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Erste Ergebnisse der externen Evaluation des Berufswahl-SIEGEL – Ein Interview mit Prof. Dr. Julia Schütz

Wie wird die Bekanntheit des SIEGELs von den Lehrkräften für Berufliche Orientierung eingeschätzt? Sind die Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern oder auch Hochschulen vor Ort über das SIEGEL informiert? Was erwarten und wünschen die Schulen für sich vom SIEGEL-Prozess? Mit diesen und weiteren Fragen erforscht die Evaluation die Wirksamkeit des Berufswahl-SIEGELs zunächst einmal bei den Schulen selbst, in weiteren Schritten bei Unternehmen u.a. Prof. Dr. Julia Schütz von der Fernuniversität in Hagen gibt hier Auskunft über die Anlage der bundesweiten Evaluation und die ersten Ergebnisse.

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Prof. Dr. Julia Schütz ist gelernte Diplompädagogin. Nach Stationen an der Goethe-Universität in Frankfurt a.M., Universität Hamburg und Universität Lüneburg und der Habilitation in Frankfurt leitet sie seit 2017 den Bereich Empirische Bildungsforschung an der FernUniversität in Hagen.
(Foto: Prof. Dr. Julia Schütz)

Liebe Frau Professorin Schütz,

Wie ist die Evaluation der Wirksamkeit des SIEGELs angelegt?
“In der bundesweiten Evaluation haben wir die Wirksamkeit des SIEGELs gewissermaßen operationalisiert, d.h. wir haben Fragen zur Wahrnehmung des SIEGELS (Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit, Bekanntheit), zur generellen Wirkung und zu konkreten Auswirkungen gestellt. Wie und in welcher Form wird an den Schulen auf das SIEGEL hingewiesen? Gibt es eine Plakette am Schulgebäude oder steht die SIEGEL-Zertifizierung auch auf den Schulzeugnissen der Schülerinnen und Schüler? Und wie wird die Bekanntheit des SIEGELs innerhalb und außerhalb der Schule von den Lehrkräften für Berufliche Orientierung eingeschätzt? Die Wirkung des SIEGELs auf Schulentwicklungsprozesse haben wir beispielsweise durch Fragen nach der Zusammenarbeit im Kollegium abgefragt. Hat sich hier in Hinblick auf die Berufliche Orientierung etwas verändert? Eine – gewissermaßen – allumfassende Wirksamkeit zu erheben, ist und bleibt schwierig. Daher ist es immer notwendig auf Teilbereiche zu fokussieren. Und, was noch viel wichtiger ist, die Evaluationsergebnisse müssen jetzt, in einem nächsten Schritt zum Anlass genommen werden, über die Wirkung und die Wirksamkeit des SIEGELs nachzudenken.”

Was sind Ihre ersten Erkenntnisse aus der Umfrage bei den SIEGEL-Schulen?
“Wir verstehen uns in diesem Projekt insbesondere als empirische Forscherinnen und weniger als Expertinnen für Berufliche Orientierung. Das hat zur Folge, dass die empirischen Befunde jetzt mit den jeweiligen Expertinnen und Experten diskutiert werden müssen z. B. auf der Bundestagung in Kiel. Ich persönlich finde in den Ergebnissen interessant, dass die Eltern- und Schülerschaft anscheinend noch unzureichend über das SIEGEL informiert ist. Ebenfalls scheinen die Kooperationen zwischen Schulen und Hochschulen hinsichtlich Berufs- und Studienorientierung noch – soweit dies überhaupt gewollt ist – ausbaufähig.”

Was wünschen Sie sich für die Schulen, damit die Berufliche Orientierung gut bzw. besser klappt?
“In Hinblick auf das Berufswahl-SIEGEL lässt sich der Wunsch der Schulen mit konkreten Zahlen benennen: 14 % wünschen sich für die gesamte SIEGEL-Zertifizierung mehr Unterstützung. Insbesondere bei der schulischen Weiterentwicklung (33 %), der Netzwerkbildung (28 %) und der schriftlichen Bewerbung (18 %). Darüber hinaus streben die Schulen eine bessere Vernetzung untereinander an. Dies ließe sich ggf. über eine virtuelle Umgebung realisieren.”

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