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Lehrerbetriebspraktikum – praktische Checklisten sichern Qualität

  • 29. Juli 2021

Das Lehrerbetriebspraktikum bietet einen direkten Einblick in die Arbeitswelt, der kaum durch anderes ersetzt werden kann. Lehrkräfte profitieren von solchen direkten Einblicken für ihre Aufgabe der Beruflichen Orientierung. Sie lernen Berufsfelder und Berufswege kennen, und sie gewinnen persönliche Kontakte im Betrieb. Sie lernen aber auch Arbeits- und Geschäftsprozesse in Unternehmen kennen und werden mit den Mechanismen wirtschaftlichen Handelns vertraut. Dies alles können sie für die Berufliche Orientierung in der Schule gut nutzen. Betriebspraktika sind daher für Lehrkräfte aller Schulen empfehlenswert und auch für zukünftige Lehrkräfte während des Lehramtsstudiums wie im Vorbereitungsdienst sinnvoll.

Erfahrungen aus erster Hand machen:

  • Ein Praktikum bietet die ideale Gelegenheit, sich über unterschiedliche Berufsfelder, Berufe und Qualifikationsanforderungen zu informieren. Darüber hinaus lässt sich praxisnah erfahren, welche Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten sich hinter einer dualen Ausbildung oder den unterschiedlichen dualen Studiengängen in den Unternehmen verbergen.
  • Im Betriebspraktikum kommen Lehrerinnen und Lehrer außerdem mit Auszubildenden und Ausbildungsverantwortlichen wie mit der Geschäftsleitung ins Gespräch und können Kontakte knüpfen. Sie erfahren aus erster Hand, welche Erwartungen an die zukünftigen Nachwuchskräfte und ihre Kompetenzen gestellt werden.
  • Die Lehrkräfte werden wertvolle Erfahrungen und Informationen gewinnen, unabhängig davon, in welche Branche oder in welchen Beruf sie hineinschauen – ob als Mechatronikerin, Erzieher, Bäckerin oder dual Studierende mit Schwerpunkt IT oder Tech-Branche. Diese Erfahrungen können direkt in die Unterrichtsgestaltung und die beratenden Gespräche mit den Schülern und Schülerinnen über deren berufliche Zukunft einfließen.
  • Lehrkräfte und Studierende auf Lehramt lernen außerdem betriebliche Abläufe, die Firmenphilosophie und die Unternehmensstrukturen kennen. Sie können ein vertieftes Verständnis für die Wirtschafts- und Arbeitswelt gewinnen und ihre ökonomische Bildung ausbauen.

Zusammenarbeit vor Ort stärken:

Vom Betriebspraktikum Lehramt profitieren auch die Betriebe, aber ebenso die Schulleitungen wie die Schulen insgesamt. Denn der Erfahrungsaustausch fördert das gegenseitige Verständnis, die regionale Vernetzung und den Aufbau stabiler Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben. Schulen und Unternehmen können durch diesen Erfahrungsaustausch eine partnerschaftliche Kooperation aufbauen. Universitäten und Hochschulen mit Lehrerbildung bzw. Studium auf Lehramt können in die Kooperation einbezogen werden. Betriebspraktika – für das aktive und für das künftige Lehramt – stärken somit die regionale Vernetzung von Schulen, Hochschulen und Unternehmen.

Qualität des Betriebspraktikum mit Checklisten sichern:

Ein effektives Betriebspraktikum für Lehrkräfte, aber auch für Lehramtsanwärterinnen und Studierende zeichnet sich durch Qualitätskriterien aus. Persönliche Einblicke in die Vielfalt und Bedeutung der beruflichen Bildung werden somit ermöglicht. Für Unternehmen bieten sie wichtige Leitlinien zur Präsentation ihrer Ausbildungsaktivitäten.

Gute Hilfestellung: Die SCHULEWIRTSCHAFT-Checklisten zum Lehrerbetriebspraktikum geben Empfehlungen zur Gestaltung sowie Tipps für die Vor- und Nachbereitung des Betriebspraktikums Lehramt. Sie richten sich sowohl an Lehrkräfte, Lehramtsstudierende und -anwärter als auch an Verantwortliche in Betrieben sowie an Schul- und Seminarleitungen. Sie können individuell angepasst werden.

SCHULEWIRTSCHAFT-Checklisten zum Lehrerbetriebspraktikum
> hier zum Download

SmartFilmSafari – Filmdreh im Corona-Dschungel

  • 29. April 2021

Zwischendrin sah es fast so aus, als würde es nichts mehr werden mit der SmartFilmSafari 2020/21 … Hatte die Ausschreibung in unschuldigen Vor-Corona-Zeiten im Januar 2020 gestartet, kam Mitte März der erste Lockdown mit geschlossenen Schulen.

