR BERUFSORIENTIERUNG NUTZEN“ stellt Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Schulen vor und gibt Anregungen zur Gestaltung.

Ein Beispiel aus der Handreichung ist die Kooperative Gesamtschule Schneverdingen. Die Schule bietet für Haupt- und Realschüler zwei Projekte an. Die Schule kooperiert neben Betrieben auch mit einer berufsbildenden Schule. So können die Hauptschüler eins von vier Berufsbildern und verschiedene Ausbildungsberufe in den Bereichen Bau, Metall, Tourismus oder Pflege kennenlernen. Die Realschüler absolvieren ein Langzeitpraktikum. Grundlage bietet ein Schüler-Eltern-Gespräch, das zu Beginn des Schuljahrs geführt wird. Erst mit dem Ganztag ließen sich die intensive Begleitung wie die Praxiserfahrung realisieren!

Die Schulwoche – einmal konkret durchgespielt:

Montag ist BO-Nachmittag“ – ein regelmäßiger Vor- oder Nachmittag, an dem die Lerngruppe einen Betrieb aufsucht oder ein BO-Projekt verfolgt

Dienstag ist Fahrrad-AG“ – ein regelmäßiger Nachmittag, an dem Betriebsvertreter in der Schule eine AG im Rahmen der Berufsorientierung übernehmen z.B. im handwerklichen Bereich (Malerei, Schreinerei, Küche, Fahrrad, Zeitung, Medien u.a.m.).

Mittwoch ist Tagespraktikum“ – ein halber oder ganzer Schultag pro Woche, an dem die Schülerinnen und Schüler in einem Betrieb arbeiten und lernen.

Donnerstag haben wir Schülerfirma“ – ein Vor- oder Nachmittag pro Woche, an dem eine feste Gruppe eine Schülerfirma betreibt

Freitag sind wir in der Gärtnerei“ – ein halber oder ganzer Tag pro Woche, an dem eine Lerngruppe in einem Betrieb kontinuierlich an einem längerfristigen Projekt arbeitet.

Jeder Tag ist digitaler Lerntag“ – das stimmt natürlich auch …

Berufsorientierung jetzt auch groß am Gymnasium? Interview mit Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing

  • 21. März 2019
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Susanne Lin-Klitzing ist Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), der die Lehrkräfte am Gymnasium vertritt. Sie hat selbst am Gymnasium unterrichtet und ist inzwischen an der Universität Marburg in der Lehrerbildung tätig. Wir haben ihr Fragen zur Beruflichen Orientierung am Gymnasium gestellt.

Foto: Monica Nedin – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, 69440233

Frage: Sie sagen, Aufgabe des Gymnasiums sei vor allem die „allgemeine Studierfähigkeit“. Was ist damit gemeint?
„Das Gymnasium als ein durchgängiger Bildungsgang ist geprägt von den – durch die KMK verabschiedeten – Zielen der Gymnasialen Oberstufe: vertiefte Allgemeinbildung, Wissenschaftspropädeutik und allgemeine Studierfähigkeit. Das sind auch nach Auffassung des Deutschen Philologenverbands die inhaltlichen Leitlinien des Gymnasiums…

Absolventinnen und Absolventen des Gymnasiums sollen in der Lage sein, an einer Hochschule mit Erfolg zu studieren. Gesellschaftlich ist jedoch eine Entwicklung festzustellen, die das Abitur nicht nur als Zugangsberechtigung für ein Hochschulstudium versteht, sondern vor allem als „multiples Eingangszertifikat“ für alle möglichen Berufswege“.

Frage: Wenn heute 40% der Kinder nach der Grundschule aufs Gymnasium gehen, werden diese nicht alle studieren. Muss es nicht auch auf die berufliche Bildung vorbereiten?
„Die Übergangsquote an das Gymnasium ist von 2006 bis 2016 von durchschnittlich 30 % auf 41 % angestiegen, in manchen Städten erreicht sie knapp 60 %. Das Abitur als Abschluss an verschiedenen Schularten wurde 2006 von 34 %, 2016 von 43 % erworben. Ein Studium wird aktuell von über 55 % der jungen Menschen aufgenommen.

Allerdings brechen mehr als 1 Drittel ihr Studium ab. Die nicht am Gymnasium erworbenen Hochschulzugangsberechtigungen ermöglichen genauso die direkte Aufnahme eines Hochschulstudiums wie das an einem Gymnasium erworbene Abitur, allerdings stammt der prozentual größte Anteil der Studienabbrecherinnen und -abbrecher aus der Gruppe der nicht-gymnasialen Hochschulzugangsberechtigten.

Aus meiner Sicht ist hier in allererster Linie eine frühere, konsequente und leistungsorientierte bildungspolitische Steuerung der Studien- und Berufsbedarfe auf der Basis einer Gleichwertigkeit, aber nicht Gleichartigkeit der beruflichen und allgemeinen Bildung nötig, die Hand in Hand mit einer Aufwertung der beruflichen Bildung geht.

