Games im Unterricht einsetzen – Tipps und Tricks

  • 24. September 2019

Oder anders ausgedrückt: „Bildung neu gestalten mit Games“. Nicht nur, aber besonders junge Menschen spielen gerne und viel Computerspiele. Da zeigen sie denn auch meistens mehr Durchhaltevermögen und Anstrengungsbereitschaft als im Unterricht.

Spielen ist so alt wie die Menschheit. Im Spiel wird Realität reflektiert, Gelerntes ohne Risiko angewendet, lassen sich Dinge erleben, mit denen man im normalen Leben nicht in Berührung kommt. Das Lernen ist dabei ein Nebeneffekt. Spiele bieten spannende Aufgaben, die es zu bewältigen gilt, und sofortiges Feedback. Gutes Game Design motiviert, selbst bei schwierigsten Aufgaben die eigenen Fähigkeiten zu verbessern und verschiedene Lösungsansätze auszuprobieren. Man kann testen, kreativ sein und darf scheitern – im Gegensatz zur traditionellen Schulaufgabe.

Warum nicht einmal Games gezielt für das Lernen einsetzen? Wenn Sie wissen wollen wie, bietet die neue Broschüre der Plattform Digitale-Spielewelten.de in sechs Kapiteln Tipps und Tricks. Die Themenblöcke drehen sich um die Punkte „Medien- und Sozialkompetenz“, „Ethische Dimensionen des digitalen Spielens“, „Von Kreativität bis Sprachvermittlung“ sowie „Digitale Spiele, Naturwissenschaften & Technik“. Auch für die Fragen besorgter Eltern gibt es gute Hinweise!

Games sind Teil der medialen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Die Plattform Digitale-Spielewelten.de hat das Ziel, die konkreten Bildungspotenziale von Games aufzuzeigen. Zu diesem Zweck werden dort kostenlos Projekte, Methoden und Materialien vorgestellt, die in verschiedenen Kontexten und für diverse Altersgruppen eingesetzt werden können.

Schön, dass @Digitale_Spiele beim Netzwerktag Berufswahl-SIEGEL einen Workshop dazu anbietet – super, danke!

Hier gibt es die Broschüre „Bildung neu gestalten mit Games“ der Stiftung Digitale Spielekultur.

Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt – Ländermonitor Berufliche Bildung der Bertelsmann-Stiftung 2019

  • 20. September 2019

In den letzten Jahren ist die Zahl der jungen Menschen, die eine duale Ausbildung anfangen, gestiegen. Aber trotz dieser positiven Entwicklung finden Betriebe und Jugendliche häufig nicht zueinander. Während vor zehn Jahren erst 17.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden konnten und 93.000 Bewerber unversorgt blieben, suchten 2018 zwar noch 79.000 Jugendliche erfolglos eine Lehrstelle, hat sich aber die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze auf 58.000 mehr als verdreifacht. Dies unterstreicht der aktuelle „Ländermonitor Berufliche Bildung 2019“ der Universität Göttingen und des Soziologischen Forschungsinstituts in Göttingen im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung.

Die Gründe für diese Passungsprobleme sind vielfältig:

  • Gefällt / gefällt nicht: Für 44 Prozent der unbesetzten Stellen gibt es zwar interessierte Jugendliche, aber der Betrieb hält die Bewerber nicht für geeignet – zum Beispiel wegen des Abschlusszeugnisses – oder die Jugendlichen finden den Betrieb nicht attraktiv genug; dies betrifft vor allem die Stadtstaaten, am stärksten Berlin.
  • Beruf unbeliebt: Bei 30 Prozent liegt das Problem darin, dass es keine Bewerber für den angebotenen Ausbildungsberuf gibt. Dies betrifft besonders das Lebensmittelhandwerk oder das Hotel- und Gastronomiegewerbe.
  • Beruf zu weit weg: Bei 23 Prozent der unbesetzten Stellen liegt das Problem in fehlender Mobilität, weil sich der Ausbildungsbetriebe und -bewerber in unterschiedlichen Regionen befinden; dies betrifft besonders Bayern und Sachsen.

