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Aufbruchstimmung beim Ländernetzwerktag im Norden

Zum ersten Mal gab es einen Ländernetzwerktag des Berufswahl-SIEGELs im Nordverbund, zu dem sich Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Hannover zusammen geschlossen haben. Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir besser! VERNETZEN: Im Unterricht – in der Schule – im Norden“ konnten die Teilnehmenden bei der praxisorientierten „Messe der Kostbarkeiten“ ihre Formate und Konzepte zur Beruflichen Orientierung präsentieren und so mit und voneinander lernen.

Der Tag hat die Erwartungen von Seiten der Veranstaltenden und  Teilnehmenden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen: Trotz des Streiks der GDL kamen 85 von 105 Teilnehmenden auf anderen Wegen an die Medical School Hamburg, um den Ländernetzwerktag auf keinen Fall zu verpassen. Während und nach der Veranstaltung war die Stimmung ausgelassen und fröhlich – Aufbruchstimmung!

„Messe der Kostbarkeiten“

Die kreativ ausgestalteten Ateliers am MSH-Campus wurden durch ein buntes Potpourri an Messeständen zu inspirierenden Erfahrungsräumen. Wie von selbst trafen die Schulvertretenden sich an ihren Tischen im Rahmen der „Messe der Kostbarkeiten“ und vernetzten sich tatkräftig. Organisation, Räumlichkeiten und Gestaltung des Ländernetzwerktags wurde einstimmig als absolute Bereicherung ihrer täglichen Arbeit gewertet: „Das Herzstück der Veranstaltung ist die Messe der Kostbarkeiten. Endlich haben wir als Schulen ausreichend Raum, um uns über unsere Angebote auszutauschen. Ich habe mir eben schon direkt etwas von einer anderen Schule abgeguckt“, bestätigte die Lehrkraft einer Europaschule in Schleswig-Holstein zum Thema Digitale Berufliche Orientierung.

Messe der Kostbarkeiten

Bevor es in das BarCamp Format ging, fanden die Teilnehmenden sich zum Impulsvortrag von Prof. Dr. Thorsten Bührmann im Hörsaal ein und wurden eingestimmt auf die lebendige Vernetzung am Nachmittag: „Professor Bührmann beherrscht es, wissenschaftliche Inhalte auf den Punkt so darzustellen, dass wir direkt etwas damit anfangen können“, war der O-Ton einer Lehrkraft aus Hamburg über die Keynote. „Die Berufswahl ist heutzutage für Schülerinnen und Schüler eine der wichtigsten und gleichzeitig schwierigsten Entscheidungen. Um sie dabei möglichst individuell vorzubereiten und zu begleiten, ist ein gute und aktive Vernetzung der verschiedensten Akteure rund um die Berufliche Orientierung an den Schulen von hoher Bedeutung“, führte Prof. Dr. Thorsten Bührmann aus, Professur für Sozialwissenschaften und Forschungsmethodik an der MSH. Er begleitet seit 2013 das Berufswahl-SIEGEL wissenschaftlich zum Thema „Erfolgsfaktoren gelebter Vernetzung in der Beruflichen Orientierung“.

Keynote von Prof. Dr. Thorsten Bührmann

Ländernetzwerktag Nordverbund am Start

Vernetzung im Verbund

Die Initiatorin und Organisatorin des Ländernetzwerktags, Nina Dose, freute sich insbesondere, wie interessiert die Lehrkräfte in den Austausch gingen. Besuche von SIEGEL-Schulen an anderen SIEGEL-Schulen in anderen SIEGEL-Regionen sind dabei terminiert worden, Lehrmaterial, Konzepte und Ideen wurden bereitwillig ausgetauscht und geteilt – die Mühe hat sich gelohnt!

