Im Gespräch mit Kerstin Günter, Koordinatorin der Dannewerkschule, Schleswig

  • 30. März 2022

Was hat Sie dazu veranlasst, sich um das Berufswahl-SIEGEL zu bewerben und vor welche Anforderungen sahen Sie sich gestellt?

“Wir haben uns als Schule für das Berufswahl-SIEGEL beworben, um die Qualität der beruflichen Orientierung bei uns an der Schule zu verbessern und weiter auszubauen. Dies wird durch die Selbst- und Fremdevaluation durch das Berufswahlsiegel unterstützt und systematisiert die Schulentwicklung im Bereich der Berufsorientierung. Die Bewerbung für das Berufswahl-SIEGEL ist schon sehr umfangreich, aber es hilft auf jeden Fall, die Prozesse hinsichtlich der Schulentwicklung in der beruflichen Orientierung zu strukturieren und auch die wichtigen Gesichtspunkte der Kooperationen zwischen den Kooperationspartnern weiterzuentwickeln. Der Kriterienkatalog zur Bewerbung war dabei sehr hilfreich.

Welche Erwartungen oder Hoffnungen verknüpfen Sie damit, wenn Ihre Schule jetzt dieses Qualitätssiegel trägt?

“Das Berufswahl-SIEGEL steht für Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit in der Beruflichen Orientierung und erzeugt öffentliche Aufmerksamkeit. Es steigert die Bekanntheit der Schule und die Anerkennung bei Unternehmen. Wir wünschen uns durch unsere gute Netzwerkarbeit, dass unsere Jugendlichen einerseits ihre beruflichen Chancen und Perspektiven kennenlernen und am Ende ihrer Schulzeit an der Dannewerkschule in der Lage sind, eine ihren Kompetenzen und Interessen entsprechende Wahl hinsichtlich einer dualen Ausbildung oder einem Übergang auf eine weitere Schule treffen zu können. Auch Schülerinnen und Schülern, die aus den verschiedensten Gründen ihren Schulabschluss nicht schaffen können, muss auch eine Perspektive aufgezeigt werden.”

Zudem sind Sie auch als „Botschafterschule“ benannt worden. Was bedeutet das und welche Aufgaben sind damit verbunden?

“Wir beteiligen uns in der bundesweiten Vernetzung durch die Siegel- Akademie und arbeiten in verschieden Netzwerken mit. Unsere Projekte, Ideen und unser Konzept der beruflichen Orientierung geben wir gerne weiter und tauschen uns mit anderen Botschafterschulen aus. Wir beteiligen uns außerdem am bundesweiten #siegelday. Des Weiteren nutzen wir die Fortbildungsreihen der Siegel- Akademie.”

Herzlichen Dank, Frau Günter, für Ihre informativen Antworten!
Das Interview wurde von SCHULEWIRTSCHAFT Schleswig-Holstein geführt und dem aktuellen Newsletter entnommen.

schulewirtschaft-schleswig-holstein.de

POETRY-SLAM ZUKUNFT

Moin moin, wir sind Havraz und Alina von der Dannewerkschule im schönen Schleswig an der Schlei.

Unsere Schule ist bunt: Herkunft, Aussehen, Sprache, Religion, Interessen und und und – Toleranz und Akzeptanz wird bei uns gelebt. Warum wir uns an unserer Schule wohlfühlen? Es wird sich für uns und unsere Ziele interessiert, wir werden ermutigt und unterstützt. Aus diesem Grund wird das Thema Berufsorientierung bei uns großgeschrieben. Vor kurzem hatten wir eine Vorhabenwoche bei uns an der Schule, in der wir uns noch einmal ganz speziell mit dieser/unserer „Orientierung“ und mit dieser sogenannten Perspektive beschäftigt haben. Wir haben einen Text geschrieben, in dem wir uns genau mit diesem Thema auseinandersetzen. Der Titel des folgenden Slams lautet „Zukunft – was ist das?“

Zukunft? Was ist das?

Diese Frage hat sich wohl jeder schon einmal selbst gestellt.
Eine passende Antwort? – ach, die gab es wohl noch nicht.

..Sie fragen mich alle „Was und wer willst du sein?“
Maurer, Doktor, Punkt-Punkt-Punkt- nach eurer Nase soll ich alles –
dabei bin ich doch noch klein?!

