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Digitale Medien im Unterricht – es fehlt nicht am Willen, sondern an Technik

netzwerk-berufswahlsiegel-Blog-Digitale-Medien-im-UnterrichtIn der öffentlichen Debatte hört es sich oft so an, als wollten Lehrerinnen und Lehrer einfach nicht, seien zu wenig aufgeschlossen für Neuerungen wie die Digitalisierung. Das Gegenteil ist der Fall! Die Mehrheit der Lehrkräfte würde gerne – es fehlt aber an einer funktionierenden Ausstattung mit digitaler Technik an den Schulen.

Lehrkräfte vermissen zudem gute Angebote in der Aus- und Weiterbildung zum Thema Digitalisierung. Kein Wunder also, dass sie Deutschland bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich als „abgehängt“ wahrnehmen. So zeigt es die repräsentative Lehrerbefragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die Bitkom auf seiner großen Konferenz am 12. März präsentierte.

Über die Hälfte der befragten Lehrkräfte möchte häufiger digitale Medien nutzen, allerdings mangelt es an Geräten. Wenn sie vorhanden sind, klappt aber oft die Technik nicht. In fast allen Schulen finden sich zwar Beamer, Notebook und PC, aber nur in einzelnen Fachräumen. Das gilt auch für interaktive Whiteboards. Rund 30 Prozent der Schulen verfügen inzwischen über Tablets. Das Smartphone spielt im Unterricht praktisch keine Rolle, es wird eher in Ausnahmefällen eingesetzt.

Mehrheitlich bewerten die Lehrerinnen und Lehrer die digitale Ausstattung ihrer Schule mit einem „befriedigend“, Note 3. Bei technischen Problemen sehen sich viele alleingelassen: Mit 74 Prozent vermisst ein hoher Anteil schnelle Abhilfe bei Bedarf.

Vorbereiten auf das Arbeiten in der digitalen Welt
Den Sinn und Zweck digitaler Medien im Unterricht bewerten die befragten 500 Lehrkräfte ambivalent: Einerseits seien die Schülerinnen und Schüler dadurch motivierter, Inhalte und Zusammenhänge werden anschaulicher, meinen 88 bzw. 87 Prozent in der Bitkom-Umfrage. „Schülerinnen und Schüler werden auf das Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vorbereitet“, sagen 56 Prozent. Neue Chancen der individuellen Förderung sehen dagegen nicht viel mehr als die Hälfte der Lehrkräfte. Als Nachteile befürchten sie den Verlust der Schreibkompetenzen der Jugendlichen, die Versuchung zum schnellen Kopieren aus dem Internet und den Verlust konzentrierten Lernens.

Die Lehrerschaft ist weiterbildungsfreudig: Rund 80 Prozent haben im letzten Jahr an einer Weiterbildung teilgenommen. 85 Prozent hätten gerne eine Weiterbildung gezielt für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht, auch als Blended-Learning-Angebot. 78 Prozent meinen sogar, Fortbildungen zu digitalen Themen sollen verpflichtend sein. Drei Viertel fordern eine bessere Vorbereitung im Lehramtsstudium auf den Einsatz digitaler Medien.

 

> Hier geht es zur bitcom Presseinformation.

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