Yvonne Kohlmann, Geschäftsführerin des Netzwerks Berufswahl-SIEGEL auf Bundesebene, hob die Bedeutung des Nordverbundes hervor: „Wir sind kein reines Zertifizierungsverfahren, wir leben vom Netzwerkgedanken, der an vielen Stellen die Arbeit der Lehrkräfte an unseren SIEGEL- Schulen erleichtern kann- insbesondere dann, wenn SIEGEL-Regionen sich zusammenschließen – wie hier im Nordverbund.“

Lebhafter Austausch

Schulvertreter im Dialog

Schulvertreter im Dialog

Gute Gespräche

Speed-Dating: It´s a match!

Wir passen zusammen – zu diesem Ergebnis kamen am 13. März 2024 Unternehmen und SIEGEL-Schulen in NRW. Gemeinsam mit dem Key Account Management der Bundesagentur für Arbeit und dem Berufswahl-SIEGEL NRW hat SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland zu einem Speed-Dating der etwas anderen Art eingeladen.

Im Video-Call konnten sich Unternehmen mit ihren Angeboten für Schulkooperationen präsentieren und mit Schulvertreterinnen und -vertretern von SIEGEL-Schulen austauschen und vernetzen. Alles mit dem Ziel, Jugendlichen mit schwierigen Startbedingungen eine gute Berufliche Orientierung zu ermöglichen und sie beim Einstieg in eine Ausbildung zu unterstützen.

Gestartet wurde die Runde mit einem Good Practice Beispiel für die gelungene Kooperation eines Unternehmens mit Schulen: dem KomMent-Projekt der Ford-Werke. KomMENT ist ein ehrenamtliches Projekt mit dem Ziel, Motivationsveranstaltungen an Schulen mit hohem Migrationsanteil durchzuführen. Es zielt darauf ab, die Bedeutung des Bildungsniveaus für den Erfolg im Privat- und Berufsleben hervorzuheben. Von der anderen Seite her hat Tran Ngyuen von der Carl Fuhlrott Schule Erkrath das Engagement für ausgezeichnete Berufliche Orientierung einer Schule vorgestellt. Vom Besuch der Azubis und Gesellen im Unterricht bis hin zu gemeinsamen Unterrichtseinheiten mit der Personalabteilung, gibt es hier enge Kooperationen, vor allem mit Handwerksbetrieben in der Umgebung.

Intensiver Austausch über den Event hinaus
Dann ging es auch schon ans Eingemachte: In zwei Runden konnten sich die Schulvertreterinnen und -vertreter in die Speed-Dating Räume der verschiedenen Unternehmen einwählen und somit gleich zu zwei Betrieben aus ihrer Umgebung Kontakte knüpfen. Nach einer kurzen Vorstellung der Unternehmen ging es direkt in den intensiven Austausch: „Welche Ausbildungsberufe bilden Sie aus?“ „könnten meine Schüler einmal zum Praktikum vorbeikommen und wie bewerben sie sich dafür?“ wollten die Schulen wissen. „Dürften wir als Unternehmen auch einmal in den Unterricht kommen?“, „können wir an BO-Messen an Ihrer Schule teilnehmen?“ fragten die Unternehmen. War das Interesse an einer weiterführenden Vernetzung geweckt, wurden gleich die Kontaktdaten im Chat ausgetauscht. Teilweise wurden auch bereits im Call Termine für ein persönliches Treffen am nächsten Tag vereinbart – „wir sitzen ja gegenüber.“

Herzlichen Dank an alle Unternehmen, die ihre Angebote in dem Speed-Dating vorgestellt haben: Ford, Bayer, Westnetz, Thyssenkrupp, Rheinmetall, Remondis, Lanxess und an die Schulen, die top vorbereitet diese Gelegenheit zur Vernetzung genutzt haben. Die Mühen haben sich gelohnt, denn das ungewohnte Format bot einen echten Austausch und Mehrwert!

Das Key Account Management der Arbeitsagenturen ist für Großunternehmen zuständig.