Aber was will ICH eigentlich?
Wo siehst du dich in 10 Jahren? JA, wo bin ich denn?
Was willst du erreichen? JA, was will ich denn?
Wirst du genug verdienen? ICH weiß es nicht, werde ICH?

Fragen über Fragen!

SIE sagen „Hey, ich will doch nur das Beste für dich,
Du machst das für dich, nicht für mich“,
Aber was ist denn das Beste und mach‘ ich das wirklich für mich oder nur für dich?
Aber manchmal frag‘ ich mich dann doch selbst: „Haben meine Eltern vielleicht wirklich Recht?“

Ist das, was meine Lehrer von mir erwarten und mir wünschen, denn ECHT?
Die entscheidende Frage doch aber ist:
„Soll ich auf mein Umfeld hören oder auf die Stimme in meinem Kopf?“

Und diese spricht: „Ich schaffe das auch ohne dich, deine Hilfe brauch ich nicht.“
Aber was, wenn nicht? Was wenn ich sie nicht erfülle, diese Pflicht?
“Was, wenn ich es verliere, das Gleichgewicht?
Was, wenn sie leer wird, meine Sicht?
Meine Sicht, sie bricht, doch irgendwann kommt vielleicht so etwas wie eine Einsicht!

„Haben meine Eltern dann vielleicht wirklich Recht?“
Ist das, was meine Lehrer von mir erwarten und mir wünschen, denn ECHT?

Zukunft? Was ist das?

Diese Frage hat sich wohl jeder schon einmal selbst gestellt.
Eine passende Antwort? – ach, die gab es wohl noch nicht.

Sie fragen mich alle „Was und wer willst du sein?“
Maurer, Doktor, Punkt-Punkt-Punkt – nach eurer Nase soll ich alles – dabei bin ich
doch noch klein?!

Der Roman von meinem Leben ist immer noch nicht geschrieben.
Aber: Ich schreibe meine eigenen Seiten.
Ich muss mich nur gut darauf vorbereiten.
Manchmal höre ich sogar auf meine Lieben.

Den Stift dafür aber, den muss ich selbst halten.
Ich nehme eigene Farben zum Beschreiben meiner Seiten.
Von den Ratschlägen anderer lass ich mich manchmal auch ungern leiten.
Letztlich muss ich mein Leben doch auch selbst gestalten.

Manchmal frag ich mich, bin ich als Migrant gut integriert?
Werde ich hier toleriert und bin ich jemand, der kooperiert?
Oder bin ich hier, um Schaden anzurichten?
Nein, Ich bin auch hier, um mein Leben zu dichten!
Mein Leben wird betrachtet aus mehreren Sichten.
Nur IHR allein braucht mich nicht zu richten,
denn AUCH ich habe meine Pflichten.

Erfüllt müssen sie werden…
Dann kommen die nächsten und die nächsten- ich werde überrannt, überschwemmt….

Mir wird gesagt, am Ende des Tunnels sei Licht.
Nur manchmal habe ich Angst und ich zweifele – ich erreiche es nicht.
Doch doch, vielleicht nicht jetzt, vielleicht auch nicht morgen.
Aber sie sind normal, diese Zukunftssorgen…

Jetzt hier anschauen:

Neu: Praktische Checklisten zur Einschätzung von Berufsorientierungsangeboten

  • 15. März 2022

Die Erwartungen an die Schule, eine systematische und praxisnahe Berufliche Orientierung durchzuführen, sind in den letzten Jahren zunehmend gestiegen. Dabei werden den Schulen viele Berufsorientierungsangebote von externen Anbietern unterbreitet – oft zu viele und nicht immer mit klar erkennbarem Mehrwert. Welches Angebot ist aber wirklich eine gute Ergänzung der bisherigen Beruflichen Orientierung? Welches Angebot sollte aufgegriffen werden und welches nicht, welches vielleicht? Was hilft den Schülerinnen und Schüler zusätzlich beim Übergang Schule – Beruf?

Die neue Checkliste von SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland und Bundesagentur für Arbeit ist genau dafür da, um diese Fragen zügig und zielgenau zu beantworten. Anhand der Liste kann die Schule prüfen und beurteilen, ob ein externes Angebot gut zu ihrem bisherigen Programm passt und es sinnvoll ergänzen würde – sei es in der Phase der Orientierung, der Entscheidung oder der Umsetzung der Berufswahlkompetenzen. Sicherlich wird kein Angebot alle Kriterien gleichermaßen erfüllen – entscheidend ist, worauf es der Schule im konkreten Fall ankommt und was sie genau braucht.

