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Nachhaltigkeit in der Berufsorientierung

  • 6. Dezember 2022
www.gruene-arbeitswelt.de

Nachhaltigkeit ist angesichts des Klimawandels von wachsender Bedeutung – was sich in der Wirtschaft und der Arbeitswelt niederschlägt, wird sich auch in der Berufsorientierung niederschlagen müssen. Damit setzte sich die Fachtagung „Berufsorientierung im Wandel – Bildung für nachhaltige Entwicklung im Berufswahlprozess verankern“ des Netzwerk Grüne Arbeitswelt am 30.11. in Frankfurt auseinander.

Um das Thema Nachhaltigkeit in die Berufsorientierung einzubringen, stellte Prof. Dr. Werner Kuhlmeier, Universität Hamburg, 10 „Goldene Regeln“ auf:

  1. Schülerinnen & Schüler nicht mit Megaproblemen und Krisenszenarien überfordern, sondern Verantwortung im eigenen Wirkungskreis zeigen (Selbstwirksamkeit motiviert)
  2. Spielräume der Curricula nutzen und im Sinne der Nachhaltigkeit füllen
  3. Stets mitlaufen lassen statt als Thema „on top“
  4. Berufliches Handeln hat Wirkung – alle Berufe haben Potenzial zu grünen Berufen
  5. Schülerinnen & Schüler unterstützen, Alternativen & Innovationen zu entdecken – z.B. die nachhaltigen Spitzenreiter einer Branche
  6. Widersprüche und Dilemmata nutzen als Entwicklungschance
  7. Wahrnehmen und Wissen verbinden mit Werten und Wirken
  8. Lebendiges Lernen mit kreativen und erfahrungsbasierten Methoden
  9. Motivierende Beispiele, Erfolgsgeschichten, positive Visionen
  10. Eigene Institution / Schule weiterentwickeln zu nachhaltigem Lernort (Vorbild!)

Die jungen Menschen auf der Tagung sahen eine Vielfalt von beruflichen Möglichkeiten vor sich, deren Nachhaltigkeit sie nicht klar erkennen können, und fragten nach systematischeren, auch neutralen, Informationsangeboten, nach mehr und längeren Praktika. Ihnen ist auch wichtig mitgestalten zu können. Es kam aber auch die Frage auf, ob Nachhaltigkeit nicht nur einen kleinen Teil der Jugend wirklich bewegt – so beklagt das Handwerk, dass seine Berufe zum Klimaschutz unabdingbar sind, aber zu wenig nachgefragt werden.

Krischan Ostenrath vom Netzwerk Grüne Arbeitswelt stellte in seinem Input heraus, dass Nachhaltigkeit in jedem Beruf gefragt sei und Nachhaltigkeit daher ein Querschnittsthema in der Berufsorientierung werden müsse. Für die Umsetzung der Klimaziele bis 2035 werden rd. 770.00 Fachkräfte gebraucht. Junge Menschen sehen allerdings keinen direkten Bezug des Themas Klimaschutz auf ihre Berufs- und Studienwahl – es fehlt die Übersetzung in ihre Lebenswelt. „Green Branding“ sehen sie kritisch, fragen nach neutralen Informationen jenseits der direkten „Rekrutierung“ und möchten auch über Zielkonflikte sprechen. Unternehmen müssen zeigen, wie junge Menschen bei ihnen etwas für Nachhaltigkeit bewirken können – aktivierende und partizipative Berufsorientierungsangebote seien gefragt.

Was bringt das neue Jahr für die Berufliche Orientierung in der Schule?

  • 16. Januar 2023
Foto: iStock

Alle guten Wünsche für das neue Jahr!

… wobei für die Schulen natürlich das Schuljahr die viel wichtigere Maßeinheit ist, dennoch spielt auch der Jahreswechsel eine Rolle und schaut man auf das vor uns liegende 2023.

Was lässt sich schon ausmachen machen an Entwicklungen für die Schulen und zumal die Berufliche Orientierung?

Berufliche Orientierung wird wichtiger

Auf jeden Fall gewinnt die Berufliche Orientierung in der politischen und öffentlichen Wahrnehmung nochmals an Bedeutung. Der Fachkräftemangel ist in allen Bereichen des Lebens deutlich spürbar, es fehlt an genügend Nachwuchs. Zu wenige junge Menschen bewerben sich insbesondere auf die betrieblichen Ausbildungsplätze.

