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Deutsches Schulbarometer: Lehrkräfte auf Online-Unterricht gut eingestellt

  • 2. Februar 2021

Der erste Lockdown ab März 2020 traf die Schulen weitgehend unvorbereitet, der Start in den Fernunterricht konnte gar nicht anders als holprig sein. Im zweiten Lockdown ab Mitte Dezember 2020 sah die Lage schon besser aus – wenn auch noch nicht wirklich gut.

Das Deutsche Schulbarometer hat Lehrkräfte im April und im Dezember befragt: Die Befragung zeigt, wie engagiert sich Schulen auf den Weg gemacht haben, aber auch was ihnen das Arbeiten nach wie vor schwer macht. Eine der größten Hürden ist weiterhin die digitale Ausstattung: 61 Prozent der befragten Lehrkräfte geben an, dass ihre Schule nicht gut oder sogar schlecht auf den Fernunterricht vorbereitet sei, dies waren im April mit 66 Prozent nicht viel mehr – die Ausstattung hat sich also nur geringfügig verbessert. 58 Prozent der Befragten vermissen zudem eine Versorgung der Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten, ähnlich viele fühlen sich nicht ausreichend über den Datenschutz informiert.

Die gute Nachricht: 78 Prozent der Schulen nutzen heute eine Lernplattform und kommunizieren darüber im Fernunterricht. Dabei gibt es allerdings zwischen den Schularten Unterschiede, wenn es für 98 Prozent der Gymnasien eine Lernplattform gibt, aber nur für 60 Prozent der Grund- und Förderschulen. Drei Viertel der Lehrkräfte haben sich gut auf das „distance learning“ eingestellt und sich in digitale Tools eingearbeitet. 62 Prozent der Befragten nutzen heute digitale Möglichkeiten zur Vermittlung und Aneignung neuer Lerninhalte, so auch zum Beispiel für eigene Erklärvideos. Vor Beginn der Pandemie im Frühjahr machten dies nur 36 Prozent. Gab es vor dem Lockdown so gut wie keinen Unterricht per Stream oder als Videokonferenz, ist es im Dezember 2020 ein Viertel. An gutem Willen und Einsatzbereitschaft liegt es also nicht! Die ganz schlechte Nachricht ist denn das Thema Internet, W-Lan, Breitband: Man kann sogar sagen, dass Hauptproblem beim Unterricht-Streaming inzwischen die Internetverbindung im Schulgebäude ist: Nur bei jeder dritten Schule (36 Prozent) ist sie ausreichend stark und stabil.

Auf der anderen Seite wurden an den meisten Schulen bislang nur wenige verbindliche Konzepte zu Vorgehensweisen im Fernunterricht erarbeitet. 40 Prozent von ihnen haben jedenfalls noch keine verbindliche Strategie, wie sie z. B. während des Fernunterrichts den Kontakt zu Schülerinnen und Schülern aufrechterhalten, 23 Prozent wissen nicht so recht, wie sie Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten unterstützen können. Vielleicht fehlt es ihnen aber auch schlicht an Zeit und Muße, ein Konzept auszuformulieren…

In der Presse wird oft geklagt, die Digitalisierung gehe so langsam – im Corona-Jahr ging es dann aber schnell: Fast 80 Prozent der Lehrkräfte – gegenüber 60 Prozent im April – sind jetzt der Meinung, dass an ihrer Schule seit März 2020 allerhand im Hinblick auf digitale Lernformate oder die digitale Kommunikation umgesetzt wurde, was ohne Schulschließungen vermutlich erst später oder gar nicht umgesetzt worden wäre. Knapp 70 Prozent der befragten Lehrkräfte haben selbst neue Methoden oder Ansätze im Unterricht erprobt und wollen diese auch in Zukunft weiter anwenden. Der Digitalisierungsschub sollte schließlich keine Eintagsfliege bleiben.

https://deutsches-schulportal.de/unterricht/lehrer-umfrage-deutsches-schulbarometer-spezial-corona-krise-folgebefragung/

Girls’ Day / Boys’ Day am 22. April 2021 – digital!

  • 10. Februar 2021

Der bundesweite Aktionstag Girls’ Day / Boys’ Day musste im letzten Jahr wegen Corona kurzfristig abgesagt werden. Umso wichtiger ist es 2021 ein starkes Zeichen für die klischeefreie Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern zu setzen.

Immer noch dominieren stereotype Rollenbilder die Berufliche Orientierung von Jungen und Mädchen und verhindern zu oft, dass sie ihre eigentlichen Interessen und Neigungen entfalten. Boys’Day Berufe sind zum Beispiel Erzieher, Grundschullehrer, Pfleger, aber auch Drogist, Optiker, Florist und Fotograf, auch der Hotel- und Lebensmittelbereich u.a.m. Zu den Girls’Day Berufen zählen vor allem viele technische und IT-Berufe, aber auch Land- und Forstwirtin, Tischlerin und Physikerin.

Der Girls’ Day und Boys’ Day wird am 22. April 2021 bundesweit stattfinden, und zwar als digitales Event. Aktionstage wie Girls’ Day und Boys’ Day geben wichtige Impulse und sind nicht zu unterschätzen, vor allem wenn sie gut vor- und nachbereitet werden. Schulen können das Thema „Geschlechterklischees und Berufswahl“ aufzeigen. Auch dazu gibt es auf den Homepages Infos, Materialien und Spiele. Unternehmen sind aufgerufen sich mit digitalen Formaten zu beteiligen.