Der Wert eines externen Angebots orientiert sich vor allem an der Passung zum Profil und Konzept der Beruflichen Orientierung einer Schule. Daneben spielt auch eine Rolle, welche Erfahrungen die Lehrkräfte bereits mit Kooperationen haben und welche aktuellen Themen sich für die Schule gerade besonders intensiv stellen. Nicht zuletzt sind die curricularen Vorschriften des Bundeslandes wichtig oder auch Vorgaben zur Projektmittelförderung und zu Vereinbarungen mit weiteren Partnern, aber auch die Ressourcen spielen natürlich eine Rolle.

Für die Unternehmen gibt es eine eigene Checkliste: Unternehmen können anhand dieser Liste ihre Angebote so ausrichten und so darstellen, dass die Schule die Frage nach der Passfähigkeit rasch beantworten kann. Für die Berufliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler sind Praxiserfahrungen in und mit Betrieben absolut zentral. Die Betriebe erhalten mit Praxisangeboten ihrerseits die Möglichkeit, junge Menschen auf Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten bei sich aufmerksam zu machen und Nachwuchs zu gewinnen. Wenn sie die Checkliste nutzen, kann die Schule besser erkennen und entscheiden, ob das betriebliche Angebot passt und die Zusammenarbeit Erfolg verspricht.

Ziel ist es, dass die Zusammenarbeit von Schulen & Betrieben gut gelingt und die Berufsorientierung gemeinsam gefördert wird!

Talent Company: Fachraum für Berufsorientierung in der Schule

  • 28. Februar 2022

Die Strahlemann-Stiftung macht Schulen ein besonderes Angebot: Für den besseren Übergang von der Schule ins Berufsleben bietet sie das Bildungsprojekt Talent Company.

Kern der Talent Company ist ein Fachraum für Berufsorientierung in der Schule, der mit Hilfe der Stiftung eingerichtet wird. Dies ist kein beliebiger Raum, die Einrichtung folgt vielmehr einem bestimmten Konzept:

  1. Seminar- & Workshopbereich z.B. für Berufsvorstellungen, Bewerbertrainings oder Workshops
  2. Lounge-Bereich für eine ungezwungene Atmosphäre für Einzel- oder Kleingruppengespräche auf Augenhöhe
  3. Arbeitsplätze mit hochwertigen PCs und einem Drucker für selbstständiges Arbeiten und das Erstellen professioneller Bewerbungen
  4. Job Wall, auf der regionale Ausbildungsbetriebe ihr Unternehmen und ihre Ausbildungsplatzangebote vorstellen.

www.strahlemann-stiftung.de/talent-company/

Die Job Wall ist mehr als eine Pinnwand

Ziel ist es, regionale Ausbildungsplatzangebote aus erster Hand in die Schule zu bringen. Die Unternehmen zahlen für ihre Präsenz an der Job Wall einen Beitrag, aus dem u.a. wiederum die Erhaltungskosten für den Berufsorientierungs-Raum finanziert werden. Die Idee ist es, so Schule und Betriebe besser zu vernetzen und Kontakte zwischen Schüler/-innen und Lehrkräften einerseits und Ausbildungsbetrieben andererseits zu erleichtern, Hemmschwellen abzubauen. Die Berufsorientierung erhält eine räumliche Verankerung und Präsenz im Schulalltag. Talent Company unterstützt insofern das lokale Netzwerk von Schulen, Unternehmen und weiteren Partnern. Die Strahlemann-Stiftung unterstützt den Entwicklungsprozess zur Talent Company von 12–18 Monaten und die Berufsorientierung und bietet darüber hinaus eigene Veranstaltungen und Netzwerktreffen an.

Wichtig: Das Angebot der Talent Company richtet sich überwiegend an Haupt- und Realschulen bzw. die entsprechenden Bildungsgänge. Bislang sind 60 Schulen dabei.

Auch SIEGEL-Schulen nutzen Talent Company

Top aktuell ist die Gemeinschaftsschule in der Taus, Backnang (Baden-Württemberg) seit kurzem dabei.