Dazu gehört ein frühzeitiges und professionelles Informationsangebot über Schul- und spätere Berufsmöglichkeiten für die Eltern, die über die Beschulungs- und Berufswege ihrer Kinder (mit-) entscheiden.…

Frage: Gymnasien tun sich teilweise schwer mit der Berufsorientierung. Wie kann man es ihnen leichter machen?
„Jede/r soll das tun, was er kann: Gymnasiallehrkräfte sind keine Experten für Berufsvorbereitung und müssen es aus meiner Sicht auch nicht werden, eine schulartspezifische Studien- und Berufsorientierung gehört aber dazu… Wenn Sie mich fragen, was einer guten Studien- und Berufsorientierung dient, dann spreche ich mich für gute Kooperationskonzepte zwischen passenden schulischen und außerschulischen Partnern aus, in denen jeder genau das tut und vermittelt, was er am besten kann.

Frage: Würden Sie das Berufswahl-SIEGEL Ihren Kolleginnen und Kollegen weiterempfehlen?
Ja, auf jeden Fall – und das mit vielen guten Gründen! ….

> Das Interview im vollen Wortlaut findet sich hier.

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Für gelungene berufliche Orientierung am Gymnasium gibt es viele gute Beispiele. SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland hat sie gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit zusammengestellt:

> Hier können Sie sich die Broschüre als PDF runterladen.

Eltern als „Herausforderung“ versus „Eltern erwünscht“

  • 18. März 2019

Nicht nur der Mangel an Personal und die Aufgabe der Inklusion, sondern auch die Zusammenarbeit mit den Eltern stellen für Lehrerinnen und Lehrer derzeit eine der „größten Herausforderungen“ im Arbeitsalltag dar. Auch das „Verhalten der Schülerinnen und Schüler“ gaben 23 Prozent der Lehrkräfte in der aktuellen Forsa-Umfrage als eine der größten Herausforderungen an, gefolgt von der Inklusion (22 Prozent), aber eben auch mit 21 Prozent die Kommunikation und Kooperation mit den Eltern.

Dies betrifft vor allem die Grundschulen: Ein Drittel der Lehrerinnen und Lehrer an der Grundschule sieht hier eine der größten Herausforderungen, an den weiterführenden Schulen der Sekundarstufe I ist es nur noch jede fünfte Lehrkraft. Anders als man meinen könnte, empfinden die Lehrkräfte am Gymnasium nur zu 15 Prozent die Eltern als derart herausfordernd.

Die repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung findet sich im „Deutschen Schulportal“ im Februar 2019. Bundesweit wurden 1.001 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen offen befragt.

> Hier gehts zur Umfrage.


Leitfaden „Eltern erwünscht!? Wie Zusammenarbeit in der Berufs- und Studienorientierung gelingen kann“
In der Berufs- und Studienorientierung haben gerade die Eltern eine maßgebliche Rolle als Ratgeber ihrer Kinder – oft sind sie sogar die wichtigsten und ausschlaggebenden Ratgeber.

Inzwischen werden sie denn auch mehr denn je in die Berufliche Orientierung einbezogen; sie werden in der Schule umfassend informiert und sogar zu Betriebsbesichtigungen mit eingeladen. Den Übergang Schule – Beruf können Eltern bei ihren Kindern in der Tat sehr wirksam unterstützen. Die Elternmitwirkung kann und soll dazu beitragen, dass Jugendliche beruflich erfolgreicher und zufriedener sind, dass sie seltener ihre Ausbildung bzw. ihr Studium abbrechen und am Ende auch die Unternehmen ihren Fachkräftebedarf sichern können.

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Eltern so anzusprechen, dass sie motiviert sind, sich aktiv in den Berufs- bzw. Studienwahlprozess ihrer Kinder einzubringen, ist allerdings keine leichte Aufgabe. Hilfestellung bietet der Leitfaden zur Elternarbeit von SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland und der Bundesagentur für Arbeit. Er wendet sich an engagierte Akteure wie Lehrkräfte, aber auch an Aktive in Beratung, Schulsozialpädagogik oder Berufseinstiegsbegleitung. Praxisbeispiele geben Anregungen, was Eltern bei der Berufs- und Studienwahl ihrer Kinder interessiert, wie sie angesprochen, für eine Unterstützung motiviert und wie ihnen Inhalte wirksam vermittelt werden können.

> Hier können Sie sich den “Leitfaden Elterarbeit” als PDF herunterladen.

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Auch die Checklisten „Schülerbetriebspraktikum“ von SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland und Bundesagentur für Arbeit bieten etwas für die Eltern – mit einer eigenen Checkliste, was Eltern im Schülerbetriebspraktikum tun können (Seite 23 bis 26).

> Hier können Sie sich die “Checklisten für ein erfolgreiches Schülerpraktikum” als PDF herunterladen.

Herzlich Willkommen zum neuen Newsletter 2019

  • 14. März 2019
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Unser Newsletter vom März 2019 bietet wieder viele interessante Themen wie z.B. …

  • Berufsorientierung ganz groß jetzt auch am Gymnasium?
  • Nach dem Abi in Ausbildung oder Studium? Der Faktor X
  • PROFILehrkraft Berufsschule – neues Tool jetzt online!
  • HANDWERKSTATT– Schullandheim legt Hand an
  • und unseren aktuellen COMIC-Strip

Außerdem gibt es wieder aktuelle Termine rund um die Berufliche Orientierung und das Berufswahl-SIEGEL.
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