Vorsicht: Die regionalen Unterschiede sind erheblich – je nach Land und Kommune sieht die Lage anders aus. Regionen mit einem Überhang an Ausbildungsstellen finden sich überwiegend im Süden, wo auch die wirtschaftliche Lage sehr gut ist, und in den östlichen Bundesländern, wegen des starken Geburtenrückgangs in den 1990er Jahren. So kommen im bayrischen Passau auf 100 Bewerber rechnerisch 129 offene Stellen. Mehr Ausbildungsbewerbungen als offene Stellen gibt es dagegen im Westen und Nordwesten Deutschlands: So stehen in Hagen, Nordrhein-Westfalen, 100 Bewerber/innen 80 Ausbildungsplätze gegenüber. Aufschlussreich sind daher die einzelnen „Länderberichte“ des Monitors 2019.

Was heißt das für die Berufsorientierung in der Schule?

  • Vielfalt der Berufsbilder deutlich machen
  • Ähnliche Alternativen zu Wunschberufen mit besseren Perspektiven zeigen
    Beispiel: Beliebtester Ausbildungsberuf junger Frauen ist Kauffrau für Büromanagement. Hier kommen aber auf zehn Arbeitslose nur zwei offene Stellen.
    Besser: Kauffrau für Spedition und Logistik. Bei gleichem Verdienst gibt es hier zehn Arbeitslose auf 14 offene Stellen.
  • Ausbildungsreife der Schulabgänger/innen sicherstellen
  • Mobilität, Offenheit und Selbstverantwortung fördern

Schulen mit Berufswahl-SIEGEL sind längst dran!

Berufswahl-SIEGEL in Hessen an 23 Schulen verliehen

  • 17. September 2019

Im Schuljahr 2018/2019 haben 23 hessische Schulen gezeigt, dass sie ihren Schülerinnen und Schülern eine vorbildliche Berufliche Orientierung bieten. Sie erhielten am 11. September 2019 das „Gütesiegel“, wie es in Hessen heißt,  aus den Händen von Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Philipp Nimmermann, Désirée Derin-Holzapfel, Vizepräsidentin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. und Sprecherin SCHULEWIRTSCHAFT Hessen, sowie Christopher Textor, Stellv. Abteilungsleiter im Hessischen Kultusministerium. Die Auszeichnungsfeier fand im Haus der Wirtschaft Hessen in Frankfurt am Main statt.

Zwei der 23 Schulen wurden erstmalig zertifiziert, sechs Schulen erhielten das Siegel zum zweiten Mal und 15 Schulen bereits zum dritten Mal verliehen. Diese Konstanz zeigt, dass Siegelschulen nicht auf ihrem Status Quo stehen bleiben, sondern sich in einem kontinuierlichen Prozess der Weiterentwicklung verstehen. Insgesamt tragen derzeit 107 Schulen das „Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen“.

Désirée Derin-Holzapfel, Vizepräsidentin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. und Sprecherin SCHULEWIRTSCHAFT Hessen lobt die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft mit dem gemeinsamen Ziel, junge Menschen bestmöglich zu fördern: Das Berufswahl-SIEGEL sei „ein Musterbeispiel für eine gelungene Kooperation zwischen dem Schulwesen und der Wirtschaft auf dem wichtigen Feld der schulischen Qualitätsentwicklung … gemeinsames Ziel von Schule und Wirtschaft ist es, die Begabungen und Potenziale jedes einzelnen Kindes und jedes Jugendlichen bestmöglich zu fordern und fördern.“

Das Zertifizierungsverfahren läuft in Hessen vollständig digital unter www.guetesiegel-bo-hessen.de. Es wird unterstützt durch das Hessische Kultusministerium, Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, SCHULEWIRTSCHAFT Hessen, Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V., Hessischer Industrie- und Handelskammertag, Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit.

Hier können Sie sich die Pressemitteilung herunterladen.

Das „Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen“ ging an diese Schulen:

Erstzertifizierung:

  • Schule an der Wascherde (HRF) Lauterbach
  • Max-Eyth-Schule (BGYM) Kassel

Erste Rezertifizierung:

  • Alexander-von-Humboldt-Schule (IGS) Rüsselsheim
  • Borngrabenschule (FS) Rüsselsheim
  • Wilhelm-Leuschner-Schule (HR) Darmstadt
  • Elisabeth-Schmitz-Schule (FS) Hanau
  • Deutschherrenschule (R) Frankfurt am Main
  • Sophie-von-Brabant-Schule (MSSG) Marburg

Zweite Rezertifizierung:

  • Albert-Schweitzer-Schule (KGS) Groß-Zimmern
  • Anna-Freud-Schule (FS) Weiterstadt
  • Elisabethenschule (GYM) Frankfurt am Main
  • Hans-Thoma-Schule (FS) Oberursel
  • Feldbergschule (FS) Idstein
  • Alexander-von-Humboldt-Schule (GYM) Lauterbach
  • Carl-Kellner-Schule (IGS) Braunfels
  • Gesamtschule Hungen (IGS) Hungen
  • Otfried-Preußler-Schule (FS) Gladenbach
  • Schule am Budenberg (FS) Haiger
  • Theo-Koch-Schule (IGS) Grünberg
  • Weidigschule (GYM) Butzbach
  • Elisabeth-Selbert-Schule (KGS) Zierenberg
  • Elsa-Brändström-Schule (FS) Homberg (Efze)
  • Schule Hegelsberg (KGS) Kassel

Foto: v.l. Leitender Ministerialrat Christopher Textor (Kultusministerium), Staatssekretär Dr. Philipp Nimmermann (Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen), die Schulleiterin Gitta Holloch inmitten der BO-Verantwortlichen der Alexander-von-Humboldt-Schule aus Lauterbach und rechts Désirée Derin-Holzapfel, Sprecherin SCHULEWIRTSCHAFT Hessen und Vizepräsidentin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände)

Programmieren lernen leicht gemacht
Code Your Life – Starterschule Neubulach

  • 13. September 2019

Die Frage des Umgangs mit den digitalen Medien beschäftigt zurzeit fast alle Schulen. Den Schülerinnen und Schülern sollen mehr digitale Kompetenzen mitgegeben werden als bisher – aber welche und wie? Wenn auch Informatik- und Programmierkenntnisse dazu gehören sollen – wie kann die Vermittlung aussehen?

Code your Life – heißt die private Initiative unter dem Dach von Microsoft, die Mädchen und Jungen zwischen 8 und 16 Jahren die Möglichkeit gibt, selbst aktiv neue Medien und Technologien mitzugestalten, Apps zu entwickeln und eigene Animationen zu programmieren.  Beim Netzwerktag Berufswahl-SIEGEL am 24. September können die rund 70 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler einmal ausprobieren, wie das läuft! Für Code Your Life wird die Helliwood Media Education parallel zum Tagungsprogramm einen Programmier-Workshop für die Jugendlichen durchführen. Die Erwachsenen dürfen sich am Schluss die Ergebnisse ansehen.

Mit von der Partie beim Netzwerktag ist die Gemeinschaftsschule Neubulach aus Baden-Württemberg. Sie gehört zu den sogenannten “Starterschulen” für Code Your Life im Schwabenländle. Mit ihrer pädagogischen Schwerpunktsetzung bei digitaler und Medien-Bildung ist sie inzwischen als „Digitale Schule“  ausgezeichnet worden – im Rahmen der „Mint-freundlichen“ Schulen der Initiative „MINT Zukunft schaffen!“.

Digitale Bildung umfasst weit mehr als die Ausstattung mit technischen Geräten, vielmehr müssen Unterrichtskonzeption,Unterrichtsqualität, die Qualifikation und Weiterbildung der Lehrkräfte und die Prozesse der Schul- und Unterrichtsentwicklung mit der vorhandenen Ausstattung Hand in Hand gehen und eng abgestimmt sein.  So gibt es an der GMS z. B. eine AG zur Begabtenförderung im MINT-Bereich mit dem Schwerpunkt „Programmieren“. Völlig neue Wege ging die Schule, als sie den Kurs „Medienbildung 5-10“ für alle Schülerinnen und Schüler im Sekundarbereich einführte. Darin erarbeiten sie Inhalte und Kompetenzen in der Medienbildung – von der Handhabung einzelner Anwendungsprogramme über Bildbearbeitung bis hin zum Programmieren. Besonders ist auch die eigene „owncloud“, die im letzten Schuljahr eingeführt wurde. Über sie arbeiten die Lehrkräfte vernetzt zusammen und tauschen Materialien aus. Mit den Eltern und Schülern ist die Schule durch elektronische Kalendersysteme vernetzt, die einfach und unkompliziert über das Smartphone abonniert werden können. Beim Netzwerktag wird die GMS Neubulach mit gutem Grund als SIEGEL-Botschafterschule 2019 ausgezeichnet!

gms-neubulach.de/digitale-schule
www.helliwood.de
www.code-your-life.org