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Weitere SIEGEL-Schulen mit Talent Company sind z. B. im Stammland Hessen die Georg-Büchner-Schule (Förderschule für Lernhilfe, Dreieich), Bernhard-Adelung-Schule (Darmstadt), Schule am Mainbogen (Frankfurt a.M.), Edith-Stein-Schule, ebenfalls in Frankfurt, IGS Lindenfeld (Offenbach), Theodor-Litt-Schule (Michelstadt) und die Georg-August-Zinn-Schule (Reichelsheim). In Thüringen zählt dazu die Regelschule „Johann Wolf“ (Dingelstädt), in Hamburg die Otto-Hahn-Schule, in Baden-Württemberg die Pestalozzi-Schule (Karlsruhe-Durlach), Realschule Feuerbach (Stuttgart) und die Ferdinand-Porsche-Schule (Weissach), in Nordrhein-Westfalen Alexander-Coppel-Gesamtschule (Solingen) und Erich-Fried-Gesamtschule (Wuppertal).

GOOD-Practice-Beispiele

  • 20. Januar 2022

Schulen stehen oft vor sehr ähnlichen Herausforderungen – allerdings mit unterschiedlichen Ausgangslagen –, wenn es um gute Lösungen für aktuelle Fragen geht. So ist es auch bei der Beruflichen Orientierung. 

In der letzten Woche haben wir Ihnen daher zwei gute Beispiele von Schulen aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen vorgestellt und weisen heute auf zwei weitere Beispiele aus Berlin und Sachsen-Anhalt hin. Natürlich alles Schulen mit Berufswahl-SIEGEL!

Für die Konzepte finden Sie hier auch Unterlagen für Ihre eigene schulische Arbeit mit genauen Hinweisen auf Aufwand und Ressourcen. Schauen Sie gerne hinein, lassen Sie sich inspirieren!

Online-Messe zur Berufsorientierung

Durchgeführt von:
Gemeinschaftsschule Heinrich Heine, Halle (Saale) u.a. Schulen

Auf einer jährlich angebotenen Online-Messe stellen regionale Firmen für Schüler*innen der 9. und 10. Klassen­stufe im Klassen­verbund verschiedene Berufs­bilder ihres Unternehmens vor, um so einen Einblick in den Beruf zu ermöglichen. Bei der Online-Schaltung mit dem ausgewählten Unter­nehmen über das Smart-Board der Klasse werden Anforderungs­profile der Berufe beschrieben und die Arbeit im jeweiligen Berufs­alltag gezeigt. Die Schüler*innen haben dabei die Möglichkeit, den Unternehmen Nach­fragen zu stellen und sich so besser auf Praktika und Ausbildungen vorzubereiten. Die Firmen werden nach den in der Klasse vorherrschenden Interessen gewählt. In der Nachbereitung werden Schüler*innen mit besonderem Förder­bedarf individuell betreut.

www.gmsheine.de
blog.gwg-halle.de/freund-des-berufswahl-siegels/

Berufliche Orientierung in der Corona-Pandemie

Durchgeführt von:
Paul-Löbe Schule, Berlin

Um auch im Distanz­unterricht für die Schüler*innen der 10. Klassen eine qualitativ hohe Vorbereitung auf die Berufswelt zu schaffen, werden insbesondere digitale Angebote in die Suche von Ausbildungs­plätzen und das Erstellen von Bewerbungs­unterlagen einbezogen. Dazu wird der Online-Test Check U der Bundes­agentur für Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern durchgeführt.

Im Anschluss informieren sie sich über die Berufe, die sich bei Check-U als geeignet heraus­gestellt haben, und werden dabei unterstützt, die passenden Bewerbungs­unterlagen zu erstellen. Dabei können z.B. die Online-Plattformen „Planet Beruf“ und „Azubiyo“ einbezogen werden. Sowohl das Handy als auch Lernplatt­formen, digitale Berufs­ausbildungs­angebote, Beratungen per Video­konferenz werden genutzt. Nicht nur Klassen­lehrerinnen und -lehrer der 10. Klassen sind involviert, auch die Jugend­berufsagentur, die Beraterin des Regionalen Ausbildungs­verbunds und die Beratungskräfte der Oberstufen­zentren.

www.paul-loebe-schule.de/schule/
www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt/