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Nach dem Abitur in Ausbildung gehen? Ja, wenn die Perspektive stimmt!

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Neue Untersuchung des BIBB gibt Aufschluss über Motive

Nach dem Abitur muss es keineswegs in die Hochschule gehen, auch eine Ausbildung kommt in Frage. Inzwischen haben über 25 Prozent der Ausbildungsanfänger eine Hochschulzugangsberechtigung in der Tasche. Das Gymnasium ist zudem heutzutage breit aufgestellt, wenn bundesweit im Schnitt 40 Prozent der Kinder nach der Grundschule auf diese Schulform wechseln. Das Gymnasium muss daher auch Berufs- und nicht alleine Studienorientierung leisten. Welche Faktoren geben den Ausschlag für die Wahl eines Studiums oder einer Ausbildung? Worauf muss das Gymnasium daher bei der Berufsorientierung achten?

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist der Frage nachgegangen, was Gymnasiastinnen und Gymnasiasten zur Aufnahme einer beruflichen Ausbildung bewegt. Die neue Studie vom 13. Februar 2019 zeigt, dass neben den Einflüssen des sozialen Umfelds auch der Berufsorientierungsprozess sowie Kosten-, Nutzen- und Chanceneinschätzungen der Jugendlichen von Bedeutung sind.

  1. Erst einmal orientieren sich die Pläne der Jugendlichen stark an den Erwartungen der Eltern. Wollen sie ein Studium anfangen, sehen sie sich von Eltern unterstützt und haben nicht den Eindruck, diese sähen eine Ausbildung lieber. Eine Ausbildung ziehen die Jugendlichen dagegen weit eher in Betracht, wenn sie denken, dass sie eben mit dieser Ausbildung einen Beruf erlernen, der vom Niveau her ähnlich oder besser ist als die Berufe der Eltern.
    Folgerung: Zur Beruflichen Orientierung in der Schule gehört daher, die Jugendlichen ihren eigenen Weg nach ihren individuellen Stärken und Interessen finden zu lassen. Sie müssen sich klar werden, was sie selbst wollen und davon unterscheiden, was ihre Eltern oder ihr soziales Umfeld will, dass sie wollen sollen – und das ist keineswegs immer dasselbe!
  2. Auch sehr wichtig: Jugendliche mit Interesse an einem Studium wie solche mit Interesse an  einer Ausbildung erwarten von einem Studium einen hohen Nutzen. Aber nur Ausbildungsinteressierte sehen dies auch für eine Ausbildung so. Die Wahrscheinlichkeit, eine Ausbildung anzustreben, steigt also mit dem Eindruck, dass sich damit attraktive Berufschancen bieten.
    Folgerung: Gute Informationen über die Karriereperspektiven nach Ausbildungsabschluss sind extrem wichtig, um die Attraktivität der Ausbildung zu steigern.
  3. Die Studie des BIBB zeigt zudem, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Ausbildung anzustreben, umso höher ist, je konkreter die eigenen beruflichen Vorstellungen sind. Ein Teil der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten meint dabei aber eben, die eigenen Interessen besser in einem Studium als in einer Ausbildung verwirklichen zu können. Dies gilt für diejenigen mit Interesse an forschend-abstrakten oder künstlerisch-sprachlichen Tätigkeiten. Dabei bieten auch viele Ausbildungsberufe diese Tätigkeiten.
    Folgerung: Die Berufsorientierung muss stärker auch auf solche Berufe eingehen wie zum Beispiel Labor- oder IT-Berufe, technische/-r Produktdesigner/-in oder Pflanzentechnologe/-technologin, Buchhändler/-in, Mediengestalter/-in, Maskenbildner/-in oder Goldschmied/-in.

> Zur Studie

Handreichungen für Gymnasien zur Beruflichen Orientierung bietet übrigens der Leitfaden „Studien- und Berufsorientierung an Gymnasien – Warum eigentlich?“ von Bundesagentur für Arbeit und SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland

> Leitfaden als PDF-Download

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