Die Bundesregierung setzt deshalb in der Allianz für Ausbildung, in der Arbeitgeber, Gewerkschaften, Kultusministerkonferenz, Bundesagentur für Arbeit und andere zusammen beraten, ganz stark auf die Berufsorientierung in der Schule – verstärkt an Gymnasien und mit Fokus auf Betriebspraktika. Dazu passt es, dass die Bewerbungen von Schulen für das Berufswahl-SIEGEL nach der Pandemie nicht zurückgegangen sind, im Gegenteil war der Nachholbedarf deutlich.

Didacta 7.–11. März 2023

Eine Herausforderung bleibt es, das Blickfeld der jungen Menschen klischeefrei und offen auf die gesamte Vielfalt der Berufe zu erweitern. „Klischeefrei“ gilt nicht allein für die Geschlechterrollen, sondern für viele stereotype und überholte Vorstellungen von Berufen und Tätigkeiten. Damit wird sich z. B. auf der Bildungsmesse Didacta 2023 in Stuttgart ein Forum am 8. März 2023 befassen, bei dem auch eine SIEGEL-Schule mitwirkt: „Berufsorientierung in Zeiten des Fachkräftemangels?!“.

IGLU, PISA und der Bildungsgipfel

Schon 2022 zeichnete der IQB-Bildungstrend ein dramatisches Bild der Schülerleistungen in der 4. Klasse. 2023 erscheinen die Schulleistungsvergleiche IGLU (Internationale Grundschul-Lese Untersuchung) im Mai und PISA 2022 (15-Jährige, Schwerpunkt Mathematik) im Dezember und werden voraussichtlich nicht viel besser ausfallen. Der Bildungsgipfel der Bundesregierung ist passend am 14. März 2023 angekündigt: Er bietet die Chance einer substanziellen Verständigung von Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft und Gesellschaft über gemeinsame Bildungsziele, operative Schritte und sinnvolle Kooperationen – hoffentlich wird diese Chance gut genutzt …

Wechsel in Kultusministerien

Schulen sind von den Rahmenbedingungen abhängig und zumal vom Kultusministerium. Mehrere Bundesländer stellen zurzeit ihre Vorgaben zur Beruflichen Orientierung neu auf. Landtagswahlen sind daher relevant. 2023 wird zunächst die Wahl in Berlin am 12.2. wiederholt, dann folgen die regulären Landtagswahlen in Bremen im 14.5. und am 8.10. in Hessen und Bayern.

Digital Insights Journey 2023 – komm‘ mit auf die Reise!

  • 26. Januar 2023
@MINT-EC

Lehrerinnen und Lehrer fragen sich mit Blick auf die moderne Arbeitswelt, was Unternehmen an Kompetenzen von den jungen Menschen erwarten – welche Future Skills werden die Schülerinnen und Schüler brauchen? Was setzen insbesondere moderne IT- und Tech-Unternehmen voraus? Wie können junge Menschen digital fit werden? Auch Datenschutz  und Cyber Security sind dabei Aspekte – und dies auch für die Lehrkräfte und Schule selbst.

Um genau diese Themen geht es bei Digital Insights 2023!

In der virtuellen Lehrkräfte-Lounge zeigen Expertinnen und Experten aus den Unternehmen Microsoft Deutschland, SAP und Siemens, welche Future Skills in der Arbeitswelt der Zukunft wichtig werden und wie Sie als Lehrkraft diese schon fördern können.
Deshalb: Herzliche Einladung zur Lehrkräfte-Lounge am 28. Februar 2023, 16.30–18. 00 Uhr.

Themen sind: Future skills – was erwarten Unternehmen (SAP), Cyber Security (Microsoft/Helliwood) und die Vielfalt der MINT-Berufe von morgen (Siemens).

Die > Anmeldung ist ab sofort möglich.

Mit der Lounge startet die Digital Insights Journey:

Digital Insights ist ein gemeinsames Programm der Unternehmen Microsoft Deutschland, SAP und SIEMENS mit den Schulnetzwerken Berufswahl-SIEGEL, MINT-EC und SCHULEWIRTSCHAFT.

