Skip to content

GOOD-Practice-Beispiele

Schulen stehen oft vor sehr ähnlichen Herausforderungen – allerdings mit unterschiedlichen Ausgangslagen –, wenn es um gute Lösungen für aktuelle Fragen geht. So ist es auch bei der Beruflichen Orientierung. 

In der letzten Woche haben wir Ihnen daher zwei gute Beispiele von Schulen aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen vorgestellt und weisen heute auf zwei weitere Beispiele aus Berlin und Sachsen-Anhalt hin. Natürlich alles Schulen mit Berufswahl-SIEGEL!

Für die Konzepte finden Sie hier auch Unterlagen für Ihre eigene schulische Arbeit mit genauen Hinweisen auf Aufwand und Ressourcen. Schauen Sie gerne hinein, lassen Sie sich inspirieren!

Online-Messe zur Berufsorientierung

Durchgeführt von:
Gemeinschaftsschule Heinrich Heine, Halle (Saale) u.a. Schulen

Auf einer jährlich angebotenen Online-Messe stellen regionale Firmen für Schüler*innen der 9. und 10. Klassen­stufe im Klassen­verbund verschiedene Berufs­bilder ihres Unternehmens vor, um so einen Einblick in den Beruf zu ermöglichen. Bei der Online-Schaltung mit dem ausgewählten Unter­nehmen über das Smart-Board der Klasse werden Anforderungs­profile der Berufe beschrieben und die Arbeit im jeweiligen Berufs­alltag gezeigt. Die Schüler*innen haben dabei die Möglichkeit, den Unternehmen Nach­fragen zu stellen und sich so besser auf Praktika und Ausbildungen vorzubereiten. Die Firmen werden nach den in der Klasse vorherrschenden Interessen gewählt. In der Nachbereitung werden Schüler*innen mit besonderem Förder­bedarf individuell betreut.

www.gmsheine.de
blog.gwg-halle.de/freund-des-berufswahl-siegels/

Berufliche Orientierung in der Corona-Pandemie

Durchgeführt von:
Paul-Löbe Schule, Berlin

Um auch im Distanz­unterricht für die Schüler*innen der 10. Klassen eine qualitativ hohe Vorbereitung auf die Berufswelt zu schaffen, werden insbesondere digitale Angebote in die Suche von Ausbildungs­plätzen und das Erstellen von Bewerbungs­unterlagen einbezogen. Dazu wird der Online-Test Check U der Bundes­agentur für Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern durchgeführt.

Im Anschluss informieren sie sich über die Berufe, die sich bei Check-U als geeignet heraus­gestellt haben, und werden dabei unterstützt, die passenden Bewerbungs­unterlagen zu erstellen. Dabei können z.B. die Online-Plattformen „Planet Beruf“ und „Azubiyo“ einbezogen werden. Sowohl das Handy als auch Lernplatt­formen, digitale Berufs­ausbildungs­angebote, Beratungen per Video­konferenz werden genutzt. Nicht nur Klassen­lehrerinnen und -lehrer der 10. Klassen sind involviert, auch die Jugend­berufsagentur, die Beraterin des Regionalen Ausbildungs­verbunds und die Beratungskräfte der Oberstufen­zentren.

www.paul-loebe-schule.de/schule/
www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt/

Neu: Praktische Checklisten zur Einschätzung von Berufsorientierungsangeboten

Die Erwartungen an die Schule, eine systematische und praxisnahe Berufliche Orientierung durchzuführen, sind in den letzten Jahren zunehmend gestiegen. Dabei werden den Schulen viele Berufsorientierungsangebote von externen Anbietern unterbreitet – oft zu viele und nicht immer mit klar erkennbarem Mehrwert. Welches Angebot ist aber wirklich eine gute Ergänzung der bisherigen Beruflichen Orientierung? Welches Angebot sollte aufgegriffen werden und welches nicht, welches vielleicht? Was hilft den Schülerinnen und Schüler zusätzlich beim Übergang Schule – Beruf?