Jugendliche reden mit bei der Berufsorientierung: Fachtagung „Jugendliche ins Boot holen“

Die Auszubildenden Emelie und Katharina führen das Interview
Diskussionsrunde mit Jugendlichen

Wahnsinn – über 1.000 Teilnehmende gab es bei der gemeinsamen Online-Fachtagung von Bundesagentur für Arbeit (BA) und SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland am 10. April 2024. Das Interesse galt offenbar dem Thema „Jugendliche ins Boot holen“ – wie lassen sich junge Menschen für ihre Berufliche Orientierung begeistern, wenn doch für viele das Ende der Schulzeit und der Übergang in die Berufswelt noch ganz weit weg zu sein scheinen?

Dabei wurde nicht nur über, sondern mit den jungen Menschen geredet. Die Auszubildenden Emelie und Katharina führten gleich zu Beginn das Interview mit Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der BA und Schirmherr des Netzwerks Berufswahl-SIEGEL, und Christina Ramb, Mitglied der BDA-Hauptgeschäftsführung, für die Arbeitgeberseite – absolut souverän. Auch bei den Praxisbeispielen aus Schulen, Betrieben und Initiativen waren junge Leute mit dabei, zudem gab es eine eigene Diskussionsrunde nur mit Jugendlichen.

Christina Ramb und Daniel Terzenbach betonten, dass es für die Berufsorientierung das gemeinsame Engagement alle Akteure brauche, vor allem die verlässliche Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen. Der Praxisbezug ist wichtig und kann noch durchweg verbessert werden. Berufsorientierung sollte früh einsetzen und sich weiter aufbauen, die Berufsberatung sich zunehmend als Coach verstehen. 60% der Unternehmen habe ihre Azubis über Praktika gewonnen. Gerade heute sind Betriebe daher gefragt, sich mit einem hochwertigen Praktikum als attraktiver Arbeitgeber zu zeigen.

Auch wenn dies für kleinere Betriebe nicht einfach sein mag – das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT unterstützt dabei gerne.

SINUS-Studie: Was ist Jugendlichen wichtig?

Marc Calmbach ordnete das Thema in die Befunde der SINUS-Studie ein: Jugendliche blicken vorsichtig (zweck-)optimistisch in die Zukunft. Angesichts der Vielfalt an Optionen fragen sie sich vor allem, ob und wie ihre persönlichen Stärken zu den beruflich geforderten Skills passen und umgekehrt. Sicherheit, Betriebsklima und Perspektiven sind wichtig, weniger Fragen wie Home Office, Internationalität, Betriebsgröße. Jugendliche mit höherem Abschluss sind unsicher, was ihre Stärken und das Fitting angeht, Jugendliche in prekären Lagen wünschen vor allem materielle Sicherheit und Aufstiegschancen. Calmbach riet zu schauen, wo und wie sich Jugendliche treffen, was sie gerne gemeinsam machen, und sich davon für die Berufsorientierung inspirieren zu lassen. Wichtiger als alle Tools sei immer das persönliche Gespräch, am besten mit Peers und mit Praktikern.

Was erwarten Jugendliche selbst von Berufsorientierung und Praktika?

Bei Inputs und in den Diskussionen zeigten sich diese Punkte als entscheidend:

  • Jugendliche möchten im Praktikum individuell abgeholt werden. Eine verlässliche Ansprechperson ist wichtig, auch ein Gespräch im Vorfeld.
  • Vor allem der direkte Austausch mit Peers, also Azubis oder jungen Berufstätigen, ist absolut hilfreich.
  • Im Praktikum möchten sie sich auch wirklich praktisch erproben – lieber weniger Programm und hands-on als viele, aber abstrakte Infos.