Kurz entschlossen wurde die Bewerbungsfrist vom Frühsommer in den Herbst hinein verlängert, in der Hoffnung, nach den Sommerferien könnten die Schulen den Normalbetrieb halbwegs wieder aufnehmen, sie mussten sich aber erst einmal aufs Kerngeschäft konzentrieren. Bliebe da Zeit, um zusätzlich ein Schülerteam zum Entwickeln einer Geschäftsidee und eines Drehbuchs zu motivieren, alles schön aufzubereiten und einzureichen? Die Jury war sich gar nicht sicher, ob denn bis 13. November überhaupt nennenswert Bewerbungen eingehen würden, und machte nochmal richtig viel Werbung … aber so war es: Mit 30 eingereichten Storyboards waren es sogar genauso viel Bewerbungen wie in den Safari-Jahren zuvor! Am Rande: Dieses Jahr war es die 4. Runde.

So konnten denn in der ersten Jurysitzung am 7. Dezember 2020 aus den eingesandten Vorschlägen fünf wirklich gute Filmideen mit dargestellten Startup-Ideen von der Jury ausgewählt werden. „Von der Idee zum Startup: Berufsbild Gründer“ war das Thema 2020/21. Und das passte doppelt, denn wer gründet, sich selbstständig macht, eine Idee verwirklichen und in ein Geschäftsmodell umsetzen will, der steht oft vor Hürden, die es zu überwinden gilt.

Eine Art Hindernisrennen war denn auch die filmische Realisierung. Dabei waren die Filmprofis der Deutschen Kinemathek, dem Kooperationspartner des Berufswahl-SIEGELs in der SmartFilmSafari, für alle Varianten gewappnet – übers Handy zugeschaltet werden beim Live-Dreh in der Schule oder Zusammenschneiden von Einzelaufnahmen der Schülerinnen und Schüler, Feedback zum Schülerdreh und -schnitt, und welche Möglichkeiten der digitalen Begleitung aus der Ferne es beim Filmdreh und Filmschnitt noch so gab. Auch die filmische Umsetzung musste noch einmal im Kalender nach hinten verschoben werden, denn an eine Realisierung im Januar und Februar 2021 war nicht zu denken. Die (teilweisen) Schulschließungen wurden immer wieder verlängert, so dass jede Planung schwierig war.

Die Schule aus Kandel in Rheinland-Pfalz mit „Skip“ hatte sich extrem beeilt, um es doch noch in der Zeit zu schaffen, und war dann fast enttäuscht, als die Frist für die Fertigstellung bis März verlängert wurde. Mit eigenen Hygienekonzepten, teilweise im Alleingang, schafften es alle Schülerteams schließlich, gemeinsam mit den Filmprofis Konrad Mühe, Jessica Dürrwald, Finja Willner und Gitte Hellwig, ihre Beiträge fertig zu stellen.

Die Schule am Plessower See in Brandenburg musste das ursprüngliche Konzept stark abspecken, dennoch blieb ein wunderbarer Beitrag übrig.

Beim Finale der Safari am 27. April 2021, natürlich online, konnten authentische Kurzfilme mit viel Humor gezeigt werden. Die Jury mit den Förderern und Partnern des SIEGELs hatte die Qual der Wahl. Super, eine ganz tolle Leistung, liebe Schülerinnen und Schüler und liebe Lehrkräfte!

> Schaut hier die Siegerfilme

#Ausbildungklarmachen – Ausbildung auf einen Blick

  • 5. Mai 2021

In der Corona-Krise sind junge Menschen unsicher, ob sich die Bewerbung für eine Ausbildung lohnt oder ob sie doch noch länger zur Schule gehen sollten. Betriebe vermissen die Bewerbungen von möglichen neuen Auszubildenden und fürchten Fachkräftemangel in naher Zukunft. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat deshalb jetzt eine neue Internetplattform geschaffen.

Die Website www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen/ richtet sich in erster Linie an Jugendliche. Sie bündelt übersichtlich an einem Ort alle wichtigen Informationen und Angebote rund um das Thema Ausbildung – es geht von Tipps für die Berufswahl und dem Online-Berufserkundungstool „Check-U“ über das persönliche Gespräch mit der Berufsberatung, auch per Video, bis hin zu mehr als 100.000 Ausbildungsplatzangeboten aus der BA-Jobbörse. In einer Veranstaltungsdatenbank finden die Jugendlichen außerdem virtuelle Ausbildungsmessen, Speed-Datings und weitere (digitale) Events in ihrer Region. Ergänzt wird das Angebot von persönlichen Erfahrungsberichten und Erfolgsgeschichten von Azubis, die erfahrungsgemäß für Schülerinnen und Schüler besonders interessant sind.

Auch Arbeitgeber, Eltern und Lehrkräfte finden auf der digitalen Informationsplattform Hinweise und weiterführende Links. Ausbildungsbetriebe erhalten zum Beispiel alle wichtigen Informationen zum Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ und gelangen per Link direkt zu den Förderanträgen. Lehrerinnen und Lehrer können Materialien für die schulische Berufsorientierung herunterladen. Und Eltern finden Tipps, wie sie ihre Kinder bei der Berufswahl unterstützen können oder welche finanziellen Hilfen es gibt.