  • In diesem Jahr gibt es zwei Webinare für Lehrkräfte (28. Februar und 23. November 2023, 16.30–18 Uhr).
  • Für Schülerinnen & Schüler ab Klasse 9 gibt es einen großen virtuellen Event (3. Mai, 15–18 Uhr) und einen Tag im Unternehmen vor Ort (16. Juni, 11–16 Uhr) sowie eine Alumni-Lounge (29. September, 16.30–18.00 Uhr).
  • Als Themen werden sich Future skills – Cyber security – MINT-Berufe durch alle Events durchziehen. Die Inputs kommen aus den beteiligten Unternehmen. Ziel der Reise ist die Arbeitswelt der Zukunft, auf die es Schülerinnen und Schüler vorzubereiten gilt.
  • Schulen aus den Netzwerken MINT-EC, SCHULEWIRTSCHAFT und eben mit Berufswahl-SIEGEL haben den ersten Zugriff bei der Anmeldung.
  • Es können gerne neue Schulen mitmachen, die bislang noch nicht dabei waren!

Nutzen Sie die Gelegenheit, Infos von Unternehmen aus erster Hand zu erhalten und Ihre Fragen stellen zu können!

GOOD-Practice-Beispiele

  • 13. Januar 2022

Schulen stehen oft vor sehr ähnlichen Herausforderungen – allerdings mit unterschiedlichen Ausgangslagen – , wenn es um gute Lösungen für aktuelle Fragen geht. So ist es auch bei der Beruflichen Orientierung. Deshalb sind Schulen stets sehr daran interessiert, wie vergleichbare Schulen erfolgreich auf die gleiche Herausforderung reagiert haben. Gute Beispiele sind daher immer gefragt, um sich über Möglichkeiten zu informieren und zu eigenen Wegen inspirieren zu lassen.

In dieser und der kommenden Woche stellen wir Ihnen insgesamt vier gute Beispiele von Schulen aus dem SIEGEL-Netzwerk vor. SIEGEL-Schulen aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen, Berlin und Sachsen-Anhalt zeigen ihre Ideen für die Berufliche Orientierung.

Für die Konzepte finden Sie angehängt zudem Unterlagen für Ihre eigene schulische Arbeit – bereit zum Aufnehmen ins Portfolio. Die Unterlage zeigt genau, mit welchem Aufwand zu rechnen ist und welche Ressourcen gebraucht werden. Los geht’s!

Praxisnaher Berufsinformationstag

Durchgeführt von:
Thüringer Gemeinschaftsschule Stadtilm

Auf einem jährlich angebotenen Berufsinformationstag stellen Eltern und regionale Firmen für Schülerinnen und Schüler der 8. Klassenstufe verschiedene Berufsbilder vor, um so einen Blick in den Berufsalltag zu ermöglichen. Dabei werden auch die Anforderungsprofile des Berufs genau beschrieben und positive – wie negative – Erfahrungen im Berufsalltag thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler können je nach Vorlieben drei Berufsrichtungen auswählen und kennenlernen. Zudem nehmen sie an einer Einzel-Beratung der Berufsberaterin der Agentur für Arbeit teil. Die Erkundung der Berufsbilder erfolgt individuell und ist in das Gesamtkonzept des Tages integriert.

www.tgs-stadtilm.schule/

“Inklusive Schülerfirmen”

Durchgeführt von:
Friedrich-Wilhelm Murnau-Gesamtschule, Bielefeld

Schülerfirmen ermöglichen ab der 8. Klasse als Wahlpflichtkurse erste berufspraktische Erfahrungen. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, eigenständig an sogenannten Schülerbetrieben in vier verschiedenen Bereichen mitzuwirken:

  1. Schülerladen Red Pen mit Schreibwaren
  2. Café Pisa zur Pausenversorgung,
  3. Salatbar mit Mittagessen für Lehrkräfte an einem Wochentag,
  4. Reparaturwerkstatt MurnauWorks für Schulinventar und Herstellung von Utensilien für den Schulbedarf.

Mit dem Alter und je nach pädagogischen Unterstützungsbedarf nimmt auch der Verantwortungsbereich zu. Die inklusive Einbindung der Schüler*innen mit Förderbedarf wird durch die Lehrkräfte und die Mitschüler*innen ohne Förderbedarf aktiv unterstützt.

www.fwmurnau-gesamtschule.de/lernen_leben.html?e|9
www.fwmurnau-gesamtschule.de/

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