Praxisbeispiele:

  • Schüler-Azubi-Projekt – Salier-Realschule Waiblingen  Schule mit Berufswahl-SIEGEL
  • Einbinden von Ehemaligen in die Berufsorientierung – Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß – Schule mit Berufswahl-SIEGEL
  • Mission Possible – Jugendberufsagentur und Joblinge Hannover
  • Mathe-Unterricht in Kooperation – STILL GmbH und Helmut-Schmidt-Gymnasium Hamburg
  • Jobs der Zukunft – Jugendliche im Dialog mit K – Helliwood media & education
  • Digitale Berufsorientierung – Entwicklungswerkstatt des Berufswahl-SIEGEL
  • Weiterentwicklung mit der Zielgruppe: Jugendliche begleiten Check-U –  Bundesagentur für Arbeit
    SIEGEL-Akademie

KI – von der großen Unbekannten zum Sparringspartner

Die erste Digital Insights Lounge 2024 fand großes Interesse mit rund 180 Lehrkräften und Berufsberaterinnen. Mit „Künstliche Intelligenz in der Berufsorientierung“ war ein Nerv getroffen, das bestätigten die Teilnehmenden in den Gesprächsrunden. KI ist noch die große Unbekannte – aber ist es nur ein vorübergehender Hype oder ein Strukturwandel, ist es die nächste Hürde oder eine neue gute Option?

Berufsbilder im Wandel

Elena Benner zeigte für SIEMENS, dass berufliche Kompetenzen durch KI nicht ersetzt, aber ergänzt werden. Gesucht sind jetzt keineswegs etwa nur noch Informatiker, sondern z.B. Elektro-Ingenieure mit KI-Kompetenzen. KI bedeute vor allem eine Arbeitsverbesserung: Angefangen bei Mails und Texten über Recherchen und Programmiersprachen zeige sich KI als Sparringspartner. Für die Fortbildung der Beschäftigten gibt es die SiTecSkills Academy, und SiTecSkills@schools macht KI für die Berufsorientierung erlebbar.

Bewerbung simulieren

Für Microsoft stellte Jutta Schneider, Helliwood media & education, den Innovationsschub für die Berufsorientierung durch die KI vor. So kann ein Jugendlicher mit der KI z.B. ein Bewerbungsgespräch simulieren. Prompten werde bald so selbstverständlich sein wie Googeln und Mailen. Wichtig: Die KI braucht so viel Kontext wie möglich, Fragen müssen präzise sein. Vorteil: Der künstliche Gesprächspartner ist nie müde, sondern stets wertschätzend. KI bietet zudem alle Sprachen, auch einfache Sprache ist möglich. Sensible Daten sollten ebenso wenig in die KI gegeben wie alle Antworten für wahr gehalten werden.

Märchen neu erzählen

Für SAP stellte Research Expert Jens Mönig dar, wie KI „unter dem Deckel“ funktioniert – ein bisschen wie bei der „Sendung mit der Maus“. Um die Technik nachvollziehen zu können, bildeten Märchen der Brüder Grimm den sprachlichen Bausatz, der mit Hilfe der Programmiersprache SNAP strukturiert und neu zusammen gesetzt wurde. Die generative KI erzählt wie eine Person, dabei sind auch dies wieder – Märchen. Alle solchen Modelle arbeiten letztlich mit Reihenfolgen und sind daher auch auf alles anwendbar, was Reihenfolgen entspricht.

In den Breakout-Rooms wurden Fragen aus dem Praxisalltag diskutiert – vom Datenschutz über Tools bis zu KI-Klischees. Jugendliche nutzen die KI zu oft als fertiges Produkt statt als Hilfestellung, die das eigene Arbeiten nur unterstützt. Gerade deshalb gilt es das Thema KI offensiv in die Berufsorientierung einzubauen. Alle waren sich einig: Veranstaltungen wie diese werden dringend gebraucht!

Für Schulen ist die Future Skills Box mit SCHULEWIRTSCHAFT und Berufswahl-SIEGEL eine Unterstützung.

Die nächste Digital Insights Lounge ist am 5. Juni, 16.30–18.00 Uhr!

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