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Lernen für die Zukunft – die zweite Lehrkräfte-Lounge

  • 27. Juni 2022

Schulen und Ausbildungsbetriebe haben eines gemeinsam: Sie bereiten junge Menschen auf die Zukunft vor. Dabei verändert sich das Lernen gerade heute zusehends. Wie reagieren Unternehmen darauf, zumal ein Unternehmen wie SIEMENS, das von seiner Innovationskraft lebt? Was brauchen und fördern Unternehmen an future skills bei jungen Menschen? Genau das war Thema unserer zweiten Lehrkräfte-Lounge im Programm Digital Insights am 21. Juni 2022.

Christine Golisch, SIEMENS, bekräftigte, dass Siemens seine Ausbildungsphilosophie deshalb zuletzt geändert habe. Der neue Ansatz heißt „Coped – competence and project oriented education.“ To cope bedeutet Bewältigen, Meistern, Gewachsen sein, konkret schlägt sich dies in der Ausbildung so nieder, dass der Selbstlernanteil in den Ausbildungsjahren zusehends ansteigt. Im ersten Jahr geht es um berufliche Grundlagen und wird gemeinsam in der Gruppe ein Projekt bearbeitet – denn selber ausprobieren ist das beste Lernen. Im zweiten Jahr stehen Zukunftskompetenzen an und wird ein offenes Projekt angegangen. Ehrlich gab Frau Golisch zu, dass nicht alle Azubis mitkommen und teils auch an die Hand genommen werden müssen. Wie weit die angestrebten Kompetenzen erreicht werden, wird regelmäßig rückgemeldet. Aber die Auszubildenden lernen auch, selbst Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen. Sie schätzen sich selbst im Blick auf ihre Kompetenzen ein und gleichen dies mit der Fremdeinschätzung ab, danach werden Vereinbarungen zwischen Lernenden und Mentoren getroffen. Was auf welcher Stufe erwartet wird, ist genau hinterlegt. Für die Ausbilder im Betrieb hat sich die Rolle geändert von der Anleitung zur Begleitung: Sie sollen Aufgaben stellen statt Lösungen geben, Freiraum und Struktur schaffen, bei Überforderung aber auch intervenieren. Lernbegleitung fordert daher eine starke mentale Präsenz, unterstrich Golisch. Die Azubis bleiben im Schnitt jeweils 6 Wochen bei einem Begleitenden.

Hartmut Gündra, stellte das Projekt „Bike“ mit SAP NextGen vor, bei dem Schulen, Unternehmen und Hochschulen im lokalen Netzwerk zusammengearbeitet haben. Wichtig war, dass jeder Partner ein klares Aufgabenpaket hatte. Durchführbar ist seiner Erfahrung nach jedes Projekt schon ab der ersten Schulklasse.

Jutta Schneider, Helliwood media & education, erläuterte für Microsoft Deutschland die „future skills box“, die Schulen sich bestellen können. Ziel ist es, Verständnis für Künstliche Intelligenz zu fördern, Zukunftskompetenzen deutlich zu machen und auch Lust auf Zukunft zu machen.

Die Lehrerinnen und Lehrer konnten sich in Breakout-Rooms austauschen und vernetzen. Sie fanden das Ausbildungskonzept von Siemens inspirierend, auch wenn die eigenen Klassen oft zu groß sind für eine individuelle Lernbegleitung. Mit der future skills box haben schon mehrere gute Erfahrungen gemacht. Wir freuen uns nun auf die Herbst-Lounge!

www.mint-ec.de/digital-insights/lehrkraefte-lounge/

Persönliche Begegnungen sind unersetzbar bei der Berufswahl!

  • 14. Juli 2022

Informationen zur Berufswahl gibt es reichlich, sollte man meinen, aber Infos alleine machen es nicht – die Hälfte der Jugendlichen sieht sich mit dem Informationsangebot überfordert, sie finden sich in der Vielfalt der Informationen nicht wirklich zurecht, nur ein Viertel kommt seiner Meinung nach gut klar. Lediglich 37 Prozent fühlen sich ausreichend bei der Beruflichen Orientierung unterstützt. Dabei meinen 56 Prozent durchaus, dass sie über den angepeilten Beruf “sehr gut” oder zumindest “eher gut” Bescheid wissen. Dies sind die Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung bei bundesweit 1.666 Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren.

Grafik: Bertelsmann Stiftung

Die digitalen Angebote spielen eine geringere Rolle, als man bei den „digital natives“ meinen sollte – statt im Internet zu „googlen“ fragen fast 75 Prozent lieber ihre Eltern. Sie sind insgesamt die wichtigsten Unterstützer ihrer Kinder auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Für knapp die Hälfte der Jugendlichen sind aber natürlich auch die Gespräche mit Lehrkräften, Ausbildern und Berufsberaterinnen die zentralen Informationsquellen. Die Angebote der Bundesagentur für Arbeit – vor allem das Berufsinformationszentrum BIZ – kennen 65 Prozent der befragten jungen Leute, auch «planet-beruf.de» und andere Online-Portale sind ihnen ein Begriff.

Persönliche Begegnungen und Erlebnisse – das bieten allen voran Schülerbetriebspraktika. Die Ferien sollten deshalb von Schülerinnen und Schülern auch genutzt werden, um Praxiserfahrungen im Betrieb zu sammeln und mit Auszubildenden und Fach- und Führungskräften ins Gespräch zu kommen.

Die Studie bestätigt ebenso, wie wichtig Schulen mit Berufswahl-SIEGEL sind – denn sie leisten genau die Orientierungsarbeit, die offenbar oft noch fehlt. Berufliche Orientierung bietet einen roten Faden durch die Fülle an Angeboten und stärkt die Urteilskraft der Jugendlichen. Letztlich muss Berufliche Orientierung als Kompetenz verstanden werden, die es zu vermitteln gilt.

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