Die neue Checkliste von SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland und Bundesagentur für Arbeit ist genau dafür da, um diese Fragen zügig und zielgenau zu beantworten. Anhand der Liste kann die Schule prüfen und beurteilen, ob ein externes Angebot gut zu ihrem bisherigen Programm passt und es sinnvoll ergänzen würde – sei es in der Phase der Orientierung, der Entscheidung oder der Umsetzung der Berufswahlkompetenzen. Sicherlich wird kein Angebot alle Kriterien gleichermaßen erfüllen – entscheidend ist, worauf es der Schule im konkreten Fall ankommt und was sie genau braucht.

Der Wert eines externen Angebots orientiert sich vor allem an der Passung zum Profil und Konzept der Beruflichen Orientierung einer Schule. Daneben spielt auch eine Rolle, welche Erfahrungen die Lehrkräfte bereits mit Kooperationen haben und welche aktuellen Themen sich für die Schule gerade besonders intensiv stellen. Nicht zuletzt sind die curricularen Vorschriften des Bundeslandes wichtig oder auch Vorgaben zur Projektmittelförderung und zu Vereinbarungen mit weiteren Partnern, aber auch die Ressourcen spielen natürlich eine Rolle.

Für die Unternehmen gibt es eine eigene Checkliste: Unternehmen können anhand dieser Liste ihre Angebote so ausrichten und so darstellen, dass die Schule die Frage nach der Passfähigkeit rasch beantworten kann. Für die Berufliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler sind Praxiserfahrungen in und mit Betrieben absolut zentral. Die Betriebe erhalten mit Praxisangeboten ihrerseits die Möglichkeit, junge Menschen auf Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten bei sich aufmerksam zu machen und Nachwuchs zu gewinnen. Wenn sie die Checkliste nutzen, kann die Schule besser erkennen und entscheiden, ob das betriebliche Angebot passt und die Zusammenarbeit Erfolg verspricht.

Ziel ist es, dass die Zusammenarbeit von Schulen & Betrieben gut gelingt und die Berufsorientierung gemeinsam gefördert wird!

Future Skills Box erhält D-BOP-Preis 2023

Am 31. Oktober prämierte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger zehn hervorragende digitale Berufsorientierungsangebote (Digitales-Berufsorientierungsprogramm = D-BOP).

  • Gut: Neben der Expertenjury war auch ein Beirat mit sechs Jugendlichen aus Klasse 7 und 8 an der Auswahl aus 100 Wettbewerbsbeiträgen beteiligt.
  • Und noch besser: Zu den Gewinnern gehören zwei Projekte, an denen auch SCHULEWIRTSCHAFT und das Netzwerk Berufswahl-SIEGEL beteiligt sind: die Future Skills Box und das Sprungbrett – Virtual Work Experience!

Unter Moderation von Sherif Rizkallah (logo) tauschten sich die Ministerin, Elke Hannack (DGB), Prof. Dr. Katja Driesel-Lange (Universität Münster) und Dr. Achim Dercks (DIHK) aus zu den Themen „Individuelle Potenziale heben“, „Fachkräftemangel beheben“ und „Transformation gestalten“. Thematisch passend lockerten die Preisverleihungen in den drei Kategorien „Erkunden von Fähigkeiten, Stärken und Interessen“, „Erleben von Berufsfeldern und Berufen“ und „Arbeitswelt 4.0“ den Austausch immer wieder auf.

Einig war man sich, dass man die duale Ausbildung stärken und „sexy“ machen müsse – z.B. mit digitalen Tools in allen Schulformen. Die Vielfalt der Berufe müsse bekannter werden, auch bei Eltern, Lehrkräften und insgesamt in der Gesellschaft. Bei der Berufswahl sei es wie in einem Restaurant, in dem das Menü 100 Seiten hat, zitierte Rizkallah treffend.

Professorin Katja Driesel-Lange von der Universität Münster betonte, dass gute Berufsorientierung mehr leisten müsse, als lediglich kognitiv die Entscheidung für einen Beruf zu begleiten. Sie müsse auch Emotionen ansprechen und Jugendliche abholen, um erfolgreich zu sein.

Eine Schülerin hat es zum digitalen Angebot an Schule auf den Punkt gebracht: „Es gibt viel mit Technik an der Schule, aber nicht gut viel.“

Die gestern ausgezeichneten Projekte greifen dagegen die diskutierten Anforderungen mit Qualität auf.