Alle Angebote – digital und vor Ort – finden sich im Girls’Day-Radar und Boys’Day-Radar. Je nach Situation und Region können „echte“ Besuche in Unternehmen und Institutionen möglich sein, sind aber sicherlich eher die Ausnahme. Auf jeden Fall gibt es den zentralen Girls’Day-Digital-Event, nämlich ein öffentliches Live-Programm mit spannenden Impulsen und Begegnungen mit Vorbildern aus verschiedenen Girls’Day-Berufen und interessanten Influencerinnen.

Online-Schüler-Praktikum – wie geht das?

  • 17. Februar 2021

Das Betriebspraktikum ist ein wesentlicher Bestandteil der Beruflichen Orientierung und ermöglicht erste praktische Erfahrungen in einem „echten“ Betrieb. Es gibt den Schülerinnen und Schüler realitätsnahe Einblicke in Berufsfelder und in betriebliche Abläufe, es lässt sie eigenes Tätigsein ausprobieren und oft können sie sich mit Auszubildenden persönlich austauschen, die altersmäßig nicht weit weg sind. Genau diese Praxisphasen im Betrieb sind zurzeit kaum durchführbar. Vieles lässt sich in Video-Konferenzen abbilden – aber ein Praktikum? Was ist möglich, um wenigstens einen vorübergehenden Ersatz anzubieten? 

KOFA – Fachkräftesicherung für KMU hat sich Gedanken gemacht und eine Handreichung zusammengestellt. Diese richtet sich primär an Unternehmen, ist aber auch für Schulen interessant; zudem können Schulen damit auf ihren betrieblichen Kooperationspartner zugehen.  www.kofa.de/mitarbeiter-finden-und-binden/mitarbeiter-binden/corona-virus-tipps-fuer-kmu/ausbildung/online-praktikum

Technische und organisatorische Voraussetzungen

Erst einmal sind die technischen Voraussetzungen zu klären: Lassen sich die Angebote mit Smartphone durchführen oder braucht es PC oder Laptop und steht dieser zur Verfügung? Welche Programmzugänge werden benötigt?

Wie lange soll das virtuelle Praktikum dauern, wie können die einzelnen Elemente über den geplanten Zeitraum verteilt werden? Welcher Ansprechpartner für Fragen und Austausch steht wann persönlich zur Verfügung?

Inhalte vermitteln

Den Betrieb erleben: Ein Video zeigt die wichtigsten Betriebsbereiche. Das muss nicht aufwändig sein, Handyfilme reichen – Hauptsache, der Eindruck stimmt und zeigt das Besondere des Betriebs oder Berufs. Der potenzielle Azubi kann sich virtuell auch verschiedene Arbeitsplätze anschauen: Ausgerüstet mit Smartphone oder Action-Cam kann ein Azubi seinen Arbeitsplatz und seine Tätigkeit zeigen und erläutern – live oder als Video.

Zum Einstieg ins Praktikum kann der Jugendliche sich über den Ausbildungsberuf informieren und anschließend in einem Quiz Fragen dazu beantworten oder Fragen zu Betrieb und Branche recherchieren. Das Unternehmen kann außerdem während und nach dem „Praktikum“ eine Sprechstunde mit dem Chef oder einen Live-Chat mit Azubis anbieten, damit die Jugendlichen Fragen stellen und Antworten „aus erster Hand“ erhalten können.

Der Betrieb sollte auch überlegen, welche konkrete praktische Aufgabe der Schüler und die Schülerin von zu Hause bearbeiten kann z. B. Geschäftsbrief aufsetzen. Wenn handwerkliches Geschick verlangt ist, kann der Betrieb den Jugendlichen im Vorfeld eine „Materialbox“ zusenden. Die Arbeitsschritte können fotografiert und dokumentiert werden und damit das Arbeitsergebnis anschließend besprochen werden.

Als Abschluss ist ein Feedbackgespräch sinnvoll – auch im Blick auf aktuellen Verbesserungsbedarf des virtuellen Angebots!

Weitere Tipps

Wer als Betrieb bereits in einer Schulkooperation ist, kann die Lehrkräfte dort kontaktieren, Schulklassen zur virtuellen Betriebsbesichtigung ein oder eine virtuelle Sprechstunde für Interessierte anbieten. Immer gut, wenn die Azubis dabei mitmachen!

KOFA bietet auch weitere gute Tipps zur Azubi-Rekrutierung  hier und zur Rekrutierung über soziale Netzwerke hier.

 

130 Berufe im Handwerk – vom Augenoptiker zur Zimmerin

  • 23. Februar 2021

Bogenmacher, Wachsbildnerin, Elfenbeinschnitzer, Holzspielzeugmacherin, Vergolder, Wein-Technologin und Orgelbauer – die Berufe im Handwerk sind vielfältiger, als man oft meint. Eine Übersicht über die 130 Ausbildungsberufe bietet aktuell www.handwerk.de/ausbildungsberufe.html.

Auf der Website findet auch ein Berufe-Checker mit umfassenden Informationen zu den Berufs- und Ausbildungsprofilen. Auf dem Lehrstellen-Radar kann man direkt sehen, welche Praktikums- und Ausbildungsplätze vor Ort frei sind und was man genau für eine Bewerbung machen muss.  www.handwerk.de/lehrstellen-radar.html. Über einige Berufe geben auch Azubis in kleinen Filmen Auskunft.

Auch wichtig: Das Handwerk bietet auch gute Perspektiven für das weitere berufliche Fortkommen – bis zum Meister und der Übernahme eines Betriebs. Angesichts des Generationenwechsels im Handwerk sind die Aussichten gut, in absehbarer Zeit der eigene Chef oder die Chefin zu werden!

Weitere Infos zu einzelnen Berufen auch unter www.back-dir-deine-zukunft.de, www.e-zubi.de, www.vollesrohrzukunft.dewww.autoberufe.dewww.born2btischler.de oder www.mueller-in.de.

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