Gerne mal hineinschauen!

Didacta-Diskussionsrunde zur Lehrerfortbildung

  • 12. Mai 2021

Schon die erste Welle der Pandemie hatte sichtbar gemacht, dass Schulen und Lehrkräfte auf digitales Lehren und Lernen überhaupt nicht vorbereitet waren. Seither haben sie unglaublich viel gelernt und neue Kompetenzen bei digitalen Tools gewonnen. Lehrkräfte vermissen aber oft wirksame Unterstützung und Begleitung. Die Lehrerfortbildung steht ohnedies schon länger in der Kritik. Dies machte die Diskussionsrunde der BDA „Lehrerfortbildung in und nach Corona“ deutlich, die am Nachmittag des 11. Mai im Rahmen der „didacta digital“ stattfand, moderiert von Jan-Martin Wiarda.

Schulleiterin Christine Georg hat einen Neustart ihrer Schule am Mainbogen in Frankfurt a. M. hinter sich – die üblichen Fortbildungsangebote waren dabei keine Hilfe, sondern erst der Austausch mit den Betrieben vor Ort und die eigenen Ideen. Fortbildung frage zu wenig nach dem aktuellen Bedarf der Schule. Zurzeit seien die Lehrerinnen und Lehrer derart unter Druck, dass kein Spielraum für Fortbildungen bestehe.

Professorin Anne Sliwka von der Universität Heidelberg hob hervor, dass erfolgreiche PISA-Staaten der Lehrerfortbildung einen deutlich höheren Stellenwert einräumen, als es in Deutschland üblich ist. Im Zentrum müsse die Arbeit vor Ort stehen, den höchsten Effekt erziele das gemeinsame Lernen des Lehrerkollegiums; verbindliche Kooperationszeiten des Kollegiums sollten verbindlich sein. Außerdem könne Fortbildung gut in die Karriereentwicklung einbezogen werden.

Die Berufliche Orientierung an den Schulen hat spürbar gelitten. Nicole Cujai betonte seitens der Bundesagentur für Arbeit, dass Berufliche Orientierung nicht alleine Aufgabe der zuständigen Lehrkräfte sein könne, sondern erst als Querschnittsaufgabe in der Schule funktioniere. Sie wirksam zu verankern, auch mit Fortbildungen, sei Aufgabe der Schulleitung. Für Schulen sind zudem außerschulische Partner wichtig, mit denen sie gemeinsam vorgehen können, so etwas das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT.

Schulentwicklung braucht Lehrkräfte, und Fortbildungsangebote müssen dabei helfen, damit die Schule ihre Ziele erreichen kann, führte Stefan Küpper aus, Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft. Fortbildung sei als Teil des Qualifizierungsprozesses und der Personalentwicklung zu verstehen. Küpper wies auf qualitätsgesicherte Fortbildungsangebote aus der Wirtschaft für Lehrkräfte hin, wobei das Primat stets bei den pädagogischen Profis liege. Lehrkräfte hätten zuletzt eine hohe Lernkurve erreicht, generell sei aber ein höherer Verpflichtungsgrad sinnvoll.

Auf der nachgefragten Lernplattform „sofatutor“ suchen nicht nur Schüler und Eltern Hilfe, sondern eine halbe Million Lehrkräfte nach Inhalten für den Unterricht. Stephan Bayer von „sofatutor“ plädierte für ein Creditpoint-System, das z.B. Fortbildungen mit Freistunden belohne. Außerschulische Anbieter könnten sehr gut mit Projekten in Schulen kommen, etwa mit einem 3-Tage-Projekt als Kick-off für digitale Kompetenzentwicklung oder auch zur Berufsorientierung. In anderen Berufe sei die Lizenz von Fortbildungen abhängig. Das Interesse an digitalen Tools sei grundsätzlich auch bei älteren Lehrern groß.

Für die Kultusministerkonferenz verdeutlichte Staatssekretärin Dorit Stenke, Vorsitzende der KMK-Kommission Lehrerbildung, dass die Landesinstitute für Lehrerfortbildung schneller als üblich auf den Bedarf der Schulen reagiert haben. Insgesamt sei eine Vernetzung der Schulen, Institute und weiterer Partner zielführend, neue Aufgabe der Landesinstitute sei es Kooperationen zu koordinieren. Der schulische Bedarf müsse erfragt und Angebote gemacht werden. Richtig sei aber auch, dass der Fortbildungsprozess besser gesteuert werden müsse, auch wenn es viele Formate gebe.

> Die BDA hat 2020 eine Positionierung zur Lehrerbildung vorgelegt: „Lehrerbildung verbessern!“

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