Preisträger 2023:

Thema „Individuelle Potenziale heben“
Kategorie 1 „Erkunden von Fähigkeiten, Stärken und Interessen“

Thema „Fachkräftemangel beheben“
Kategorie2: „Erleben von Berufsfeldern und Berufen“

Thema „Arbeitswelt 4.0“
Kategorie 3 „Arbeitswelt 4.0“

Zum Schluss gab es noch einen Sonderpreis für die besondere Umsetzung des Aspekts der Gamification für die Digitale Akademie der Phase Be Bildung. Schade allerdings, dass die Berufsberatung der Arbeitsagenturen so gar nicht erwähnt wurde.

@SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland
@SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland

Heute auf die Arbeitswelt von morgen vorbereiten
Digital Insights – Lehrkräfte-Lounge 2023

Welche Fähigkeiten brauchen wir in der Arbeitswelt von morgen? Unternehmen stehen zurzeit in einem tiefgreifenden Strukturwandel, KI ist in aller Munde. Wie können Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler so für den Übergang in den Beruf vorbereiten?

Die Antworten der Unternehmen in der Lehrkräfte-Lounge Digital Insights am 23. November 2023 mögen überraschen – Jörg Matern, SIEMENS, und Anja Wölfel, SAP, hoben nämlich die sozialen und emotionalen Kompetenzen als absolut entscheidend hervor.

Mit Kopf, Herz und Hand im Team

Jörg Matern unterstrich, dass zwar einzelne Kompetenzen, aber mehr noch grundsätzliche Orientierung gefragt sei. Wie finde ich einen Beruf, der zu mir passt? Der „Kompass“ von Siemens knüpft an Pestalozzis Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ an:
Was weiß ich – was will ich – was kann ich? Zu oft werde dabei die Hand, sprich das praktische Umsetzen, vergessen. Dabei gehören auch kommunikative und kooperative Kompetenzen zum Umsetzen und zur „Hand“. Der Siemens-Jobfinder biete hier Berufsberatung und werde rege genutzt.

Anja Wölfel betonte, dass bei SAP alles im Team erarbeitet werde. Deshalb seien Kollaboration, Kooperation, Gruppen- und Projektarbeit gefragt. Ideen entstehen gemeinsam, dabei ist auch der Perspektivwechsel wichtig. Ziel sei die bestmögliche Lösung für den Kunden. Im Team seien Eigeninitiative und -verantwortung ebenso wie Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gefordert. Woran es zurzeit bei jungen Menschen oft fehle, seien allerdings Verlässlichkeit und Verbindlichkeit.

Jutta Schneider von Helliwood Media & Education war für Microsoft dabei und stellte die Erweiterung der Future Skills Box vor. Die Außenwelt der Schule wandle sich rasant, aber die Schule komme nicht mit. KI werde eher negativ diskutiert, dabei biete sie gute Chancen für alle. In der Box zeigen Karten neue Berufe mit KI für die Zukunft.

Berufliche Orientierung am Parler-Gymnasium

An Digital Insights hat Dr. Doris Pfleiderer mehrfach teilgenommen. Die engagierte Lehrerin ist am Parler-Gymnasium Schwäbisch Gmünd für Berufliche Orientierung verantwortlich. Sie zeigte eindrucksvoll, wie sie die Jugendlichen heute schon auf eine digitale Arbeitswelt vorbereitet. Über Praktika hinaus gibt es feste Kooperationen mit Firmen und finden Berufsorientierungstage statt, an denen Unternehmen in die Schule kommen. Das Lehrerkollegium plant auf ihre Initiative hin eine gemeinsame Fortbildung zu KI. Das Gymnasium wurde wiederholt mit dem Berufswahl-SIEGEL ausgezeichnet – mit der Zertifizierung werde die Berufliche Orientierung verbindlich und binde alle ein, konnte Frau Pfleiderer bestätigen.

Digital Insights ist ein gemeinsames Programm der Schulnetzwerke MINT-EC, SCHULEWIRTSCHAFT und Berufswahl-SIEGEL mit den Unternehmen Microsoft Deutschland, SAP und Siemens. 2024 geht das Programm weiter!

An den Anfang scrollen